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Kein Zug zum Tor: Der SE Freising (hier Nikolai Davydov) tritt derzeit auf der Stelle und hat den Anschluss nach vorne verloren. Am Samstag geht es nach Töging.

Plabst-Elf gastiert beim FC Töging

SE Freising hofft im Verfolgerduell gegen Töging auf Hohlenburger

  • vonMatthias Spanrad
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Der SE Freising ist außer Tritt geraten. Die Landesliga-Truppe hat den Anschluss nach oben verloren.

Freising Es war schon ein verrückter Nachmittag am vergangenen Samstag im Stadion in der Savoyer Au. Da glichen die Lerchenfelder Kicker in der dritten Minute der Nachspielzeit noch das 0:1 aus, und dann konnte sich ausgerechnet Freisings Torhüter Patrick Negele – Keeper haben für gewöhnlich ja eher ein feines Händchen statt ein feines Füßchen – in die Torschützenliste eintragen und von den Seinen feiern lassen. Gleichwohl dürfte den Lerchenfelder Kickern bewusst sein, dass es nicht jede Woche einen solchen Last-Minute-Punch geben wird wie gegen die Chiemgauer. Und dass vor dem Verfolgerduell mit dem FC Töging, der von vielen Landesliga-Beobachtern im Kampf um die vordersten Plätze ob brutaler Verstärkungen in der Corona-Pause noch nicht abgeschrieben ist, vieles besser laufen muss als noch gegen Traunstein. Das weiß natürlich auch SEF-Coach Alex Plabst. „Wenn wir es wieder nicht schaffen, Fußball zu spielen, werden wir in Töging nicht viel holen.“

Was es war letztes Wochenende? Man weiß es nicht, es fehlte an vielen Ecken, an alldem, was ein Fußballspiel ausmacht: Fokussierung, Präzision, Motivation, das Interesse, ein Tor zu erzielen. Den Lerchenfeldern unterliefen dermaßen viele Eigenfehler, dass man den Eindruck gewinnen konnte, die Plabst-Elf hätte seit März nicht trainiert. Viel Unnötiges war dabei, Traunstein musste die Elf um Kapitän Andi Schredl gar nicht viel unter Druck zu setzen. Vor allem im Spiel nach vorne gingen die Bälle so leicht verloren, als hätten die Lerchenfelder Angst vor dem Leder. Besser wurde das Freisinger Spiel erst nach dem Wechsel – und mit der Hereinnahme der im Fachjargon oft als Unterschiedsspieler bezeichneten Akteure. Andi Hohlenburger etwa erlebte nach 53 Minuten sein erstes Pflichtspiel seit über einem Jahr, und auch Domagoj Tiric sorgte mit seiner physischen Präsenz gleich für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Insbesondere Hohlenburger war zum Teil nicht anzusehen, dass ihm 365 Tage Leidenszeit in den Knochen stecken. Gleich brandgefährlich wurde es, wenn er im gegnerischen Strafraum auftauchte, und in einer Szene wäre Freisings Goalgetter beinahe sogar der Comeback-Treffer gelungen (75.), es fehlte nur eine Fußspitze. Interessant wird nun, welches Risiko Trainer Plabst für den Betriebsausflug nach Töging eingeht. Defensiv dürfte die Marschroute klar sein, um Kapitän Schredl werden Mister Zuverlässig Osaro Aiteniora und das Innenverteidiger-Duo Kirchberger/Mayr gesetzt sein. Alle vier trifft am wenigstens Schuld am Heim-Remis. Spannender dürfte die Rotation im Mittelfeld werden – und die Frage, ob’s für Rekonvaleszent Hohlenburger wieder zum Mitmachen reicht. „Es war schön zu sehen, dass er schon so lang durchhält“, resümierte Plabst nach dem Glücklich-Remis. Helfen würde der 29-Jährige sofort, wie auch Domagoj Tiric. Daniel Gädke etwa hat schon öfters bewiesen, dass er auch ein Mann für die späten Minuten sein kann und immer für ein spätes Joker-Tor gut ist. „Die Karten liegen klar bei Töging, denn sie müssen gewinnen, um oben noch dran bleiben zu können“, resümiert Plabst.

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