SG Eichenfeld FVgg Gammelsdorf Flaschenwerfer
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Die Mannschaft der SG Eichenfeld diese Saison noch ohne Sieg

Flaschenwerfer verhindert Sieg und verletzt Schiedsrichter  

SG Eichenfeld - FVgg Gammelsdorf: Flaschenwerfer verhindert Sieg der SGE 

Im Absteigskampfduell zwischen dem SG Eichenfeld und der FVgg Gammelsdorf verhindert ein Flaschenwerfer den ersten Sieg der SGE. Der Schiedsrichter fällt für die restliche Hinrunde aus. 

Direkte Duelle im Kreisklassen-Abstiegskampf sind intensive Spiele für alle Beteiligten. Sowohl für Spieler, Trainer und Zuschauer, aber auch für die Männer und Frauen, die diese in Zaum halten müssen. Schiedsrichter Stephan Wagensohner hat das am vergangenen Sonntag am eigenen Leib erfahren.

Seit vier Jahren ist der 17-Jährige von der SpVgg Mauern als Referee aktiv. Im Sommer 2017 gab er sein Debüt im Herrenbereich. Am Sonntag stand die Partie der FVgg Gammelsdorf gegen die SG Eichenfeld an: Platz 10 gegen Platz 14 am letzten Ligaspieltag vor der Winterpause. Gammelsdorf konnte mit einem Sieg einen großen Schritt im engen Kampf gegen den Abstieg tun, Eichenfeld hingegen wollte endlich den ersten Dreier dieser Saison holen.

„Recht hitzig geworden“

Dementsprechend intensiv sei die Partie gewesen. „In der zweiten Hälfte ist es dann recht hitzig geworden“, berichtet Wagensohner. Trotzdem hatte der Unparteiische die Partie gut im Griff, verteilte bis zur Nachspielzeit insgesamt sieben Karten – sechs davon in den zweiten 45 Minuten. An Nummer acht wurde er dann gehindert. Als drei der fünf Minuten Nachspielzeit bereits vergangen waren, klärten die Eichenfelder einen Eckstoß, der Gammelsdorfer Andreas Bareither beendete den darauffolgenden SGE-Konter durch ein taktisches, aber nicht überhartes Foul auf Höhe der Mittellinie. „Ich wollte den Spieler verwarnen, just in diesem Moment habe ich plötzlich einen Schlag gegen die rechte Wade gespürt“, erzählt Wagensohner. „Woher der kam, konnte ich nicht erkennen, da ich mit dem Rücken zu den Ersatzbänken stand.“ Von dort aus war eine volle Halbliter-Flasche in Richtung Schiedsrichter geflogen. Aber nicht etwa, weil ein Gammelsdorfer Ersatzspieler über die Schiedsrichterentscheidung gegen sein Team wütete. Tatsächlich kam die Flasche von Eichenfelder Seite. SGE-Trainer Markus Ujwari sagt, der Werfer sei ein Vereinsmitglied und als Zuschauer nach Gammelsdorf gereist. Gegenüber Wagensohner sagte der Zuschauer nach dem Spiel, die Emotionen seien mit ihm durchgegangen. Was diese Emotionen ausgelöst hatte, ist unklar.

Partie wird abgebrochen - Flaschenwerfer verhindert möglichen Sieg 

„Ich versteh es einfach nicht. Die Eichenfelder hätten das Spiel ja gewonnen“, sagt FVgg-Abteilungsleiter Joseph Rockermaier, der auch selbst auf dem Platz stand. SGE-Spielertrainer Markus Ujwari hatte sich den Ball für den Freistoß schon zurecht gelegt: „Mir war klar: Ich hau den Ball jetzt einfach über den Zaun und dann haben wir es geschafft.“ Stattdessen schrammte die SGE zwei Minuten am ersten Dreier vorbei, denn der getroffene Wagensohner sah sich gezwungen, die Partie nach einer kurzen Behandlungspause in letzter Sekunde abzubrechen. „Wenn etwas auf den Schiedsrichter geworfen wird, habe ich keinen Spielraum mehr.“ Wie die Partie nun gewertet wird, entscheidet das Sportgericht. Dass das nicht gut für die Eichenfelder ausgehen dürfte, kann man erahnen.

Wagensohner zog sich bei diesem Zwischenfall eine schwere Unterschenkelprellung zu und wird in diesem Herbst wohl keine Partie mehr leiten können. Immerhin sei der Schuldige nach der Partie in die Schiedsrichterkabine gekommen, um sich zu entschuldigen. Der Vorfall war für alle Beteiligten ein Novum: Rockermaier meint: „Man kennt, dass es mal Auseinandersetzungen gibt. Aber, dass etwas auf das Spielfeld geworfen wird, habe ich noch nie erlebt.“ Auch Wagensohner hatte bislang mit Kommentaren zu tun. Doch „diese gehören einfach zum Fußball dazu“. Sicher ist: Das Ereignis wird ihn prägen: „Klar, so etwa vergisst man wohl nicht, aber ich hoffe nicht, dass mich das negativ beeinflussen wird.“ Ganz im Gegenteil: „Ich denke, ich habe das Selbstvertrauen, um gestärkt hervorzugehen.“

Sebastian Bergsteiner 

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