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Der Kapitän als Chefeinpeitscher: Marcel Radlmaier schoss die Palzinger am Freitagabend mit zwei Toren zum Sieg und stimmte anschließend die Meistergesänge an.

Fußball

Meistergesänge und nachdenkliche Worte: So feierten die Palzinger ihre Meisterschaft

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Es ist vollbracht. Die Fußballer des SVA Palzing haben am Freitagabend mit einem 2:0-Erfolg gegen Langengeisling die Meisterschaft in der Kreisliga unter Dach und Fach gebracht. Doch als alle schon feierten und auf diesen großen Erfolg anstießen, hielt ein Mann kurz inne: Trainer Sepp Summerer. Er sei, erinnerte der 63-Jährige, unter anderem auch deshalb zurück nach Palzing gekommen, weil sein bester Spezl damals gestorben war. „Es war eine Motivation für mich – jeden Tag habe ich daran gedacht –, das hier für ihn zu schaffen.“

Palzing – Nicht ganz vier Jahre ist es her, dass der Ampertal-Verein in seinem Innersten erschüttert wurde. Trainer Christian Radlmaier, den alle nur „Gricko“ nannten, kam Mitte August bei einem schrecklichen Unfall ums Leben. Der SVA spielte die Saison irgendwie zu Ende, an Fußball war oft nur schwer zu denken. Im Jahr darauf übernahm Coach Summerer das Ruder bei den Grün-Weißen – und startete eine Erfolgsstory, die heuer, im Mai 2019, um ein einzigartiges Kapitel weitergeschrieben wurde.

In seiner ersten Spielzeit, das war 2016/17, führte der 63-Jährige, der im Landkreis und darüber hinaus längst eine Trainerlegende ist, die Palzinger auf Position vier. Man merkte: Das passt zwischen Summerer und den Palzinger Kickern. In der vergangenen Runde erlebte der SVA dann einen Knick und kam nur auf Rang neun – auch, „weil wir viele Ausfälle hatten“, blickt Summerer zurück. Abwehrchef Maximilian Schnurrer etwa spielte kaum, auch Marcel Radlmaier, Grickos Sohn und Kopf der Mannschaft, fehlte immer wieder. „Heuer aber hatte ich quasi immer die gesamte Mannschaft um mich herum“, resümierte der Trainer am Freitagabend mitten im Freudentaumel über den Kreisliga-Titel. Das ist jedoch nur einer der Gründe für den Palzinger Erfolg.

Szenen des kollektiven Freudentaumels: Die Palzinger Kicker warfen ihren Meistertrainer Sepp Summerer in die Höhe.

„Ich hatte viele gute Stationen“, blickt Sepp Summerer zurück in seine Vita als Fußballtrainer. Er sei in Landshut, Freising und Eching gewesen. Er habe in der Landes- und Bayernliga gecoacht, überall habe er ganz tolle Momente gehabt, keine Frage. Beim SE Freising etwa genießt der 63-Jährige immer noch hohes Ansehen. „Das hier ist jedoch etwas Besonderes“, schwärmt der Palzinger Coach.

Zum einen ist die Ampertal-Gemeinde Summerers (sportliches) Zuhause. „Jetzt die Meisterschaft und den Aufstieg mit dieser Mannschaft in der Heimat zu feiern, das kann man nur schwer übertreffen“. Zum anderen – und das trifft vielleicht den Kern der Geschichte: Wer die Palzinger Burschen am Freitagabend nach dem Schlusspfiff beobachtet hat, der hat gesehen, dass da etwas zusammengewachsen ist, ein Kollektiv, das seinesgleichen sucht. „Wir haben ein überragendes Mannschaftsgefüge“, betont Summerer.

Außerdem hatte die Truppe einen Wahnsinnslauf: Die Palzinger mussten in dieser Saison bis dato erst eine Niederlage und zwei Remis hinnehmen. Mehr noch: Mitte November startete das Team eine mittlerweile neun Spiele andauernde Siegesserie – „das war schon auch ausschlaggebend“, freut sich der Trainer. Eine Serie, gegen die sämtliche Gegner zuletzt ohne Fortune angerannt waren.

Den Erfolg des Teams stellen auch die einzelnen Spieler in den Fokus: „Wir haben keinen Stinkstiefel in unserer Mannschaft“, erklärt Torwart Manfred Bullok, der die mit Abstand wenigsten Gegentore in der Kreisliga 2 kassiert hat. „Das macht schon viel aus.“ Auch Marcel Radlmaier, der Kapitän der Meistermannschaft und Doppel-Torschütze vom Freitag, ist voll des Lobes für die Mitspieler: „Sogar im Training war immer jeder da“, so Radlmaier. „Da ist bei uns richtig was zusammengewachsen.“ Er betont ebenfalls, wie wichtig es gewesen sei, auf eine vollständige Mannschaft zurückgreifen zu können, vor allem defensiv. „Wir wussten immer, dass hinten nichts anbrennen kann.“

Abgebrannt haben die Palzinger Verantwortlichen am Freitagabend noch ein kleines Feuerwerk für ihre Aufstiegshelden. Für einen kurzen Moment wurde es ganz ruhig im Palzinger Rund. Und einer dürfte vielleicht auch zugesehen haben, hoch droben im Fußballhimmel.

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