„Wir sind dabei“: Der Eichenfelder Fußball-Nachwuchs hat gute Chancen, das Kräftemessen mit den Trainern zu gewinnen.   
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„Wir sind dabei“: Der Eichenfelder Fußball-Nachwuchs hat gute Chancen, das Kräftemessen mit den Trainern zu gewinnen.   

Jugendkicker fordern Trainer heraus

SG Eichenfeld: Challenge fördert Bewegung und Zusammenhalt

  • vonRedaktion Freising
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Der Nachwuchs der SG Eichenfeld „heizt“ den Trainern ein und motiviert sich schon jetzt für den Re-Start. In einem Laufwettkampf treten Trainer gegen Spieler an.

Eichenfeld – Seit Ende Oktober ruht der Ball im Jugendfußball. Kein Training, kein Spiel, kein Hallenturnier, nicht mal Kicken mit Freunden im Garten ist möglich. Stattdessen gibt es Homeschooling, Kontaktbeschränkungen und einen damit verordneten Bewegungsmangel. Doch die Eichenfelder Jugendtrainer und Kids wollen sich nicht länger unterkriegen lassen. So haben sich die vier Trainer der U12 (Jahrgänge 2009/10) gemeinsam überlegt, wie man die Kids motivieren kann, sich wieder zu bewegen. Am besten geht das natürlich in einem Wettbewerb mit einem gemeinsamen Ziel als Team. Die Trainer, Fabian Biedermann, Jens Niethammer, Korbinian Erbe und Gerhard Wimmer, haben die 15 Spieler*innen deshalb mit der Challenge „Schlag die Trainer“ herausgefordert: Wer schafft pro Woche beim Joggen mehr Kilometer – die Kids oder die vier Trainer? Die Regeln sind schnell erklärt: Jeder soll mindestens einmal, maximal dreimal pro Woche laufen. Keine Spielerin/kein Spieler läuft allein (aber maximal zu zweit), und die gelaufene Strecke ist mittels Foto der Smartphone-App oder der Fitness-Uhr nachzuweisen. Einen Preis muss es natürlich auch geben: Das Siegerteam erhält am Ende der Challenge vom Verliererteam ein Pizzaessen im Eichenfelder Sportheim. Ein Gerücht besagt ja, Fußballer laufen ungern? Wahrlich nicht! Die Mannschaft hat die Herausforderung sofort angenommen und selbstbewusst verkündet, dass „die Trainer keine Chance haben!“ Der Wettbewerb begann Anfang Februar bei recht kalten Temperaturen. Trotzdem sind beide Teams zusammen in der ersten Woche sensationelle 134 Kilometer gelaufen und das, obwohl noch gar nicht alle mitmachen konnten. Die Trainer hatten dabei bis zum Freitag knapp die Nase vorn und gingen so mit 1:0 in Führung. Doch ein Spiel dauert bekanntlich 90 Minuten, und die Kids mobilisierten als Team alle Kräfte, um in der zweiten Woche zum Ausgleich zu kommen. Und das ist ihnen tatsächlich geglückt: Sie absolvierten in der zweiten Woche mehr Kilometer. Wieder wurden insgesamt mehr als 130 Kilometer gelaufen. Während bei den Trainern Studium und Job mehr Kilometer verhindert hatten, konnten die Spieler*innen zeigen, dass sie ein echtes Team sind: Sie motivierten sich gegenseitig, über WhatsApp oder im direkten Kontakt. Deshalb haben die Trainer aktuell auch keine Sorge, dass die Kids beim Restart nicht mehr zum Fußball kommen könnten. Im Gegenteil: Alle sind heiß darauf, endlich wieder zu kicken!

SG Eichenfeld: wir wären froh einfach wieder ein paar Spiele zu bestreiten

Den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 ohne Fußball und den Merkur Cup hatte das Team mit Technik-Wettbewerben überbrückt. Aber im Herbst waren alle froh, wieder auf dem Platz zu stehen. Und so holte die U12 hochmotiviert gegen meist ältere Gegenspieler ohne Punktverlust die Meisterschaft in ihrer Gruppe. Auch die U13, mit der man gemeinsam trainiert, holte die Kreisklassen-Meisterschaft und hätte sich auf das Abenteuer Kreisliga gefreut. Daraus wird aber leider nichts. Letztlich wären aktuell wohl alle Eichenfelder froh, wenn man demnächst einfach wieder gemeinsam trainieren und im Sommer ein paar Spiele spielen könnte. Gerhard Wimmer und sein Trainerteam trainieren ihre Mannschaft nun schon seit 2014. Wichtig ist ihnen neben Spaß am Fußball deshalb vor allem der Zusammenhalt. Dafür lohnt es sich aus Sicht der Trainer, im wahrsten Sinne, auch die Extrameile zu laufen. Die Beteiligung und der Ehrgeiz der Kids zeigen, was alles möglich ist, wenn man es will.

Aktuell läuft nun die dritte Woche des Wettbewerbs, und es könnte wieder eng werden für die Trainer. Aber egal, auch wenn Mitte März tatsächlich die Kids die Challenge gewinnen sollten, dann haben eigentlich doch alle gewonnen: Die Spieler*innen den Wettbewerb, das Trainerteam, weil es die Kids motivieren konnte und letztlich auch jeder Trainer selber, weil er sich auch endlich wieder bewegt hat.  

gw

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