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SCF-Top-Goalgetter Andi Hohlenburger trauert dem vergebenen Bayernliga-Aufstieg in der Relegation nach.

SC Freising- Dauerzweiter der Landesliga Südost

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Strahlende Sieger, traurige Verlierer und tragische Helden: Das Fußballjahr 2018 war in jeder Hinsicht ein außergewöhnliches.

Der Dauer-Zweite

Sie sind die ungekrönten Könige des Landkreis-Fußballs: die Kicker des SC Freising. Mit einem Sieg am vorletzten Spieltag der Landesliga Südost wäre das Team von Trainer Alex Plabst als Tabellenführer ins abschließende Derby in Hallbergmoos gegangen. Doch es kommt alles anders: Der SCF verliert Mitte Mai vor 1200 Zuschauern in der Savoyer Au mit 1:3 gegen Türkgücü-Ataspor – und muss damit Spalier stehen bei der Meisterfeier der Münchner Türken.

In der ersten Runde der Relegation um den Aufstieg in die Bayernliga folgt dann ein bitteres Wechselbad der Gefühle: Gegen den SV Kirchanschöring liegt der SC Freising zu Hause nach 72 Minuten bereits aussichtslos mit 0:4 hinten, schöpft jedoch dank zweier später Treffer noch einmal Hoffnung. Und siehe da: Die Lerchenfelder gehen im Rückspiel mit 2:0 in Führung – alles ist wieder offen. Aber am Ende jubeln die anderen: 2:4, 3:3 – Aufstieg verpasst.

Nach diesem Genickschlag ist bei den SCF-Männern erst einmal Tiefstapeln angesagt: 40 Zähler holen, den Klassenerhalt schaffen – Coach Plabst und Co. halten vor der neuen Runde bewusst den Ball flach. Doch der SCF kann viel mehr – und so ist die Saisonvorgabe bereits im Herbst eingetütet. Das Problem: Wieder ist einer besser. Diesmal der TSV Wasserburg, der mit zwei Punkten Vorsprung auf die Freisinger an der Spitze überwintert.

Die launische Diva

Ganz andere Sorgen hat der Landkreisrivale VfB Hallbergmoos. Nach dem enttäuschenden achten Platz in der Landesliga treten die beiden Trainer Mario Mutzbauer und Anselm Küchle den Rückzug an. Richten soll es fortan Michael Schütz, der von 2010 bis 2017 den SCF gecoacht, in die Landesliga geführt und dort etabliert hat. Doch weil die Hallberger auch in der neuen Saison zu oft wie eine launische Diva und ohne Biss auftreten, schmeißt Schütz („Ich bin hier gescheitert wie schon Mario Mutzbauer zuvor“) im November nach nur fünf Monaten entnervt seinen Job hin. Fazit: Küchle springt bis zur Winterpause in die Bresche – und der VfB ist wieder auf der Suche nach einem Heilsbringer.

Die Kellerkinder

Bei zwei von drei Landkreis-Teams in der Bezirksliga Nord zeigt die Kurve deutlich nach unten: Die Kicker der SpVgg Kammerberg freuen sich im Mai über Platz drei in der Abschlusstabelle und damit die beste Saison in der Vereinsgeschichte. Ein halbes Jahr später herrscht Tristesse pur: Die SpVgg steht auf dem ersten Abstiegsrelegationsrang – und geht mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer in die staade Zeit. Noch prekärer ist die Lage beim FC Moosburg: Nachdem das Ball-Team in der vergangenen Runde gerade noch den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht hat, schlittert das Team nun als Letzter dem Abstieg entgegen. Die einzige Konstante aus Landkreis-Sicht sind die Echinger Zebras: Sechster im Mai, Achter im November – der TSV macht es sich im gesicherten Mittelfeld gemütlich.

Die Feierbiester

In der Kreisliga jubelt am Saisonende nur einer – und es ist nicht der SV Vötting. Den Kiesweiherbuam geht nach einer bärenstarken Runde an den letzten beiden Spieltagen die Luft aus: 2:3 in Scheyern und 0:6 gegen Schwaig – nur Platz drei! Aus der Traum von der Bezirksliga-Relegation! Ganz anders ist die Stimmung bei der SpVgg Mauern: Die Lippcke-Truppe schafft es gerade noch in die Relegation – und bucht dort durch ein 3:2 vor 1538 zahlenden Zuschauern gegen Gammelsdorf sowie ein 2:1 gegen Wörth das Ticket für eine weitere Kreisliga-Saison.

Hier bekommen es die Mauerner fortan auch mit dem SC Kirchdorf zu tun: Das Apold-Team feiert den Titel in der Kreisklasse – nach 27 Jahren ist damit eine Kirchdorfer Fußballmannschaft wieder einmal Meister geworden. Riesen-Jubel auch bei der SG Eichenfeld und beim VfR Haag: Die beiden Klubs steigen als Meister in den A-Klassen 5 und 6 in die Kreisklasse auf.

Der Pechvogel

Es war der krasseste Tag in seinem bisherigen Fußballer-Leben: Sinan Zorlu von der SGT Istanbul Moosburg gewinnt beim Online-Voting zum Bayern-Treffer des Monats Mai – und verschießt dann im alles entscheidenden Relegationsspiel gegen den VfB Hallbergmoos II einen Elfmeter. Die VfB-Reserve siegt mit 8:7 nach Elfmeterschießen. Und somit bleibt alles beim Alten: Hallbergs Zweite spielt weiter in der Kreisklasse und die SGT in der A-Klasse. Dass sich Zorlu nicht so recht über den Bayern-Treffer freut, versteht sich von selbst. MICHAEL LEITNER

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