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Doppelt verteidigt hält besser: (v. l.) Mats Hummels und Alexander Lungwitz stören im Finale des Telekom Cups erfolgreich die Kreise von Gladbachs Patrick Herrmann. Ex-Zebra-Junior Lungwitz feierte ein gelungenes Debüt in der Profi-Mannschaft des FC Bayern München – und er hat in dieser Saison noch einiges vor. 

Der nächste Schritt zum Profifußball

Telekom Cup in Düsseldorf: Echinger Lungwitz debütiert bei den großen Bayern

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Es ist der nächste Schritt in Richtung Profifußball: Der frühere Echinger Jugendspieler Alexander Lungwitz spielte beim Telekom Cup Seite an Seite mit Mats Hummels und Co.

Düsseldorf/Günzenhausen – Was war das für ein Wochenende für Alexander Lungwitz: Erst erzielte der 18-jährige A- Juniorenfußballer des FC Bayern München am Samstag – untypisch für einen Linksverteidiger – beide Tore bei der 2:5-Testspielniederlage seiner U19 gegen die U21 des englischen Zweitligisten FC Brentford. Und nur wenige Stunden später saß er zusammen mit der Profi-Mannschaft im Flieger gen Düsseldorf. Lungwitz war überraschend für die Partien am Sonntag beim Telekom Cup nominiert worden. Das Halbfinale gegen Fortuna Düsseldorf und den 8:7-Erfolg im Elfmeterschießen erlebte er von der Bank aus. Im Endspiel gegen Mönchengladbach debütierte er in der Startelf – und hielt am Ende den Pott in Händen. „Es ist ein überragendes und unbeschreibliches Gefühl“, jubelte Lungwitz nach seinem ersten Einsatz im Profi-Team des FC Bayern. „Das ist es, worauf jeder Jugendspieler die ganze Zeit hinarbeitet. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen.“

Dieses Spiel, diese 45 Minuten im Testkick gegen Gladbach sind ohne jeden Zweifel der vorläufige Höhepunkt in der Karriere des 18 Jahre alten Günzenhauseners. Mit ungefähr viereinhalb Jahren, blickt Lungwitz zurück, nahm alles in der Jugend des TSV Eching seinen Anfang. Dort durchlief er bis zur U13 alle Nachwuchsteams der Zebras, ehe es ihn für ein Jahr zum SE Freising verschlug. Seit der U14 spielt er nun beim großen FC Bayern. Er hat es zum Jugendnationalspieler geschafft, streifte für die U17 und die U19 das Trikot mit dem Bundesadler über. 2017 feierte der Günzenhausener dann seinen ersten großen Titel – die Deutsche Meisterschaft mit den B-Junioren des FC Bayern. „Dieser Titel ist aktuell wieder mein großes Ziel“, berichtet Lungwitz. Heuer natürlich mit der U19, die derzeit auf dem dritten Platz der Bundesliga Süd/Südwest liegt und noch alle Chancen hat. 14 Mal kam Lungwitz in dieser Runde bis dato zum Einsatz – dabei glänzte der 18-Jährige sogar zweimal als Torvorlagengeber.

„Nach dieser Saison würde ich gerne einen Profi-Vertrag unterschreiben“

Das langfristige Ziel ist freilich ein anderes: „Es ist mein letztes Jahr in der A-Jugend, nach dieser Saison würde ich gerne einen Profi-Vertrag unterschreiben“, sagt Lungwitz. „Es wäre echt super, wenn es bei den Bayern klappen würde – ich habe aber keine Ahnung, ob sie mir einen Vertrag anbieten werden.“

Das ist natürlich noch Zukunftsmusik. Jetzt zählen erst einmal die ganzen Eindrücke, die er am Sonntag gesammelt hat. „Es ging alles so schnell“, erzählt Lungwitz. „Nach dem Spiel gegen Brentford habe ich ziemlich kurzfristig von der Nominierung erfahren.“ Also ging’s schnell nach Hause, Sachen zusammenpacken – und dann nichts wie ab zum Flughafen, wo er mit der Mannschaft zusammentraf. „Es war vielleicht zwei, drei Stunden später – da kommt man nicht groß zum Nachdenken.“

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Und dann war es tatsächlich soweit: Lungwitz stand im Finale auf dem Rasen – in einer Reihe mit vielen Bayern-Größen wie James Rodriguez und Thiago. „Es war ein tolles Gefühl. Die vielen Zuschauer, die Stimmung – einfach einzigartig.“ Lungwitz bildete mit Rafinha, Jerome Boateng und Mats Hummels die Viererabwehrkette. Auf seiner linken Seite hatte es der 18-jährige A-Junior mit den Gladbachern Patrick Herrmann, Ibrahima Traore sowie später mit Josip Drmic zu tun – und der Günzenhausener machte seine Sache gut. „Es war natürlich der eine oder andere Fehler dabei“, erzählt Lungwitz. „Aber fürs erste Spiel war’s doch gar nicht schlecht.“ Hummels habe ihn auch gut in die Partie eingeführt. „Das hat es mir natürlich gleich viel einfacher gemacht“, sagt Lungwitz. Er selbst war mit seinem Auftritt einverstanden – „und hinterher habe ich für meine Leistung viel positives Feedback bekommen“. Etwa von Sportdirektor Hasan Salihamidzic. „Sie waren alle sehr zufrieden mit mir.“

„In Düsseldorf war ich relativ gechillt“

Glücklich war Lungwitz natürlich, dass seine Bayern am Ende auch gegen Gladbach im Elfmeterschießen mit 4:2 die Nase vorne hatten. Er selbst musste aber keinen schießen. „Die jungen Spieler wurden weiter hinten eingeteilt“, sagt er. Hätte er dennoch antreten müssen, dann wäre er bereit gewesen. „Ich habe früher eigentlich ungern Elfmeter geschossen“, erzählt der 18-Jährige. „Doch in Düsseldorf war ich relativ gechillt, ich hatte keine Angst davor.“

So oder so. Alexander Lungwitz wird durch sein Debüt bei den Profis nicht abheben. „Ich möchte mich weiterentwickeln, mit der A-Juniorenmannschaft alles geben und dann den Sprung in den Herrenbereich schaffen.“ Er wisse nicht, ob er nun auch eine Option für den Rückrundenauftakt am Freitag in Hoffenheim sein könnte. Eines ist allerdings sicher: „Dieser Einsatz in Düsseldorf war so etwas wie eine Hinführung, der erste Schritt auf dem Weg zum Profibereich.“ Der zweite darf gerne folgen.

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