Zweikampf: Die Kirchdorfer hatten in Langenpreising vor 650 Zuschauern einen guten Tag erwischt, Lohn war ein 3:1 gegen den FC Schwaig
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Zweikampf: Die Kirchdorfer hatten in Langenpreising vor 650 Zuschauern einen guten Tag erwischt, Lohn war ein 3:1 gegen den FC Schwaig

1993 schaffte es der SC Kirchdorf durch einen unglaublichen Endspurt in der A-Klasse zu bleiben

Als der SC Kirchdorf das Wunder perfekt machte

  • vonArthur Viol
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Der SC Kirchdorf stand 1993 am letzten Spieltag mit dem Rücken zur Wand. Der Abstieg in die B-Klasse drohte. Doch der SC konnte das Ruder noch umreißen. 

Kirchdorf – Ein Abonnement auf Entscheidungsspiele hatte Anfang der 90er der SC Kirchdorf. 1990 stieg die Mannschaft von Trainer Günther Weiß nach drei Partien endgültig aus der A-Klasse ab. Einem 0:1 gegen den SV Pulling folgten ein 4:0 gegen den SC Baldham und ein 2:3 gegen den FC Croatia. Zwei Jahre später gelang der Elf – trainiert von Dieter Fuchs – der Wiederaufstieg. Man behielt im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in der B-Klasse gegen den SV Hörgertshausen (2:1) die Oberhand. Und 1993 waren die Ampertaler erneut in eine Serie von gleich vier Begegnungen involviert.

SC Kirchdorf auf den Weg in die B-Klasse?

Es begann alles damit, dass am Ende der Saison drei Teams punktgleich auf dem Relegationsplatz der A-Klasse standen. FC Eintracht Freising, SC Kirchdorf und FC Lengdorf hofften bei der Auslosung, gleich die erste Partie absolvieren zu dürfen. Ein Sieg würde jedem Team zum Klassenerhalt reichen. Die Glücklichen waren erst einmal die Lengdorfer, die die Begegnung gegen den SC Kirchdorf mit 3:1 gewannen. Die Mannschaft von Dieter Fuchs war auch vier Tage später gegen den FC Eintracht (hatte das Freilos gezogen) bei der 1:4-Niederlage in Zolling chancenlos. Die Lerchenfelder um ihren Trainer Hans Haas waren somit gerettet, Kirchdorf musste in die Relegation und benötigte jetzt zwei Siege für den Klassenerhalt.

Erster Gegner war der TSV Nandlstadt, der die Saison hinter dem FCA Unterbruck als Zweiter der B-Klasse abgeschlossen hatte. Die Namen in der Nandlstädter Mannschaft dürften auch jenen noch was sagen, die dem Club nicht so stark verbunden waren. Der TSV spielte mit den Gebrüdern Sepp und Günther Weiß sowie Christian Berndl. Aktuell führte Sepp Weiß das Kommando als Trainer, im Jahr drauf sollte Günther übernehmen. Die Frage war jetzt nur noch, in welcher Liga. Die Verpflichtung des Europapokalsiegers hatte für Irritationen gesorgt, die in einem gehörigen Hauskrach und der Abwanderung einiger Spieler in der Winterpause gipfelten.

Das Wunder des SC Kirchdorf 

Die Partie vor 1200 Zuschauer begann so, wie es wohl die meisten erwartet hatten. Die Nandlstädter übernahmen das Kommando, die durch zwei Niederlagen psychisch und physisch mitgenommenen Kirchdorfer waren stets einen Schritt hinten dran. Sinan Tas und Christian Berndl trafen zum 2:0, ehe Kirchdorf durch Herbert Haller verkürzte. Doch schon drei Minuten hatte Sebastian Wagner den Zwei-Tore-Vorsprung für den B-Klassen-Vize wieder hergestellt. Die meisten Fans gaben keinen Pfifferling mehr auf den SCK, doch es ereignete sich Erstaunliches, auch weil Trainer Fuchs mit Umstellungen positiv eingriff. Johann Maier verwandelte einen Foulelfmeter, und in der 72. Minute staubte Edgar Thalhammer zum 3:3 ab. Von einer großen Routine und Abgeklärtheit der erfahrenen Nandlstädter Abwehrreihe war auf einmal nichts mehr zu sehen. Ganz im Gegenteil: Es schlichen sich individuelle Fehler ein. Und zwei Minuten vor dem Abpfiff folgte für die Nandlstädter der endgültige K.o., als Johann Maier nach einer Ecke zur Stelle war und das Siegtor markierte.

SC Kirchdorf gewinnt die Relegation

Im bereits vierten Spiel in nur zwei Wochen wartete der FC Schwaig auf die Kirchdorfer. Die Mannschaft von
Roland Götzinger war in der B-Klasse Erding hinter dem TSV Rot-Weiß Klettham auf Rang zwei gelandet. Der guten Moral der Kirchdorfer hatten die Schwaiger allerdings nicht viel entgegen zu setzen. Die Ampertaler gewannen vor 650 Zuschauern in Langenpreising durch Tore von Maier, Franz Kronthaler und Edgar Thalhammer mit 3:1 und blieben somit in der A-Klasse.

(“Arthur Viol“)

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