Cengiz Yildiz ist Sportdirektor und wohl bald auch Trainer beim FC Anadolu.
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Cengiz Yildiz ist Sportdirektor und wohl bald auch Trainer beim FC Anadolu.

Ex-Brucker wirbelt durch die Transferbörse

Als Sportdirektor verpflichtet Cengiz Yildiz fast eine komplett neue Elf

  • vonDieter Metzler
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Er war Fußballer und Trainer. Jetzt macht er als Sportdirektor vom FC Anadolu den Transfermarkt unsicher.

Fürstenfeldbruck – Im Landkreis hatte sich Cengiz Yildiz über drei Jahrzehnte als Fußballer und Trainer einen Namen gemacht. Seit November wagte sich der 46-jährige im IT-Bereich selbstständige Unternehmer auf ein völlig neues Terrain: Der in der Kreisstadt lebende Yildiz nahm ein Angebot als Sportdirektor beim in Pasing beheimateten FC Anadolu München an. Seitdem hat er bereits acht Spieler neu verpflichtet, zwei davon von Landkreisvereinen weggelotst.

Nach einer über zwei Jahren dauernden, selbst auferlegten sportlichen Pause habe ihn ein Neustart gereizt. „Da kam das Angebot von Anadolu gerade recht“, sagt Yildiz, dessen Fußball-Wiege beim Brucker TSV West stand. Dort durchlief er von den U11- bis U19-Junioren die gesamten Altersklassen beim SC Fürstenfeldbruck. 

Er war beim SC Fürstenfeldbruck, dem FC Emmering und Türk Gücü München

Stationen im Männerbereich waren Türk Gücü München, erneut der SCF und zweimal der FC Emmering, wo Yildiz nach einer Sprunggelenkverletzung seine aktive Laufbahn beendete. Es folgten zehn Jahre als Nachwuchstrainer beim SCF.

In der Zeit erwarb er auch die DFB-Elite-Trainerlizenz. 2017 war die im Umfeld des Vereins immer stärker werdende Unruhe auch im Jugendbereich angekommen. „Wir als Trainer haben immer versucht, das von den Mannschaften fern zu halten“, erinnert sich Yildiz. Doch die Arbeit sei immer schwieriger, die Fluktuation zu groß geworden. „Wenn man sich im Verein um alles kümmern muss, dann braucht man zu jedem Training drei bis vier Stunden. Und das dreimal in der Woche und dazu noch ein Spiel. Das war einfach zu zeitaufwendig.“

Acht Neuzugänge in der Winterpause

Als Sportdirektor hat Yildiz mittlerweile allein in der Winterpause acht Neuzugänge zum FC Anadolu gelotst, um die auf einem der Abstiegsplätze rangierende, in Konkurrenz zum SC Oberweikertshofen und SC Unterpfaffenhofen stehende Bezirksliga-Elf noch zu retten. Darunter Chafi Gobitaka vom Landesligisten SC Olching und Djamal Halfa Toga (SC Fürstenfeldbruck). Hinzu kommen noch Elly Benzell (SVN München), Gianluca Simari (TSV Sauerlach), Fahrettin Izci (SC Baldham), Yannick Poyda (FC Ismaning), Sadiq Baba Kyari (FC Deisenhofen), und Rachid Teouri (TSV Gilching). Die Verhandlungen mit einem neunten Winter-Zugang laufen noch. Transferschluss ist am 31. Januar.

Doch der FC Anadolu steht noch ohne Trainer da, nachdem der Vertrag mit Andi Koch in der Winterpause ausgelaufen ist. Mehrere Kandidaten waren im Gespräch, keiner passte. Nun zeichnet sich ab, dass Yildiz neben seinem Sportdirektor-Geschäft wohl zum Trainingsauftakt am kommenden Montag in voller Sportlermontur auf dem Platz stehen wird. Der Multifunktionär, der vorhat, dem Verein klare Strukturen zu verpassen („Es reden einfach zu viele mit“), hat sich selbst eine Probezeit bis April auferlegt.

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