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Das waren drei ganz wichtige Punkte: Die Fußballer des SVA Palzing – hier Martin Redl (M.) in Aktion – besiegten Mitte Oktober den FC Finsing mit 2:0 und hielten damit den Abstand zum rettenden Ufer in Grenzen.

Fußball

SVA Palzing: Von Nervosität keine Spur

  • vonMoritz Stalter
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Die Fußballer des SVA Palzing stecken in der Bezirksliga im Abstiegskampf. Von Nervosität ist aber keine Spur – Coach Sepp Summerer vertraut auf seinen Kader.

Palzing – Im Mai 2019 sicherte sich der SVA Palzing die Meisterschaft in der Kreisliga. Nach 26 Jahren kehrte der Verein in die Bezirksliga zurück – als Außenseiter, aber egal, denn die Vorfreude war riesengroß. Das Ziel lautete, auch ein Jahr später in dieser Klasse an den Start zu gehen. Das ist Palzing gelungen – jedoch auf eine Art und Weise, mit der niemand rechnen konnte. Corona machte aus der Saison 2019/20 die Spielzeit 2019/21.

Der SVA steht seit dem ersten Spieltag im hinteren Tabellendrittel – aktuell auf Abstiegsrelegationsplatz 13. Der Vorsprung auf die direkten Abstiegsränge beträgt nur einen Punkt, der Rückstand auf den sicheren Klassenerhalt jedoch vier Zähler. Nervös wird in Palzing aber keiner – und das liegt auch an Trainer Sepp Summerer. Im FT-Interview blickt der 65-Jährige auf das Fußballjahr 2020 zurück.

Herr Summerer, fünf Pflichtspiele in einem Jahr sind sehr wenig. Wie sehen Sie das Jahr 2020?

Es ist eine sehr schwierige Saison. Und es ist komisch, zwei Winterpausen zu haben.

Gab es einen besonderen Moment im abgelaufenen Jahr? Einen, der hängen geblieben ist?

Wir sind ins Trainingslager nach Kroatien gefahren, um uns auf die Rückrunde vorzubereiten. Es waren auch andere Mannschaften dort. Doch plötzlich kam Panik auf: Manche hatten Angst, dass wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen die Grenzen geschlossen werden. Wir haben das Trainingslager dann abgebrochen. Als wir zu Hause angekommen sind, herrschte hier Stillstand.

Der Wintervorbereitung hatten Sie einen hohen Stellenwert eingeräumt.

Unsere Vorbereitung im Sommer 2019 war nicht optimal. Die Pause nach dem Aufstieg war kurz, wir hatten viele Verletzte. Auch deshalb haben wir zu Beginn dieser Saison Spiele verloren, in denen wir eigentlich auf Augenhöhe waren. In der Schlussphase hat uns häufig die Konzentration gefehlt. Deshalb war der Winter sehr wichtig.

Summerer: Das war für ihn ein bleibender Moment

Ab Mai war Fußball wieder erlaubt – zunächst jedoch ohne Körperkontakt. Viele Teams nutzten das Angebot nicht, der SVA Palzing schon. Warum?

Ob mit oder ohne Kontakt, war erst einmal egal. Ich habe gemerkt, wie die Jungs sich gefreut haben, sich wiederzusehen. Sich persönlich ins Gesicht schauen zu können, ist schon etwas anderes, als das nur digital zu können. Das war auch für mich ein bleibender Moment.

Mitte September hatte Ihr Team dann sein erstes Pflichtspiel im Jahr 2020.

Es war eine lange Vorbereitung. Der Re-Start hat sich ja immer wieder verzögert. Wir haben uns sieben, acht Wochen sehr gut vorbereitet.

Das ist lang. Sie sind seit mehreren Jahrzehnten im Geschäft. War Ihre Erfahrung ein Vorteil?

Nein, diese Vorbereitung war auch für mich neu. So eine lange Pause hast du ja normalerweise nicht.

Haben Sie irgendetwas an der Belastungssteuerung geändert?

Wir haben uns fünf Wochen intensiv vorbereitet und sind dann in den normalen Rhythmus übergegangen. Das heißt, wir haben nur noch zweimal pro Woche trainiert und nur noch am Wochenende gespielt. Und wir haben versucht, die Testspiele wie echte Punktspiele anzugehen.

„Wir haben individuelle Fehler gemacht. Das war ein Dämpfer.“

Wie optimistisch waren Sie vor dem Re-Start?

Wir hatten gute Ergebnisse wie den 2:1-Sieg gegen den TSV Eching. Es war zwar nur ein Vorbereitungsspiel, aber wir haben gesehen, dass wir mithalten können. Vor dem ersten Spiel waren wir zuversichtlich.

Beim FC Alte Haide gab es dann aber ein 0:2 – und das gegen einen direkten Konkurrenten.

Es war eines der schwächeren Spiele, wir haben individuelle Fehler gemacht. Das war ein Dämpfer.

Danach wurden die Ergebnisse besser.

Gegen Türk Ingolstadt und Finsing haben wir gewonnen. Diese Partien mussten wir gewinnen, das waren Pflichtsiege. Dazwischen gab es die Niederlage in Dornach. Die Leistung hat gestimmt, trotzdem haben wir verloren.

Trainer Sepp Summerer: „Wir können auch sehr starken Mannschaften Paroli bieten.“

Im einzigen Ligapokalspiel unterlag Ihre Mannschaft der SpVgg Kammerberg. Dann wurde die Saison erneut unterbrochen.

Das Ligaspiel gegen den VfB Eichstätt II hätten wir noch gerne mitgenommen. Wir hätten versucht, mit einem positiven Ergebnis in die Winterpause zu gehen.

So stehen sechs Punkte aus vier Ligaspielen im Jahr 2020 in der Bilanz. Wie lautet Ihr Fazit?

Wir waren körperlich voll da – und auch im spielerischen Bereich haben wir uns klar gesteigert. Im Defensivverhalten müssen wir uns allerdings verbessern.

Wie schätzen Sie nach 23 von 30 Spielen das Niveau der Bezirksliga Nord ein?

Die Bezirksliga Nord ist schon stark. Es gibt viele gute Mannschaften und gute Einzelspieler. Viele Akteure haben schon höherklassig gekickt, das ist in der Kreisliga eher nicht der Fall. Zudem haben die Teams keine Schwachstellen.

Im Ligapokal geht‘s in der ersten K.O.-Runde gegen den FC Aschheim

Wann startet der SVA in die Vorbereitung?

Der Ligapokal soll am 7. März beginnen, wir spielen daheim gegen den FC Aschheim. Wir wollen, wenn es möglich ist, Anfang Februar in die Vorbereitung starten.

Sollte der SVA ausscheiden, hätte Ihr Team bis Anfang April keine Pflichtspiele. Das wäre die nächste lange Vorbereitung.

Stimmt. Es ist schwierig zu planen, aber wir haben ja keine Wahl. Wenn wir im Pokal in der ersten K.O.-Runde ausscheiden, hätten wir bis zum Ligastart gegen Eichstätt am 3. April vier weitere Wochen Vorbereitung. Wir müssten kurzfristig Gegner organisieren. Und wir müssten wieder so in die Partien gehen, als wären es Pflichtspiele.

Gibt es bei Sepp Summerer Trainingspläne für die trainingsfreie Zeit?

Nein. In den vergangenen Jahren gab es aber vor dem Vorbereitungsstart einen Lauftreff. Wir haben uns immer samstags getroffen, es war nett. Wir müssen aber abwarten, ob wir das diesmal auch machen können. Bis Ende Januar ist ja erstmal Stillstand.

Holt der Verein neue Spieler, um im Kampf um den Klassenerhalt breiter aufgestellt zu sein?

Da ist nichts geplant. Wir werden mit dem gleichen Kader in die letzten Spiele gehen – wir vertrauen den Spielern.

Spielt Palzing auch in der nächsten Saison in der Bezirksliga?

Alles ist möglich. Wir können auch sehr starken Mannschaften Paroli bieten, das haben wir gesehen. Es wird schwer, ist aber machbar.

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