Mit Feuereifer bei der Sache sind die D-Jugendkicker der SG Eichenfeld: Techniktraining lässt sich auch mit Abstand und in Zweiergruppen machen – dafür hat der Verein unter anderem in ein Fußballtennisnetz investiert
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Mit Feuereifer bei der Sache sind die D-Jugendkicker der SG Eichenfeld: Techniktraining lässt sich auch mit Abstand und in Zweiergruppen machen – dafür hat der Verein unter anderem in ein Fußballtennisnetz investiert

Kontaktlos in Zweiergruppen 

So funktioniert das Corona-Training der SGE Eichenfeld

  • vonRedaktion Freising
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Ein Team um Fußball-Jugendleiter Christian Greiner hat ein Corona-Konzept ausgearbeitet, das funktioniert und sich unter den schweren Bedingungen bewährt hat. 

Freising – Trainingsverbot im Amateurbereich, während es bei den Profi-Kickern munter weitergeht? Das ist und war für etliche Fußballbegeisterte eine Zumutung. Auch Christian Greiner (50) hatte daran zu knabbern. Dem Cheftrainer der D1-Junioren der SG Eichenfeld ließ das einfach keine Ruhe mehr. Aber wie nur sollte das gehen, die Fußball-Jugend trotz Corona wieder auf den Trainingsplatz zu bringen? Greiner hat sich zusammen mit anderen im Club, einem eigens eingesetzten sechsköpfigen Corona-Stab, schlau gemacht und ist auf dem Fußball-Internetportal FuPa fündig geworden. Mit Anregungen, die sich dort fanden, und einer Menge eigener Ideen ist so schließlich ein tragfähiges Modell entstanden. Es trägt den Titel „Konzept zum eingeschränkten Fußballtrainingsbetrieb bei Inzidenz über 100“. Im Grunde basiert es auf der „Ein Haushalt plus eine Person“-Regel. Will heißen: Training in bis zu neun Zweier-gruppen ist möglich. Vorausgesetzt, man trainiert unter Beachtung strenger Hygiene- und Abstandsregeln.

Neun Zweierzonen pro Fußballfeld lässt Training zu 

Wörtlich heißt es in diesem achtseitigen Konzept: „Bei einer Inzidenz größer 100 im Landkreis Freising ist geplant, in maximal neun Zweiergruppen je Fußballfeld unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 Metern im Außenbereich zu starten. Vorgesehen ist dabei ausschließlich kontaktloses Training in Form von zum Beispiel Taktik-, Technik- und Konditionstraining.“ Eine Maske braucht’s auf dem in Zonen eingeteilten Platz zwar nicht, aber Körperkontakte, also Eins-zu-Eins-Spielsituationen, sind tabu. „Kontaktlos in Zweiergruppen“ lautet die Quadratur des Kreises, die man bei der SG Eichenfeld in Sachen Fußballtrainingsbetrieb jetzt hingelegt hat.

Denn das fein säuberlich ausgeklügelte Konzept hat tatsächlich Zustimmung bei den zuständigen Behörden im Landratsamt und bei der Stadt gefunden. Der Verein steht hinter dem Ganzen. So hat Vorsitzender Dietmar Buchta das Ansinnen von Anfang an gutgeheißen. In Abteilungsleiter Ludger Reuter hat man einen Corona-Beauftragten gefunden, der sich wie der gesamte Corona-Stab für die Einhaltung der Regeln einsetzt. Zu diesen zählt unter anderem, dass zwischen zwei Trainingseinheiten verschiedener Gruppen eine Pufferzeit von mindestens 15 Minuten eingeplant ist, um ein Aufeinandertreffen der Beteiligten zu vermeiden. Außerdem gibt es klare Ausschlusskriterien: Liegen bei einem der Teilnehmer Symptome wie Husten, Fieber und Atemnot oder andere Erkältungsindizien vor, ist das Betreten der Sportanlage untersagt.

Das Gute daran: Die Jugend der SGE trainiert. Nach strikten Regeln, aber sie trainiert. In Eichenfeld oder etwa auf dem Nusser-Platz in der Luitpoldanlage. Unter erschwerten Bedingungen – aber mit der Kugel am Fuß. Die Jugendfußballerinnen und Jugendfußballer, die in Zweiergruppen über den ganzen Platz verteilt sind, sind jedenfalls mit Feuereifer bei der Sache. Es werden Hütchen umkurvt, der Ball wird über ein Netz hin- und hergespielt, es wird auf kleine und große Tore geschossen. „Alles wettbewerbsbasiert“, wie Greiner mit einem Grinsen im Gesicht verrät. Dass er stolz auf dieses Pilotprojekt ist, das das einzige derartige im Landkreis ist, daraus macht der Jugendleiter keinen Hehl. Weil es einfach Spaß mache. Ein Ziel des neuartigen Trainings sei, dass man den Abschluss suchen, den Ball ins Tor schießen oder abgeben muss. Dafür gebe es dann Punkte.

SGE investiert in Trainingsequipment

Damit alles Hand und Fuß hat, hat man Geld in die Hand genommen – und etwa in ein Fußballtennisnetz, in Freistoß-Figuren oder Netze zum Zielschießen investiert. 600 Euro sind laut Greiner dafür ausgegeben worden. Gut investierte Mittel. Denn dass die Fußball-Jugend „heiß auf das „Corona-Training ist“, das steht bei der SGE außer Frage. „Es tut gut, nach der langen Pause wieder zu trainieren“, sagt Thomas Michel (12), nach einer absolvierten Übung noch etwas außer Atem. Thomas ist Kapitän der D1, auf die Greiner große Stücke hält. Nicht umsonst sei man mit der „technisch starken Mannschaft“ ohne Punktverlust Meister in der Kreisklasse Freising Nord geworden. „Wir haben alle Spiele gewonnen und den Aufstieg in die Kreisliga geschafft“, erinnert sich Greiner an die Zeit, als man im Amateurbereich noch richtig Fußball spielen durfte. Eine Zeit, die hoffentlich bald wieder kommt und auf die Greiner und sein Team vorbereitet sein wollen. Die Voraussetzungen dafür hat der Verein geschaffen.

Dass das für alle Altersbereiche anwendbare Konzept der SG Eichenfeld Nachahmer finden wird, ist anzunehmen. Einfach so übernehmen kann man es nach Ansicht von Greiner aber nicht. Dazu sei es zu spezifisch und auf die eigenen Verhältnisse abgestimmt. Beratend zur Seite stehen und entsprechende Tipps geben, das würde die Eichenfeld-Jugendabteilung aber auf jeden Fall, erklärte der Mitinitiator des Corona-Trainingskonzepts bei der SGE.

Mittlerweile gibt es zumindest eine kleine Erleichterung für den Nachwuchsbereich: Kinder unter 14 Jahren dürfen im Freien kontaktlos in Fünfergruppen trainieren – auch bei einem Inzidenzwert jenseits von 100. Bei der SG Eichenfeld wolle man jedoch nichts verändern und am eigenen Konzept festhalten, sagt Greiner. „Weil es sich bewährt hat.“

Sportausübung an der frischen Luft im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen. .

Zutritt zum Sportgelände ab 14 Jahren nur mit FFP2- Maske (unter 14 Jahren mit Alltagsmaske). 

Das Training findet ohne Masken statt. Einhaltung des Mindestabstands zwischen zwei Personen von mindestens 1,50 Metern. Kontaktfreie Durchführung.

Keine Nutzung von Umkleidekabinen. 

Konsequente Einhaltung der Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, insbesondere bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten („Konzept der sauberen Hände“). Keine Nutzung der Nassbereiche. .

Keine Nutzung von Gesellschafts- und Gemeinschaftsräumen an den Sportstätten. 

Das Betreten der Gebäude zu dem ausschließlichen Zweck, das für die jeweilige Sportart zwingend erforderliche Sportgerät zu entnehmen oder zurückzustellen, ist zulässig. 

Keine besondere Gefährdung von vulnerablen Personen (Risikogruppen) durch die Aufnahme des Trainingsbetriebs. .

Keine Zuschauer. Eltern dürfen das Trainingsgelände nicht betreten. Das Bringen und Abholen von Kindern erfolgt ausschließlich am Ein- beziehungsweise Ausgang. 

Die Hygiene- und Abstandsregeln sind einzuhalten. Grundlage ist die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

(ALEXANDER FISCHER) 

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