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Die Grün-Weißen jubeln: Mit einem 3:2-Erfolg über Dietersheim hat die SG Eichenfeld den Klassenerhalt in der Kreisklasse geschafft. Knapp 400 Besucher verfolgten die Partie auf dem Gelände des SV Marzling, bevor es für die Kicker ins heimische Sportheim zum Feiern ging.

Party im Gallischen Dorf

SG Eichenfeld: Gürpinar sichert Klassenerhalt mit Doppelpack

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Sie sind einfach nicht unterzukriegen, die Eichenfelder. Es ist so eine Art Gallisches Dorf, das da am Rande der Stadt allen Widrigkeit trotzt. Unter schwierigsten Bedingungen hält man Training und Spielbetrieb aufrecht.

Marzling – Von der Stadt werden dem Club jede Menge Knüppel zwischen die Beine geworfen, wenn es um eine geforderte Sanierung der Anlage geht. Fast so, als wolle man den Verein auf eine andere Anlage hinauskomplimentieren. Nur: Diese Sportfelder gibt es nicht, nicht einmal eine Absichtserklärung dafür. Und so werden sie draußen im Norden weiter werkeln, um Zuschüsse kämpfen, der Jugend ein Zuhause geben und schauen, dass auch künftig die Erfolge nicht ausbleiben.

So wie in den vergangenen Wochen. Zum Kampf gegen viele Windmühlen passte nämlich auch, dass sich die Erste Mannschaft am Samstag – nach den Meisterschaften von Frauen und Reserve – in der Relegation den Klassenerhalt in der Kreisklasse durch einen 3:2-Sieg über den SV Dietersheim sicherte.

Mühlbacher lobt Magros

Es gab nicht Wenige, die es den Freisingern nicht mehr zutrauten. Wichtige Spieler fehlen seit Wochen, und am Freitag wurde vom Sportgericht des Bayerischen Fußballverbands die Funktionssperre für Trainer Dennis Magro bestätigt. Der hatte sich in den zurückliegenden Wochen ein paar Verfehlungen zu viel geleistet, durfte deshalb nicht in die Kabine und auf die Bank. Es wird interessant sein zu sehen, wie der TSV Eching, wohin Magro wechselt, damit umgehen wird, dass ein Übungsleiter drei Monate lang vom Spielbetrieb ausgeschlossen bleibt. Co-Trainer Daniel Mühlbacher und Abteilungsleiter Bernhard Gschlössl jedenfalls betreuten die Eichenfelder Elf. Doch Mühlbacher vergaß nach dem Erfolg nicht, auf die Verdienste Magros hinzuweisen. Der hätte die Mannschaft super eingestellt und auch motiviert.

Ein Punkt, der zu Beginn der Begegnung durchaus eine Rolle spielte. Während nämlich die Eichenfelder kontrolliert und elanvoll starteten, waren die Dietersheimer von der Bedeutung des Spiels sichtlich übermannt. „Wir waren viel zu nervös, sind erst nach einer halben Stunde besser ins Spiel gekommen“, sagte SVD-Abteilungschef Mario Spoljaric. Zu diesem Zeitpunkt aber führte Eichenfeld bereits durch ein frühes Tor von Tugay Öztürk aus der 6. Minute.

Ulfers mit Notbremse vom Platz

Nur eins zu null, muss man sagen: Denn in Folge boten sich den Eichenfeldern dank ihrer spielerischen Überlegenheit gleiche mehrere Chancen zu erhöhen. So konnten die Dietersheimer zur Halbzeit und nach einer Super-Möglichkeit von Stanko Cimesa, der das Leder aus gut acht Metern auf den SGE- Torwart knallte, anstatt überlegt einzuschieben, weiter hoffen, dass es nach verlorener Relegation vor einem Jahr dieses Mal noch klappen würde.

Doch auch sie hatten die Rechnung ohne die Gallier aus Freising gemacht. Die rafften sich nochmals auf, kamen erneut mit einer guten Spielidee aus der Kabine. Und sie hatten die stärkeren Offensivmänner. Asterix (Benjamin Sivic) und Obelix (Ibrahim Gürpinar) hielten die ganze SVD-Defensive auf Trab. Gürpinar, bester Kicker auf dem Feld, erhöhte nach 69 Minuten auf 3:0. Erst narrte er im Strafraum zwei Dietersheimer und schob das Leder locker ein, dann verwandelte er einen Freistoß aus knapp 20 Metern mit Leichtigkeit und Eleganz. In der Szene zuvor konnte der Ex-Garchinger Hendrik Ulfers Laufwunder Sivic nur durch eine Notbremse am Durchbruch hindern – sah dafür zurecht Rot.

SGE möchte verstärkt auf Eigengewächse bauen

Doch wer jetzt gedacht hätte, die Dietersheimer würden bei 0:3 und einem Mann weniger wegbrechen, der wurde noch einmal eines Besseren belehrt. Es entwickelte sich eine Partie mit Chancen im Minutentakt auf beiden Seiten. Dietersheim verkürzte durch ein Eigentor (72.), und kam drei Minuten vor dem Ende sogar noch zum Anschluss. Jürgen Rausch hatte eine Hereingabe von Fabian Thomas verwandelt. Eichenfeld wankte, auch weil man unglaubliche Konterchancen liegen ließ, doch das Gallische Dorf blieb stehen und erlebte eine rauschende Party bis zum Sonntagmorgen.

Jetzt stehen in Eichenfeld erst einmal Umbauten an – am Gelände genauso wie bei den Mannschaften. Trainer und mehrere Spieler gehen, doch Fußball-Chef Gschlössl und seine Gefolgsleute wollen mit Markus Ujwari, der vom Co zum eigentlichen Spielertrainer aufsteigen wird, in der Kreisklasse wieder vermehrt auf Eigengewächse bauen. Auch solche, die in den vergangenen Jahren den Club verlassen hatten, will man zu einer Rückkehr bewegen. Die Gegner in der kommenden Saison werden unter anderem der SV Vötting, der SC Freising und Vatanspor sein. Alle müssen sie raus ins Gallische Dorf.

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