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TSV Moosburg-Rückkehrer Gerlsbeck: „Mir sind die Basis-Fähigkeiten wichtig - kein Schnickschnack“

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Engagement bis zum Saisonende: Wacko Gerlsbeck ist wieder auf Rettungsmission beim TSV Moosburg.
Engagement bis zum Saisonende: Wacko Gerlsbeck ist wieder auf Rettungsmission beim TSV Moosburg. © Privat

Sebastian Gerlsbeck soll den TSV Moosburg vor dem Kreisliga-Abstieg bewahren. Der Trainer war vor dem Duell gegen Mitabstiegskonkurrent TSV Au zu Gast im Interview.

Moosburg – In der Kreisliga gab es in der Vorrunde bereits einen Trainerwechsel. Der glücklose Emrah Kirkulak schmiss nach dem 8. Spieltag beim TSV Moosburg hin. In der Woche drauf wurde er für ein Spiel von Uwe Paulik, dem Trainer der Zweiten, vertreten und dann durch Sebastian „Wacko“ Gerlsbeck ersetzt. Aus Sicht von TSV-Sportleiter Manfred Hofmann die ideale „interne“ Lösung, denn Gerlsbeck war bereits bis 2016 sechs Jahre Trainer beim Tabellenletzten gewesen. Damals gelang in der Spielzeit 13/14 unter seiner Führung der Aufstieg in die Kreisliga. Wir haben mit dem Bank-Rückkehrer gesprochen.

Nach vier Spielen unter Ihrer Regie hat der TSV Moosburg doppelt so viele Punkte gesammelt wie unter Ihrem Vorgänger. Zufrieden?

Sebastian Gerlsbeck: Nein, natürlich nicht. Ich hätte schon gerne ein Spiel gewonnen. Aber das ist schwierig, weil kein Selbstvertrauen da ist und die Mannschaft noch nicht dran glaubt, dass sie auch Spiele gewinnen kann. Aber wir können in dieser Liga definitiv gewinnen. Das sieht man daran, wie wir in den letzten Partien gegen Wartenberg oder Kirchasch gespielt haben. Wir sind von Woche zu Woche besser geworden, kriegen nicht mehr so viele Gegentore und jetzt müssen wir uns einfach dafür belohnen.

Da wäre doch das Kellerduell am Sonntag gegen den Tabellenvorletzten aus Au ideal?

Eigentlich wäre es an der Zeit, aber das wird der TSV Au auch so sehen. Die stehen drei Punkte hinter dem Relegationsplatz und haben die Einstellung, da müssen wir beim TSV Moosburg gewinnen und haben dann Anschluss nach oben. Au wird also nicht zu uns kommen und sagen, jetzt verlieren wir als erstes Team gegen Moosburg. So leicht werden die es uns nicht machen.

Sie wollen mit Moosburg auch die Klasse halten, wie soll das klappen?

In den drei Spielen bis zur Winterpause müssen definitiv noch ein paar Punkte her. Dann wären wir vom Relegationsplatz gar nicht so weit weg und es sind noch alle Chancen da. Nach dem 16. Spieltag sprechen wir dann in Ruhe mit allen Spielern und werden entscheiden, ob wir an der ein oder anderen Stelle noch Verstärkung brauchen.

Welche Art von Trainer hat der TSV mit Ihnen bekommen?

Meine Philosophie ist, dass ich, wenn es irgendwie geht, ganz einfachen Fußball spielen lasse. Deshalb war ich auch großer Fan des Spielers Pep Guardiola. Der hat in seinen 15 Jahren als Profi keine zehn Fehlpässe gemacht. Und wenn du selbst keine Fehlpässe machst, kriegt der Gegner keinen Ball und muss hinterherlaufen. Dabei macht er irgendwann einen Fehler und du schießt ein Tor. Mir sind die Basis-Fähigkeiten wichtig, also Passen, Stoppen, Laufen, Anbieten – kein Schnickschnack.

Wacko Gerlsbeck befand sich bereits im Trainer-Ruhestand. Was hat dazu geführt, dass Sie wieder auf der Bank sitzen?

Das mach ich nur für den TSV Moosburg. Denn es wäre einfach schade, wenn all das, was dort in den letzten zehn Jahren entstanden ist, wieder zusammenbrechen würde. Und da möchte ich einfach helfen. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass die Situation bei meinem ersten TSV-Engagement 2010 sehr ähnlich war. Damals waren wir Letzter in der Kreisklasse und haben ohne Relegation noch den direkten Ligaverbleib geschafft und sind ein paar Jahre danach sogar aufgestiegen.

Heißt das, der TSV-Trainer könnte noch länger Gerlsbeck heißen?

Nein, ich mach es definitiv nur bis Saisonende. Bis dahin helfe ich dem Verein bei der Suche nach einem Nachfolger und hoffe, dass ich zusammen mit den Verantwortlichen einen guten Trainer finde, der zum TSV passt.

Interview: Sepp Fuchs

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