Fest im Griff des Gegners: Marco Denic (r.) konnte sich nicht befreien. Die Freisinger gingen zuhause erneut unter. leh

Slapstick-Einlagen in einer löchrigen Abwehr

Freising - Freisinger bekommen zuhause keinen Fuß auf den Boden: 0:5 gegen Phönix München

Freising – Dem Offenbarungseid auf eigenem Platz folgte die kollektive Ratlosigkeit: Mannschaftsbetreuer Harry Lanzinger schüttelte fassungslos den Kopf, Trainer Thomas Zellermeyrs Miene war versteinert und die Spieler des SE Freising 2 schlichen wie geprügelte Hunde vom Feld. Denn das, was sie bei der desaströsen 0:5- Klatsche gegen Phönix München soeben geboten hatten, glich nahezu einer Bankrotterklärung und hatte mit Bezirksliga- Fußball überhaupt nichts zu tun. Was die Wende zum Besseren hätte werden sollen, wurde für Zellermeyr zum Tiefpunkt seiner noch jungen Trainerlaufbahn. „Seid ich hier bin, habe ich die Mannschaft noch nie so schlecht gesehen“, gab er kleinlaut zu. Doch im Gegensatz zum Schleißheim-Spiel, wo er einige Akteure ungeniert in die Pfanne haute, stellte er sich diesmal schützend vor das gesamte Team und meinte, dass es solche Spiele „halt mal gebe“. „Heute erwischten alle einen rabenschwarzen Tag“, ergänzte er.

Vermutlich hätte am Samstag die von ihm angekündigte Saisonpremiere von Alex Kutschera auch nicht viel gebracht. Der BOL- Trainer sagte, als hätte er es geahnt, am Morgen ab, stattdessen rückte Martin Linz in die Anfangself. Dem in die erste Mannschaft beförderten Michael Eder – er fehlte hinten an allen Ecken und Enden - konnte der 18-Jährige freilich nicht gleichwertig ersetzen, was allerdings nicht nur an ihm lag. Die 50 Augenzeugen auf der Tribüne erkannten jedenfalls schnell die über das nüchternde Zahlenwerk hinaus weisende Wahrheit. Nämlich, dass die keineswegs übermächtigen Gäste ein ums andere Male kräftige Schützenhilfe von der löchrigen Abwehr des SEF erhielten. Denn: Nach der kalten Dusche nach drei Minuten durch Besart Paqarizi und der postwendenden Ausgleichsmöglichkeit durch Andreas Kronthaler, der einen Freistoß ans Lattenkreuz setzte, nahm nach einer halben Stunde das Unheil seinen Lauf. Beim 0:2 hatte Arben Plana alle Zeit der Welt, den Ball mit der Brust annehmen zu können und mit einem trockenen Schuss zu vollenden, beim 0:3 profitierte Dominik Horvat von einem Missverständnis zwischen Sebastian Hohmann und Michael Loder, der die harmlose Kopfballrückgabe des Youngsters durch die Beine gleiten ließ. Unverständlich, warum der Keeper nicht das gebräuchliche Wort „Leo“ verwendete. Zu allem Überfluss beförderte zwei Minuten später Marko Denic das Leder nach einem Freistoß selbst ins eigene Netz. Nach dem Wechsel, speziell nach dem 0:5, bei dem Torhüter Loder erneut danebengriff und wiederum Horvat der Nutznießer war, sah es gar nach einer Demütigung für den Neuling aus, doch rissen sich die Platzherren noch einmal zusammen und hätten das Ergebnis bis zum Ende noch etwas erträglicher gestalten können. Doch passend zu diesem Tag, scheiterten Haas, Zellermeyr und Ertlmeier in aussichtsreicher Position. wj

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