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Ein halbes Jahrhundert lang die allerbesten Freunde waren Gerhard „Harde“ Eggerdinger (l.) und Peter Bröckl. Vor allem das gemeinsame Interesse am Fußballsport – beide spielten einige Jahre bei der damaligen Spielvereinigung von 1920 – schweißte sie zusammen. Aber auch Eggerdingers Faible fürs Eishockey konnte Bröckl teilen.

Ehemaliger Keeper der SpVgg Moosburg

Trauer um Gerhard Eggerdinger: Gesellig, hilfsbereit – einfach ein Pfundskerl

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„Der Harde war einfach ein Pfundskerl und ein grundehrlicher Typ“, sagt Peter Bröckl. 50 Jahre waren sie die besten Freunde und haben gemeinsam so manche Schlacht geschlagen.

Moosburg – Nun bleiben nur noch die Erinnerungen, denn am Freitag vergangener Woche schloss Gerhard Eggerdinger nach langer, schwerer Krankheit im 64. Lebensjahr für immer seine Augen. Zurück bleiben in großer Trauer seine Frau Evi, sein Sohn Bernhard mit Frau Verena Hölzl und die beiden Enkel Lukas (9) und Eva (5), die sein ganzer Stolz waren.

„Der Fußball war unser gemeinsames Hobby, er hat uns zusammengeschweißt“, sagt Bröckl. Als er im Alter von 14 Jahren nach Moosburg kam, war der Harde sein Nachbar. Irgendwann habe er ihn überredet, zum Fußballtraining zur Spielvereinigung Moosburg (von 1970 bis zur Saison 1991/92 Fußballabteilung der SGM) mitzukommen, wo Eggerdinger bereits drei Jahre lang in der „Schüler“, wie es damals hieß, gekickt hat.

Die meiste Zeit fungierte der Harde, wie ihm alle nannten, als Torwart. Aber wenn er gebraucht wurde, lief er auch als Feldspieler auf. Dass er als Keeper meist hinter Martin Herzer, der einige Zeit auch beim TSV 1860 München unter Vertrag war, nur als Nummer zwei zwischen den Pfosten stand, war für Eggerdinger nie ein Problem. Zumal er, wenn es darauf ankam, zu überzeugen wusste, wie Bröckl in einer Anekdote verrät: Einmal habe man in Karlsfeld gespielt. Die anderen seien schon in die Kabine vorausgegangen und hatten seine Tasche mitgenommen. Als der Harde, schon immer etwas beleibt, locker am Kassier vorbeiging, wollte ihm dieser partout nicht glauben, dass er Torwart sei. Nach dem Spiel habe er sich dann allerdings entschuldigt, weil Eggerdinger ihn mit fantastischen Paraden eines Besseren belehrt hatte.

Die beiden Freunde waren unter Trainer Sepp Held und Jugendleiter Horst Siegmund auch in jener SpVgg-Jugend, die den Aufstieg in die Bezirksgruppe Oberbayern – heute vergleichbar mit der Bayernliga – schaffte und in der Saison 1969/70 damit zu den 14 stärksten Teams Oberbayerns gehörte. Im Herrenbereich fristete man 16 Jahre lang ein Dasein in der A-Klasse, bis man unter Coach Helmut Meier aus Landshut diese erstmals nach der Saison 1976/77 verlassen konnte. Die Berg- und Talfahrt hielt aber an – und nach einigen Trainerwechseln klappte unter der Leitung von Karl „Charly“ Bichlmeier 1978/79 erneut der Sprung in die Bezirksliga.

Aber auch als Schüler- und Jugendtrainer brachte sich Eggerdinger, der ein bekennender Fan von Schalke 04 war, viele Jahre bei der SpVgg ein. Nur einmal verließ er diese für zwei Jahre, als er Bröckl folgte, der seine neue fußballerische Heimat beim FC Real Bonau fand. So hatte er etwa Simon Mißlinger (zuletzt Bezirksliga beim FC Moosburg) als auch Sohn Bernhard unter seinen Fittichen.

Als sich Letzterer – ebenfalls Keeper – für das Eishockey-Tor beim EV Moosburg entschied, unterstützte Eggerdinger vornehmlich diesen Verein. Er engagierte sich im Nachwuchsbereich in allen möglichen Funktionen – vom Jugendleiter bis hin zum Technischen Spielleiter der Junioren. Neben Sohn Bernhard (inzwischen Torwarttrainer und nur noch Ersatzgoalie bei der Ersten) hat er auch seinen Enkelkindern immer gerne zugeschaut, die bei den Klein- und Kleinstschülern des EVM spielen. Und dann war Eggerdinger als langjähriger Eismeister unverzichtbarer Experte und Helfer beim Eismachen – gerade im alten, offenen Stadion eine Wissenschaft für sich. Für die EVM-Akteure, aber auch für die Fans war er eines der Gesichter des Moosburger Eishockeys, hat gefühlt sein halbes Leben im Eisstadion verbracht.

Was bleibt, sind viele Erinnerungen an einen hilfsbereiten, geselligen und stets verschmitzt lächelnden Menschen. Und wie sagt Peter Bröckl dankbar: „So einen Freund hab’ ich nur einmal im Leben gehabt.“

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