SEF-Jugendleiter Manuel Esch äußerte sich zur Kritik.
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SEF-Jugendleiter Manuel Esch äußerte sich zur Kritik.

Vereine schickten nicht alle Talente zum Stützpunkttraining

SE Freising: Jugendleiter Manuel Esch reagiert auf Abwerbe-Kritik

  • vonPeter Spanrad
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Bei der Jugendleitersitzung am Dienstag in Zolling wurden unter anderem die Abwerbepraktiken des SE Freising beim Stützpunkttraining der E-Jugend diskutiert.

Zolling – Wichtige Informationen zur anstehenden Sommersaison samt den neuen Gruppeneinteilungen und Hinweise für die anstehende Merkur CUP-Runde (wir berichteten) erhielten die Fußballjugendleiter des Landkreises am Dienstagabend bei der Sitzung im Sportheim der SpVgg Zolling. Zudem stellte DFB-Stützpunkttrainer Mario Crapanzano das System der Talentsichtung für die E-Jugend vor, das von einigen Jugendleitern kritisiert worden war.

Gruppenspielleiter zufrieden mit bisherigem Saisonverlauf

Gruppenspielleiter Torsten Horn und die Vereinsvertreter waren mit dem bisherigen Saisonverlauf auf dem Kleinfeld (F- und E-Jugend) rundweg zufrieden. Sämtliche Spiele seien ordnungsgemäß durchgeführt worden, bedankte sich Horn bei den Funktionären und Trainern. Stephan Fox, Jugendgruppenspielleiter für das Großfeld, ließ die abgelaufene Hallensaison Revue passieren: Er lobte die Spieler, Betreuer und Zuschauer für das friedliche Miteinander während der Hallenmeisterschaften. „Alles hat sehr gut geklappt“, sagte Fox, der zusammen mit Horn die Jugendleiter schon darauf vorbereitete, dass künftig auch in der Halle der elektronische Spielberichtsbogen verpflichtend werde.

Vorstellung der Neueinteilung der Gruppen

Des Weiteren stellten Nicoletta und Torsten Horn die Neueinteilung der Gruppen für das Kleinfeld vor, die beide entsprechend den Leistungen aus der Vorrunde vorgenommen haben. Alle Jugendleiter waren damit zufrieden. Dabei galt es bei der F-Jugend, 14 Neuanmeldungen in den Spielbetrieb zu integrieren. „Während in anderen Landkreisen die Anzahl der Kleinfeldmannschaften abnimmt, ist das bei uns nicht der Fall“, merkte Torsten Horn an. „Wir haben genügend Nachwuchsfußballer, aber meistens zu wenige Trainer.“

Zudem informierte er die Jugendleiter über die Auslosung der Merkur CUP-Vorrundengruppen in Unterhaching. Vor allem freute er sich, dass sich aus dem Kreis Freising statt wie bisher zwei künftig drei Teams für das Bezirksfinale qualifizieren – verbunden mit der Hoffnung, dass in diesem Jahr eine Mannschaft ins Große Finale einzieht. Im Gegensatz zu anderen Spielkreisen hat Horn keine Probleme, Gastgeber-Vereine für die Turniere zu finden. Er ermunterte die Klubs, sich bereits jetzt für die Ausrichtung der zweiten Runde sowie des Kreisfinales zu bewerben.

Kritik an Abwerbemethoden des SE Freising

Um die Fußballtalente noch effektiver fördern zu können, hatte der DFB die Sichtungstage für E-Jugendliche eingeführt. Mario Crapanzano, einer der Trainer am Stützpunkt Freising, rührte für den Sichtungstag und besonders für das System des Stützpunkttrainings kräftig die Werbetrommel. Crapanzano bedauerte, dass in jüngster Vergangenheit von den Vereinen nur bedingt alle Talente geschickt worden seien. Einige Jugendleiter übten dabei Kritik – vor allem am SE Freising: Sie warfen dem Verein vor, dass er während des Stützpunkttrainings auf dem Gelände des SEF immer wieder Spieler abgeworben habe. Deshalb habe man keine Junioren mehr entsandt, so einige Vereinsvertreter. Freisings Jugendleiter Manuel Esch räumte solche Abwerbepraktiken einzelne SEF-Nachwuchstrainer in der Vergangenheit ein. „Wir haben im Verein aber mittlerweile den Trainern untersagt, beim Stützpunkttraining Spieler anzuwerben“, betonte er. „Wir können aber nicht verhindern, dass Eltern auf uns zukommen, damit ihre Kinder in einer SEF-Mannschaft spielen können.“

Crapanzano fügte in diesem Zusammenhang hinzu, dass er solche Abwerbemethoden nicht richtig finde. Daher dürften mittlerweile die Stützpunkttrainer nicht gleichzeitig Vereinscoaches sein. Außerdem wünschte er sich, dass alle Vereine ihre Talente auf die Sichtung schicken, und verwies darauf, dass die Auswahl dann durch verschiedene Trainer erfolge. „Es geht uns um das frühe Scouting und die frühe Förderung der Talente“, so Crapanzano. „Wir wollen die Nachwuchsfußballer individuell fördern – und das kommt dann auch den Vereinen zugute.“

Text: Peter Spanrad

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