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Tobias Sigl (Mitte) am Ball für den FC Ampertal Unterbruck II. 

Torjäger Tobias Sigl vom FC Ampertal Unterbruck II im Interview

„Nach dem Sechs-Punkte-Abzug steckten wir tief im Schlamassel“

Tobias Sigl ist mit elf Toren der führende Torjäger der A-Klasse 6. Im Abstiegskampf ist der Unterbrucker ein verlässlicher Rückhalt für den FC Ampertal Unterbruck II. 

Auf dem Rasen ist Stürmer Tobias Sigl in dieser Saison der Garant für Tore beim FC Ampertal Unterbruck II. Nach dem Abstiegskampf in der letzten Saison sorgt der agile Angreifer mit seinen Toren für eine vergleichsweise ruhigere Runde mit der Zweiten des FC Ampertal Unterbruck. Mit 16 Punkten und fünf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz stehen die Unterbrucker auf Rang neun der Tabelle. Das Team um Trainer Patrick Schnatmann hat im Gegensatz zur letzten Saison die tabellarische Situation selbst in der Hand. Warum es diese Saison für den Flügelstürmer besser läuft und wie er den Abstiegskrimi und die Rettung am letzten Spieltag der vergangenen Saison erlebt hat, erklärt Tobias Sigl im Vorort-Interview.

Tobias, du hast bereits elf Tore nach 14 Spielen in dieser Saison erzielt. Verrate uns dein Erfolgsgeheimnis. 

Ich spiele nicht anders als letzte Saison. Meine Spielweise ist gleich geblieben. Dennoch habe ich in dieser Saison den Durchbruch geschafft. Wir sind heuer mutiger in der Offensive und mittlerweile eingespielt. Auf den beiden Flügeln sind wir verdammt schnell unterwegs. Deshalb kann ich meine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zeigen. 

Warum klappt es bei euch in der Defensive nicht so gut wie in der Offensive? In dieser Saison hagelte es bereits 33 Gegentore. 

Gute Frage. Das liegt sicherlich am Alter der Spieler. Wir haben eine junge Truppe. Es fehlt noch die Erfahrung. Ein gutes Beispiel dafür war die 3:4 Niederlage gegen Tabellenführer SV Dietersheim. Im Hinspiel haben wir noch eine 2:0 Führung aus der Hand gegeben. Diese Niederlage war unnötig.

Wo würde die Mannschaft ohne dich und deine Tore stehen?

Das kann ich nicht genau sagen. Aber Fakt ist, dass die Mannschaft wichtiger ist als ein einzelner Spieler.

Warum orientiert sich Unterbruck II trotz deiner Tore in der Tabelle nach unten? 

Nun ja, zunächst einmal war es unser primäres Ziel, die Klasse zu halten. Nur das zählt. Aber um weiter oben mitzuspielen, reichen meine Tore nicht. Wenn wir noch kompakter in der Defensive stehen, werden in Zukunft die Tore, die wir vorne schießen, auch mal für mehr als Platz neun reichen.

Wie fühlt es sich an, um den Klassenerhalt zu spielen. Bangt und bibbert die Mannschaft vor den Spielen?  Immerhin habt ihr im Fernduell erst am letzten Spieltag der vergangenen Saison die Klasse gehalten.

Ja, es ist schon so, dass man in solchen Phasen nicht ruhig schläft. Ich erinnere mich noch an den Abstiegskampf der letzten Saison. Wir lagen vor dem letzten Spieltag zwei Punkte hinter dem rettenden Ufer zurück. Halbergmoos III stand auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. Wir mussten am letzten Spieltag gegen Hörlkofen gewinnen und auf eine Niederlage der Halbergmooser gegen Eichenkofen hoffen. sonst wären wir weg gewesen. Es stand fest: nur eine von beiden Mannschaften würde im direkten Fernduell am letzten Spieltag die Klasse halten. Wir wurden in dieser Spielzeit bereits mit einem Sechs-Punkte-Abzug bestraft, weil wir unerlaubt Spieler aus der ersten Mannschaft eingesetzt haben. Wir steckten mitten im Schlamassel. Wir hatten am letzten Spieltag einen Mannschaftsbetreuer zum Spiel nach Hallbergmoos geschickt, damit er uns telefonisch immer auf dem neuesten Stand halten konnte. Sobald was in Hallbergmoos passierte, rief er unseren Trainer an. Bevor ich bei unserem eigenen Spiel in der 60.Minute eingewechselt wurde, bekam ich noch die Durchsagen mit. Hallbergmoos lag bereits zurück, als ich rein kam. Wir gewannen 2:0 gegen den Tabellenletzten und waren damit gerettet. Bereits Wochen vorher mussten wir schon gegen die Spitzenteams spielen und hatten Glück. Nach diesem Erlebnis wollen wir eine solche Saison nicht wiederholen.

Diese Saison sieht es für eure Zielsetzung bislang gut aus. Wird das auch so weiter gehen, solltest du den Verein verlassen? 

Es gibt derzeit keinen Grund für mich, den Verein zu verlassen. Ich bin glücklich hier und konzentriere mich auf unsere Spiele. Ich spiele mit meinen Freunden, mit denen ich in der Jugend zusammen gespielt habe und vor zwei Jahren aufgestiegen bin. Das ist das Einzige, was für mich wichtig ist.

Wie gestaltet ihr die lange Winterpause? 

Unser Trainer Patrick Schnatmann hat Laufgruppen erstellt. Wir befinden uns in der Vorbereitung schon auf einem guten Weg. An der Fitness wird es uns in der Rückrunde nicht mangeln. Abseits vom Fußballplatz spiele ich zudem noch Basketball und Volleyball. Bei diesen Sportarten kann ich gut abschalten.

Wer ist dein fußballerisches Vorbild? 

Ganz klar: Cristiano Ronaldo. Trotz seines Alters hat er den Sprung zu Juventus Turin gewagt und ruft konstant seine Leistung ab. Er ist immer noch ein Weltklasse-Spieler. 

Solltest du am Ende der Saison Torschützenkönig werden, was wirst du dann mit den 15 Kästen ERDINGER Weißbier machen? 

Ich würde erst mal in Ruhe mit den Jungs abschalten. Mit der ersten, zweiten und dritten Mannschaft würde es eine große Feier geben.

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