Elfmeter verschenkt, Sieg vergeigt: Reiner Wille allein zu wenig

- Der SC Oberweikertshofen muss sich in Pasing mit 1:1 begnügen

VON HANS KÜRZL Oberweikertshofen - Acht Minuten vor Schluss hielt es Carsten Teschke für besser nicht mehr mitzuspielen. Drei Minuten später wollte der Oberweikertshofener Spielertrainer sogar nicht einmal mehr so recht mit ansehen, was seine Schützlinge bei der TSG Pasing ablieferten. Aus heiterem Himmel hatten sie beim Stand von 1:1 die dicke Chance eines Elfmeters erhalten. Doch der Ball wollte partout nicht so wie Matthias Dill es eigentlich vorgesehen hatte: Statt knapp drin zu landen, flog er knapp vorbei. Das Ziel war verpasst und der Sieg dazu.

So war die Trainingsjacke das einzig erwärmende, was Teschke an diesem Sonntag Nachmittag spürte. Er murmelte etwas von "typisch Abstiegskampf". Dann fügte er noch hinzu, dass es typisch sei, wie der SC Oberweikertshofen seine Punkte in dieser Saison verschenke. "Der Wille war da, nur der Kopf war leer." Sprach`s, hüllte sich noch fester in seine Trainingsjacke und verschwand in der Kabine.

Einen Sieg im ersten Spiel der Rückrunde hatte er gefordert, um endlich aus dem Tabellenkeller herauszukommen. Und über eine Halbzeit lang schien es so, als sollten sie trotz glanzloser Vorstellung zumindest diese Vorgabe erfüllen.

Denn die Gäste legten einen Start hin, den man durchaus "nach Maß" bezeichnen konnte. Die Kombinationen ließen sich recht flott an, und bereits in der achten Minute sahen sich Teschke und Co. belohnt. Nach einem Freistoß fand das Leder den Kopf von Stefan Strohmayer und von dort den Weg ins Ziel. Doch dann war`s Schluss mit dem Fußballfeuer. Zwar beherrschte der SCO Spiel und Gegner, doch fehlte den Kombinationen die letzte Konsequenz.

Da sich die Pasinger meist von einer recht harmlosen Seite zeigten, schien dennoch keine allzu große Gefahr zu drohen. Der erfahrene Fuchs und Fußballchef Michael Weindl ahnte allerdings Ungemach. "Wir müssen nachlegen, sonst fangen wir uns noch was ein." Nach Ablauf einer Stunde sollte er recht behalten. Mit ihrer dritten Chance überhaupt kamen die Gastgeber zum Ausgleich und fühlten sich danach für einige Minuten förmlich verpflichtet, sich diesen Treffer nachträglich zu verdienen.

Dieses Strohfeuer löschten die Oberweikertshofener Spieler zwar relativ gut und schnell, doch allzu viel Dampf brachten sie ihrerseits auch nicht mehr ins Spiel. Nur noch Schiri Henrik Kellinghaus machte die Schlussminuten farbig. Andreas Klausnitzer und Pasings Andreas Ullmann mussten beim gelb-roten Kartenspiel mitmachen. Und die Attacke von TSG-Schlussmann Thomas Wittmann gegen Knabenbauer, die zum Elfmeter führte, hätte durchaus mehr als nur "gelbe" Konsequenzen nach sich ziehen können.

"Aufwachen", hatte sich Michael Weindl mehrmals während der Partie genötigt gefühlt, in das Geschehen hineinzurufen. Es schien fast so, als meinte er, dies müsse auch für den ganzen Rest der noch langen Saison gelten.

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