Noch einmal konzentrieren: Sepp Summerer schwört seine Mannen auf das Elfmeterschießen gegen den FC Gundelfingen ein. Es sollte das letzte Spiel des TSV Eching in der Bayernliga sein – bis heute.
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Noch einmal konzentrieren: Sepp Summerer schwört seine Mannen auf das Elfmeterschießen gegen den FC Gundelfingen ein. Es sollte das letzte Spiel des TSV Eching in der Bayernliga sein – bis heute.

Nach drei Jahren

Bayernliga-Abstieg des TSV Eching 1993: Drama in mehreren Akten

  • vonArthur Viol
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Nach  drei Jahren in der Bayernliga musste der TSV Eching nach einem Drama 1993 wieder absteigen. Ein Rückblick auf die 2:3-Niederlage gegen den FC Gundelfingen.

Eching – Sepp Summerer war vier Jahre lang Trainer beim TSV Eching, es waren die erfolgreichsten des Vereins. Schon in seiner Debütsaison 1989/90 gelang ihm die Meisterschaft in der Landesliga und der damit verbundene Aufstieg in die Bayernliga. Es folgten drei turbulente Spielzeiten mit fast wöchentlichen Höhepunkten. Die Gegner hießen damals 1860, Unterhaching, Bayern Amateure, Bayreuth, Augsburg, Regensburg, Fürth. 

TSV Eching: Mehrere Entscheidungsspiele im dritten Bayernliga-Jahr

Der fünfte Platz in der Endabrechnung 1991 war eine Sensation, die Echinger hatten viele große Namen hinter sich gelassen, nur die Löwen, Unterhaching, Weiden und die FCB-Amateure standen vor ihnen. Partien der Echinger wurden in TV und Radio übertragen. Doch dann folgte Ungemach von außen. Der Schock ging quer durch die Gemeinde, als sich Christian Radlmaier, mit 20 Treffern Torschützenkönig der Bayernliga, und Eigengewächs Michael Witzl nicht an ihre Zusagen hielten und zum FC Augsburg wechselten, nachdem ihnen fünfstellige Summen aufgetischt wurden. Summerer war stocksauer, Eching wurde in der nächsten Saison Zehnter.

Im dritten Bayernliga-Jahr wurde es zunehmend schwieriger, jetzt standen der TSV und sein Trainer im Abstiegskampf. Am Ende gab es mehrere Entscheidungsspiele, allerdings ohne gutes Ende.

Ansprüche nach drei erfolgreichen Jahren gestiegen

Summerer gab schon frühzeitig seinen Wechsel in der neuen Saison zur SpVgg Landshut bekannt. Diverse Strömungen aus dem Umfeld nagten an ihm, auf einmal wurde kritisiert. Auch die Unterstützung der Anhängerschaft ließ zu wünschen übrig. Mit den Erfolgen der letzten drei Jahre waren die Ansprüche gestiegen – ein Dilemma.

Am letzten Spieltag gab es beim VfL Frohnlach eine 0:3-Schlappe. Die Echinger mussten in ein Entscheidungsspiel um Platz 14. Gegner: der VfL Frohnlach, und Summerer unkte: „Noch mal lassen wir uns nicht so vorführen“. Er sollte Recht behalten, seine Elf gewann in Erlangen vor 1000 Zuschauern durch Tore von Hans-Peter Grünwald und einem verwandelten Elfmeter von Nico Sbordone 2:0. Frohnlach musste runter, Eching war damit für die Relegation qualifiziert. Es zog sich in die Länge. Zwei Wochen hatte man Zeit bis zur nächsten Partie. Spieler mussten ihren Urlaub stornieren, Summerer genehmigte sich einen Kurz-Tripp nach Kreta und coachte in Schwandorf gegen den Landesliga-Vizemeister Bayern Hof eine gut erholte, eigene Mannschaft. Die zog sich nach einem 1:2-Rückstand schnell aus dem Sumpf, gewann noch 4:2 (Tore: Matthias Göbel 2, Stefan Reich, Jürgen Graßl).

12. Juni 1993: Showdown gegen FC Gundelfingen in Aindling

Es folgte der 12. Juni, Gegner im letzten Spiel von Sepp Summerer war der FC Gundelfingen. Deren Fans tauchten das Rund in Aindling in grün und weiß. 4500 Besucher waren da, sie erlebten ein Drama – ohne Happy-End für den TSV Eching. Das Spiel war geprägt von Nervosität auf beiden Seiten. Gundelfingen war in den zwei Jahren davor jeweils in der Relegation gescheitert. Bei Eching fehlte ausgerechnet Hasi Grünwald – der Torjäger, der Radlmaier gut ersetzt hatte, war verletzt. Und so hatten die Zebras ihre Stärken in diesem Spiel fast ausnahmslos hinten und nur eine einzige Chance in den 90 Minuten: Ein Kopfball nach einer Ecke strich nur um Zentimeter vorbei. 

Alles gegeben: Uwe Samer (m.) und Jürgen Grassl (r.) stören einen Gundelfinger.

Letztlich war man im TSV-Lager froh, sich ins Elfmeterschießen gerettet zu haben, der Gegner war stärker gewesen. Jetzt wurde wieder alles auf Null gestellt, und Elfer hatte man im Training geprobt. Nur: Man sah nichts davon. Die Schützen versagten teilweise kläglich, die Nerven lagen offensichtlich blank. Nur Matthias Göbel und Markus Lehmann trafen, Stefan Reich, Thomas Stöger und Domenico Sbordone vergaben, den Schwaben reichten drei Treffer bei fünf Versuchen. Es war ein trauriges Bild, als die Echinger gekrümmt und teilweise in Tränen auf dem Rasen lagen. Summerer hätte in diesem Augenblick wohl jeder einen besseren Abschied gewünscht. Sein Nachfolger wurde Willi Bierofka, der die Echinger fünf Jahre vorher als Bezirksliga-Meister in die Landesliga geführt hatte.

Dreimal vergeben: Selbst der sonst so sichere Stefan Reich patzte beim Elfmeterschießen.

(Arthur Viol)

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