Alex Plabst wird nur noch bis Saisonende Ende Mai die Anweisungen beim Bezirksoberligisten BC Attaching geben.

BCA sucht einen Trainer aus der Region

Freising - Diese Nachricht war ein Paukenschlag: Noch-Bezirksoberligist BC Attaching und Trainer Alex Plabst trennen sich zum Saisonende. Jetzt ist der Verein auf der Suche nach einem neuen Trainer.

„Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen.“, bekennen Spartenchef Branko Osmokrovic und der Sportliche Leiter Nils Haack unisono.

Gleich im ersten Jahr gelang Plabst der Traumstart. Der sensationelle Aufstieg krönte eine starke Saison. „Wir haben dem Alex viel zu verdanken“, weiß Osmokrovic und auch Haack findet lobende Worte: „Mit einem solchen Fachmann habe ich noch nicht zusammengearbeitet.“ Doch schon in der Vorbereitung auf die BOL-Saison folgte der Bruch im Aufwärtstrend. Plabsts düstere Prognosen zum Auftakt sollten sich bewahrheiten. Der BCA tat sich sehr schwer in der neuen Liga. Dass das Unternehmen BOL schon zur Winterpause beendet scheint, trifft den ambitionierten Klub hart. „Wir haben beide ein hervorragendes Verhältnis zu Alex, aber müssen im Interesse des Vereins denken.“ Die aktuelle Situation verlange eine Kehrtwende in der Strategie. Nach dem beinahe sicheren Abstieg zurück in die Bezirksliga steht ein gewaltiger Schnitt bevor. Zusätzlich zu den drei bereits feststehenden Abgängen zur Winterpause rechnet Osmokrovic mit bis zu acht weiteren zum Sommer. Dem BCA droht der Aderlass. „Wir werden etliche Spieler holen müssen.“, weiß Haack und liefert damit auch einen Mitgrund für die ungewöhnliche Trainerentscheidung. Das Motto lautet nun: „back to the roots“: Man geht einen Schritt zurück, um zwei vorwärts zu kommen. Osmokrovic und Haack planen die Umstrukturierung des Kaders. Sie versuchen Spieler aus dem Landkreis anzuheuern, sich auf die regionale Basis zurückzuziehen.

Außerdem hofft man, dass sich regional verwurzelte Akteure längerfristig im Klub halten lassen. „Wir suchen einen Trainer, der aus der Region kommt und vielleicht den einen oder anderen Spieler mitbringen kann. Einen, der die Fußballer aus der Umgebung kennt.“, verdeutlicht Osmokrovic den Kurswechsel. „Mit so einem Coach wollen wir den Neuanfang starten.“ Drei bezirksliga-erfahrene Kandidaten aus dem Landkreis hat der BCA bereits ins Auge gefasst; eine Entscheidung soll spätestens bis zur Vorbereitung fallen.

Der Dachauer Plabst entspricht nicht dem Profil eines Trainers mit regionalem Kontaktnetz. „Außerdem wollen wir, wenn überhaupt, einen kompletten Neuanfang.“, so Osmokrovic. Dies seien die Hauptgründe für die Trennung gewesen.

Im Gegensatz zur Vereinsführung ist Plabst die Entscheidung leicht gefallen. „Ich habe mich in den zwei Jahren weiterentwickelt. Ich brauche mich nicht zu verstecken - bei allen Trainerstationen habe ich die Vereine besser postiert oder zumindest gleich gut hinterlassen.“

Für die Zukunft plant der hauptberufliche Sozialversicherungsfachangestellte sich wieder vermehrt dem Scouting im bezahlten Fußball zu widmen, das er für einen befreundeten Spielerberater betreibt. Auch wenn der vorzeitig feststehende Abgang des Trainers ein gewisses Einstellungs-Risiko bei den Spielern bergen könnte, machen sich Vereinsführung und Plabst keine Sorgen: „Die Mannschaft hat so viel Charakter und bringt diese elf Spiele jetzt noch anständig über die Runde.“

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