Dietmar Buchta beim Ausholzen am Vereinsgelände. In der Hand hält er einen dicken Ast.
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Er ist immer da, wenn es Arbeit gibt: Dietmar Buchta stellt sich phasenweise bis zu 40 Stunden pro Woche in den Dienst der SG Eichenfeld. Sein Credo: „Ich möchte dieses Gelände hier so tipptopp herrichten, dass man die nächsten 15 bis 20 Jahre vernünftig Sport machen kann.“

Sport und Ehrenamt

SGE-Chef Dietmar Buchta: Der Pförtner von Eichenfeld

Dietmar Buchta ist bei der SG Eichenfeld nicht nur Vorsitzender, sondern „Mädchen für alles“. Ein Portrait über einen Ehrenamtler aus Leidenschaft.

Freising – „Ich bin der Pförtner von Eichenfeld“, sagt Dietmar Buchta (62). Er meint damit aber keineswegs eine seiner zahlreichen Funktionen bei der SG Eichenfeld. Der gebürtige Oberfranke spielt damit auf sein Domizil am Plantagenweg und somit auf die Schnittstelle zwischen Freising und der etwas außerhalb liegenden Eichenfeldsiedlung an. Genau da ist vor knapp 70 Jahren die Sportgemeinschaft Eichenfeld (SGE) entstanden – und genau da hat es den ehemaligen Zeitsoldaten Dietmar Buchta 1986 sportlich hingezogen. Zum Tennis, zu einer Zeit, als der Becker-Boom in vollem Gange war und der Tennis-Abteilung zu einem besonderen Stellenwert innerhalb des Clubs verhelfen sollte. Es war der Anfang einer bis heute anhaltenden Verbindung – und der Beginn einer 35-jährigen Ehrenamtstätigkeit.

Vom Abteilungsleiter zum Vereinschef

Buchta ist seit 1986 Mitglied bei der SG Eichenfeld und hat seither viele Ämter bekleidet. Er hat es vom Abteilungsleiter Tennis bis zum 1. Vorsitzenden des Gesamtvereins gebracht. Funktionär zu sein, das hat diesem Mann der Tat aber nie gereicht. Bis heute packt er mit an, wenn es etwas zu tun gibt, bis 2020 war er sogar Platzwart. Pro Woche ist Buchta mindestens 15 bis 20 Stunden damit beschäftigt, den Laden „SG Eichenfeld“ am Laufen zu halten. Nimmt man den Bürokram dazu, kommen da schon mal 40 Stunden in der Woche zusammen. Dabei ist Buchta noch halbtags berufstätig, als Hausmeister der evangelischen Kirchengemeinde in Freising.

Ohne die Familie geht es nicht

Ein solch intensives Engagement im Vereinsleben, das kommt nicht von ungefähr. Über solch einen langen Zeitraum, da muss die Ehefrau, da muss die ganze Familie dahinterstehen, sonst ist Ärger vorprogrammiert. Das weiß Buchta, das wusste er immer. Deshalb hat er seine Frau Karin (60) und die beiden Töchter Sandra (30) und Jessica (27) von Anfang an mit eingebunden. „Für meine Kinder war das der größte Spielplatz“, sagt der Vorsitzende über das Vereinsgelände und darüber, dass ihn seine Töchter oft begleitet haben, wenn er dort zu tun hatte. Auch seine Frau Karin trat in den Verein ein, auch sie spielte Tennis und teilte alsbald seine Leidenschaft für die SG Eichenfeld. Buchta ist ihr bis heute dankbar, dass sie ihm sein „Hobby“ über all die Jahrzehnte durchgehen hat lassen. Ja, ihn sogar nach Kräften dabei unterstützt hat. Mehr noch, Karin Buchta war und ist sich bis heute nicht zu schade, die Kabinen der Fußballer regelmäßig zu reinigen. Seit 20 Jahren macht sie das. „Ohne Familie, ohne Ehefrau geht das nicht“, erklärt Buchta die lange Zeit, in der er nun schon Funktionär und „Mädchen für alles“ bei der SGE ist.

Plötzlich war ein Posten vakant

Dabei gab es eine Phase, in der er sich ein wenig zurückziehen und sich mehr um Frau und Kinder kümmern wollte. Das war 1999. Gerade war er als Abteilungsleiter zurückgetreten und hatte das auf einer Mitgliederversammlung offiziell kundgetan. Aber weit gefehlt. In der Ära von Hans Eberhardt standen Wahlen beim Hauptverein an. Plötzlich war der Posten des 2. Vorsitzenden vakant. Vize des gesamten Vereins zu werden – das war natürlich verlockend für Buchta. Dumm nur, dass er seiner Frau versprochen hatte, sich künftig mehr um die Familie zu kümmern und die Vereinstätigkeit hinten anzustellen. Als er an dem Abend nach Hause kam, fragte ihn seine Frau: „Na, wie war‘s in der Hauptversammlung?“ „Ach ja, nichts Besonderes“, lautete seine Antwort. Aber Karin hatte den Braten bereits gerochen und sagte: „Ja, ich weiß ja, du willst es machen. Dann mach es halt!“

Große Errungenschaft: SGE-Chef Dietmar Buchta (l.) und 2. Vorsitzender Bernhard Gum präsentierten im Juli 2020 die Schaltzentrale der Rasenbewässerung.

Also hat er es gemacht. Von 1999 bis 2013 war er Vize-Vorsitzender der SG Eichenfeld, hat die ganzen Schwierigkeiten mit der Situation des Vereinsgeländes, das wegen einer beschränkten Zufahrt schwer zu erreichen ist, miterlebt. Er hat den Ärger mit Nachbarn und die langen Verhandlungen mit der Stadt Freising mitbekommen, hat sich Gedanken gemacht, wie man die Sache in den Griff bekommen könnte. Jetzt gibt es eine Schranke. Nur Offizielle – wie Trainer, Schiedsrichter und der Wirt – dürfen noch direkt vor die Haustür fahren. Für den Rest der Mitglieder und für das Publikum bei den Spielen hat man unterhalb auf dem Weg zur Plantage eigens einen Parkplatz ausgewiesen.

„Das funktioniert ganz gut“, sagt Buchta, der maßgeblich an den Verhandlungen und am Zustandekommen der Lösung beteiligt war. Erst recht, seit er 2013 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. „Es ist jetzt geregelt, es gibt keinen Streit mehr“, freut sich Buchta über die Entwicklung. So ganz nebenbei ist er auch noch Schatzmeister, kümmert sich folglich um die Mitgliedsbeiträge und die Finanzen.

Dietmar Buchta hat ein großes Ziel

Dass er das alles gerne tut, das sieht man dem 62-Jährigen an. „Ich habe noch Visionen“, sagt Buchta im Brustton der Überzeugung. „Ich möchte dieses Gelände hier so tipptopp herrichten, dass man die nächsten 15 bis 20 Jahre vernünftig Sport machen kann.“ Die Chancen dafür stehen gut. Im vergangenen Jahr hat man die Anlage für 196 000 Euro umgebaut und auch am Trainingsplatz eine neue Flutlichtanlage installiert. Inklusive Bewässerung und allem Drum und Dran. Aber es gibt immer noch etwas zu tun. Einem wie Buchta geht die Arbeit nicht aus. Klar, dass er mit Hand anlegt, wenn es gilt, die Bäume, deren Äste schon weit in den Fußballplatz hineinreichten, auszuholzen und das Schnittgut zu entsorgen.

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