Thalhammer sorgt für die Wende

- Freising - Abschreiben sollte man den SE Freising nie vorzeitig, auch in dieser Saison nicht und in keinem Spiel. Dass die Mannschaft innerlich gefestigt ist, konnte sie gestern Abend unter Beweis stellen. Nach drei Niederlagen in Folge zog sich die Elf selbst aus dem Sumpf und feierte mit dem 2:1 gegen den FC Augsburg 2 den ersten Heimsieg in dieser Landesliga-Spielzeit. Nach der Einwechslung von Michael Thalhammer drehten die Domstädter innerhalb von zwei Minuten die Partie.

Trainer Günther Leipold vertraute seiner 4-3-3-1-Taktik, mit der man am vergangenen Dienstag eine bittere Niederlage in Kottern hinnehmen musste. Den Ein-Mann-Sturm verkörperte Michael Klier, Michael Thalhammer musste vorerst auf der Bank Platz nehmen, was sich später noch auszahlen sollte. Anfangs allerdings sahen sich die Platzherren einer variantenreich auftretenden Gäste-Elf gegenüber. Vor allen Dingen die Offensivkräfte der Schwaben machten gehörig Dampf und zwangen ihre Gegenspieler stets zu größter Vorsicht - und zu Fehlern. Den ersten leistete sich schon nach acht Minuten Michael Schmid.

Der Innenverteidiger fuhr einem Augsburger von hinten in die Beine, und das auch noch im Strafraum. Ein Elfmeter in der Anfangsphase - irgendwie hatten die Freisinger schon früh ihr Deja-vu-Erlebnis. Auch in den vorher gegangenen Spielen brachte man sich meist durch individuelle Fehler aus dem Konzept. Angelo Vaccaro verwandelte sicher, und so mussten die Gelbhemden neuerlich einem Rückstand hinterherlaufen.

Verhindern können hätte dies Michael Klier. Der stand nur vier Minuten später nach einer Hereingabe von Daniel Betzinger mutterseelenallein vor dem Augburger Torwart, doch anstatt sich eine Ecke auszusuchen, trat er den Ball über das Tor. Bis zum Halbzeitpfiff hatten die Gäste dann die besseren Szenen, und der SEF hatte es einzig Andi Sczudlek zu verdanken, dass man nur mit einem 0:1 in die Kabine ging. So rettete der Keeper in letzter Not gegen den auf ihn zulaufenden Mariusz Suszko bravourös.

Im zweiten Abschnitt wurde Sczudlek zum wichtigen Rückhalt seiner Mannschaft. Doch bevor er sich etliche Male auszeichnen konnte, hatte ein anderer Akteur die Wende eingeleitet. Leipold brachte in der 54. Minute Michael Thalhammer für Kurt Zimmermann. Vier weitere Umdrehungen auf der Stadionuhr führte der SEF bereits 2:1, und die Augsburger wussten nicht, was ihnen eigentlich widerfahren war.

Deren Keeper Patrik Lehner konnte einen wuchtigen Kopfball von Betzinger per Reflex parieren, den Abpraller brachte Thalhammer unter Kontrolle und dann lag er am Boden. Der Schiedsrichter aus Regensburg ahndete den Rempler von hinten als Foul und gab Strafstoß, den Andreas Gerauer mit ein wenig Glück zum Ausgleich verwandelte. In der nächsten Szene trat der immer stärker werdende Andreas Ertlmeier eine Ecke stramm nach innen und Thalhammer köpfte den Ball ins kurze Eck - 2:1 für den SEF.

Dann war der FCA wieder am Drücker. Mit Glück (ein Latten-Kopfball), Geschick und einem sehr starken Sczudlek überstanden die Platzherren die Powerplay-Phase der Augsburger und retteten sich über die Zeit.

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