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Spielabsage trotz Corona-Fällen nicht rechtens? SE Freising sauer auf SV Erlbach und §94

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Der SE Freising handelte nach 2 positiven Corona-Fällen verantwortungsbewusst, der SV Erlbach stimmte der Spielverlegung aber nicht zu.
Der SE Freising handelte nach 2 positiven Corona-Fällen verantwortungsbewusst, der SV Erlbach stimmte der Spielverlegung aber nicht zu. © Michalek

Mit § 94 wollte der BFV Fragen zu Spielverlegungen wegen Corona klären. Der SE Freising äußert nun seinen Unmut über jenen Paragrafen und den SV Erlbach.

Freising - Spielverlegungen gehören in Zeiten von Corona fast schon zum Tagesgeschäft, dazu gehören bekanntermaßen aber immer zwei. Was beim SE Freising mit dem TSV Grünwald einwandfrei klappte, funktionierte eine Woche zuvor mit dem SV Erlbach nicht. Das Ergebnis: Drei Punkte für Erlbach am grünen Tisch. Die Freisinger sind nun verärgert über den Gegner und die Rechtslage.

SE Freising bittet SV Erlbach nach Corona-Fall und mehreren Verdachtsfällen vergeblich um Spieverlegung

Doch immer der Reihe nach: Am Freitag (05. November), einen Tag vor dem Landesliga-Heimspiel des SEF gegen den SV Erlbach teilte ein Spieler mit, dass sein Corona-Test nach Unwohlsein im Verlauf der Woche positiv sei. Fünf weitere Spieler fehlten demnach mit Erkältungssymptomen im Training und galten als Verdachtsfälle, wie die Freisinger in ihrer Stellungnahme im Zuge des Gerichtsurteils zur Spielwertung verlauten ließen.

Die Domstädter baten die Erlbacher folglich um die Verlegung des am darauffolgenden Tag stattfindenden Spiels. Man sei jedoch auf „taube Ohren“ gestoßen, der SV stimmte der Verlegung nicht zu. Ein Empfehlungsschreiben des Gesundheitsamtes, das Spiel nicht stattfinden zu lassen, konnte nicht eingeholt werden, da der SEF zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, wie viele Spieler positiv sind.

SE Freising: Spiel hätte mit einem corona-infizierten Spieler stattgefunden - Kritik an Erlbach und § 94

Das Sportgericht Bayern wertete das Spiel wegen „Nichtantretens des SE Freising“ mit 0:2 für die Gäste und beruft sich auf den „Corona-Paragraf“ 94. Der SE Freising betont in seiner Stellungnahme, dass er die Entscheidung des Gerichts akzeptieren und keine weiteren rechtlichen Schritte einleiten werde. Nachträglich testete sich ein weiterer Freisinger Spieler positiv, der keine Symptome hatte . Das Spiel am Samstag hätte also mit einem corona-infiziertem Spieler stattgefunden.

Das ist für den SEF Grund genug, scharfe Kritik am § 94 der Spielordnung zu üben: „Es kann nicht sein, dass man darauf hoffen sollte, dass sich möglichst viele Spieler (5-6) infiziert haben, um eine korrekte Spielabsage durchführen zu können.“ Auch das Querstellen des SV Erlbach stößt an der Savoyer Au auf: „Es gibt offenbar Unterschiede im sportlich fairen Verhalten.“

Dass eine Spielverlegung bei Corona-(Verdachts)Fällen der Zustimmung des jeweiligen Gegners bedarf, ist neben dem SE Freising wohl für viele weitere Klubs nicht nachvollziehbar. Die Freisinger würden gemäß der Stellungnahme aber wieder so handeln: „Ein Fußballspiel sollte nicht wichtiger sein als die Gesundheit.“ (Jonas Grundmann)

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