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Antreiber: Nikolaos Mangasaros leitet den nächsten Angriff ein. Trotz hoher Dominanz reichte es für die Hallberger gegen Karlsfeld nur zu einem 3:3. 

VfB Hallbergmoos  

Vom Glück des Gegners genervt

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Hallbergmoos – Es gibt noch diese Fußballspiele, in denen der Schlusspfiff eine Strafe für den Fan ist. Neutrale Beobachter traf der Schlusspfiff nach dem 3:3 (1:1) des VfB Hallbergmoos gegen Eintracht Karlsfeld richtig hart, besonders bitter war alles für den Heimverein. Der VfB spielte den Tabellenführer an die Wand und konnte sich selbst am Ende nicht so recht erklären, warum man nicht gewonnen hatte.

Nach zuletzt drei schwächeren Spielen und zwei Niederlagen am Stück zeigten die Hallbergmooser eine erstklassige Reaktion. Gefühlt ging den Karlsfeldern alles zu schnell, dazu passte auch das frühe 1:0 von Tobias Krause, dem schnellsten Sprinter auf dem Feld. Wenn er anzog, ging immer wieder ein Raunen über die Haupttribüne. Schon die erste Halbzeit endete für die Hallbergmooser tragisch. Nach Ballgewinnen schalteten sie sensationell schnell um auf Angriff und stürzten Karlsfeld von einer Verlegenheit in die andere. Selbst über ein 3:0 oder 4:0 zur Pause hätte sich kein Karlsfelder beschweren können. Der Gast hielt erst mit viel Glück den knappen Rückstand, und macht dann aus dem Nichts den Ausgleich. Dieses 1:1 gab den Karlsfeldern die Erkenntnis, dass man als Tabellenführer mit einem Lauf auch die unmöglichsten Spiele gewinnen.

So ging Karlsfeld im offenen Schlagabtausch auf ICE-Tempo dann auch tatsächlich in Führung. Nun drohte dem VfB trotz einer Klasseleistung die dritte Niederlage in Serie. Psychologisch war das der Extremtest. Und den bestanden die Hallbergmooser mit Bravour. Erst markierte Fabian Diranko in der 52. Minute den Ausgleich, elf Minuten später erzwang Daniel Bauer mitten in einem Sturmlauf die neuerliche Führung. Kurz nach dem 3:2 hatte der VfB noch eine unfassbare Chance, bei der drei Schüsse hintereinander nicht das Ziel fanden, niemand wusste so genau, warum das 4:2 ausblieb. Was sich rächen sollte. Karlsfeld machte das 1:1 reloaded und konterte eiskalt zum 3:3 (78.).

In den letzten zwölf Minuten warf Hallbergmoos alles nach vorne und drängte auf das Siegtor, als wäre dieses Fußballfest der letzte Spieltag der Saison. Fünf Minuten vor dem Ende jubelte auch schon die halbe Tribüne, als Malcom Olwa Luta freistehend aus fünf Metern eine Hereingabe am kurzen Pfosten vorbei schob.

Es war ein bezeichnender Schlusspunkt. Die Karlsfelder standen kopfschüttelnd da und diskutierten auf dem Weg in die Kabine, wie es möglich war, mit einem Punkt im Gepäck nach Hause zu fahren. Hallbergmoos’ Trainer Gedi Sugzda konnte mit Komplimenten für eine Superleistung nichts anfangen: „Über solche Spiele freut man sich in der E-Jugend und vielleicht noch in der D-Jugend. Aber wir spielen für Ergebnisse.“ Seinem Team gab er dann aber doch das Kompliment mit, „dass diese Truppe kicken kann. Das haben wir gezeigt.“ Und final bestätigte sich die Weisheit, dass Tabellenführern, dass bei einem guten Lauf die unmöglichsten Dinge gelingen: „Die haben eigentlich keine Chance und machen eben trotzdem ihre Tore“, so Sugzda sichtlich genervt.

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