Die SpVgg Kammerberg kann insgesamt mit ihrer Saison zufrieden sein.
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Die SpVgg Kammerberg kann insgesamt mit ihrer Saison zufrieden sein.

Bezirksligist im Stand-by-Modus 

SpVgg Kammerberg: Auf- und Abstieg sind kein Thema mehr

  • vonMoritz Stalter
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Die SpVgg Kammerberg steht im Niemandsland der Bezirksliga. Nach einer überragenden Hinrunde verpassten es die Kammerberger nach dem ersten Lockdown auf Touren zu kommen.

Kammerberg – Das Ende der längsten Winterpause der Fußballgeschichte ist noch nicht abzusehen, dennoch laufen bei den Fußballvereinen die Vorbereitungen auf den neuerlichen Re-Start der Saison 2019/2020/2021 auf Hochtouren. Wir wollen wissen, wie sich die Situation bei den höherklassigen Vereinen aus der Region Dachau momentan darstellt, diesmal beschäftigen wir uns mit dem Fußball-Bezirksligisten SpVgg Kammerberg. 

SpVgg Kammerberg: Es geht weder nach oben nach unten was

Die SpVgg Kammerberg steht momentan in der Tabelle der Bezirksliga Nord auf Platz sechs. Trainer Matthias Koston ist zufrieden mit seiner ersten Saison bei der Spielvereinigung; ob dieser sechste Platz einmal in seiner Karrierestatistik auftauchen wird, ist unklar. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man spielt die Saison irgendwie fertig oder sie wird abgebrochen. Beides ist denkbar.“ Den Kammerbergern kann es egal sein, sie werden nicht mehr in die Auf- oder Abstiegsentscheidung eingreifen. 

Nach dem ersten Viertel der Saison hatte es so ausgesehen, als könnten die Kammerberger sogar die Favoriten angreifen. Vier Siege in Folge und eine gute Reaktion auf die erste Niederlage – eine Top-Bilanz. „Der Start war überragend. Wir haben sehr gut Fußball gespielt“, blickt Koston zurück. Zur Saisonhälfte lag die Spielvereinigung punktgleich mit dem Aufstiegsrelegationsplatz auf Rang drei. „Die Wintervorbereitung war sensationell. Der Fitnesszustand und die Art, wie wir gespielt haben, war herausragend“, so der 30-Jährige. 

Matthias Koston: Wir haben nach dem Lockdown zu wenig Läufe gemacht

Doch dann kam Corona, die Pandemie durchkreuzte die Pläne des Teams von der Dachauer Landkreisgrenze. „Nach dem Re-Start waren wir nicht mehr so gut“, bestätigt Koston. Seine Analyse fällt schonungslos aus: „In der Vorbereitung nicht mehr Läufe gemacht zu haben, war ein Fehler. Das kreide ich mir an. Im Vergleich zum Vorbereitungsspiel gegen Rohrbach im März waren wir in den Ligaspielen drei Klassen schlechter.“ Vier Punkte aus vier Spielen, darunter ein hart umkämpfter Sieg gegen den Tabellenvorletzten Finsing und eine 0:1-Niederlage im „Schlüsselspiel“ gegen Sulzemoos. 

„Der Tiefpunkt war das Spiel in Sulzemoos“, sagte Koston. „Hätten wir da gewonnen, hätten den Blick nach oben richten können“, so der Trainer. Seine Mannschaft brachte aber nichts auf die Kette und kassierte eine 0:1-Pleite. „Das Spiel in Sulzemoos haben wir dermaßen in den Sand gesetzt, die zweite Halbzeit war unsere schlechteste, die wir in dieser Saison gespielt haben“, sagt der Trainer.

SpVgg Kammerberg: Streit-Brüder verlassen den Klub im Sommer

So können die Kammerberger entspannt abwarten, ob – und falls ja – wann es weiter geht. Ein Aufreger: Der Abgang der Streit-Brüder Kevin und Robin nach der Saison. Für sie geht es in die A-Klasse zum TSV Schiltberg. Dort werden sie Spielertrainer (wir berichteten). Auf dem Platz wird die Spielvereinigung einen Ersatz für Robin finden müssen. Der Stürmer ist mit 20 Toren in 22 Einsätzen der beste Torschütze der laufenden Saison. Die Spielvereinigung steuert auf das zweitbeste Resultat der Vereinsgeschichte zu. Nur einmal waren die Kammerberger seit ihrem Aufstieg im Jahr 2014 besser: Unter Kostons Vorgänger Manuel Haupt schrammten sie in der Saison 2017/2018 als Dritter knapp an der Aufstiegsrelegation vorbei. Und die Einstellung dieses Resultats schien möglich. Doch Koston ist ehrgeizig, er möchte seine Mannschaft besser machen – und auch sich selbst weiterentwickeln. 

(Moritz Stalter)

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