Zweikämpfe sind noch tabu: Wie hier bei einer Trainingsübung im April 2019 sieht es auch aktuell auf dem Emmeringer Fußballplatz aus. Abstand halten, lautet die oberste Regel.
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Zweikämpfe sind noch tabu: Wie hier bei einer Trainingsübung im April 2019 sieht es auch aktuell auf dem Emmeringer Fußballplatz aus. Abstand halten, lautet die oberste Regel.

Unter 14-Jährige kehren ins Training zurück

FC Emmering: „Einige werden wir an Netflix und Co. verlieren“

  • vonHans Kürzl
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Beim FC Emmering kehren die unter 14-Jährigen in den Trainingsbetrieb zurück. Jugendleiter Zimmerer sieht Netflix und Co. mittlerweile als großen Gegner.

Emmering – Endlich wieder kicken und Freunde treffen. Zumindest für Fußballer bis 14 Jahren ist das wieder möglich. „Es ist ein erster Schritt.“ Emmerings Jugendleiter Tommy Zimmerer ist froh, dass es überhaupt losgeht – auch wenn die Einschränkungen richtigen Fußball noch nicht zulassen. Denn was geht, ist Dribbeln, Passen, Sprinten und Schusstraining. „Aber nichts, was irgendwie mit Kontakt zu tun hat“, betont Zimmerer. Der Spaß am Kicken sei da doch noch etwas eingeschränkt, so der Jugendleiter.

Zimmerer: „Das Wichtigste ist: Wieder mal rauskommen“

Doch Zimmerer bedauert vor allem einen anderen Umstand. „Viele haben ältere Geschwisterkinder, die wegen der Corona-Regeln noch nicht zum Fußball dürfen.“ Das empfinde der eine oder andere als ungerecht, so Zimmerer. „Denn das Wichtigste ist: Wieder mal rauskommen. Freunde im Verein treffen.“ Das bleibt den älteren Kickern aber noch verwehrt. Sie müssen erst einmal bis zum 22. März warten, und darauf hoffen, dass bis dahin die Inzidenzzahlen nicht die 100er-Marke überschreiten. Erst dann können auch sie mit Doppelpass und Volleyschuss loslegen.

Aber auch dafür drängt die Zeit. Wie lange die Motivation der Kicker noch hält, vermag Zimmerer nicht zu sagen. Einen Mitgliederschwund konnte er bisher nicht feststellen. Doch das könne sich noch ändern, so der Jugendleiter. Der Schulstress und der vielerorts nachzuholende Lernstoff könnten dafür sorgen, die Prioritäten bei einigen Kindern anders zu setzen. Der Sport stünde dann erstmal hinten an.

Zimmerer:  „Es hat sich doch eine gewisse Lockdown-Müdigkeit breitgemacht“

Zimmerer hat aber noch einen weiteren, eher smarten Gegner ausgemacht: „Einige werden wir an Netflix und Co. verlieren.“ Mancher habe sich vielleicht zu sehr ans „Training“ mit der Fernbedienung oder dem Smartphone gewöhnt. Nicht nur deshalb ist Zimmerer froh, dass es jetzt zumindest teilweise zurück auf den Platz geht. „Es hat sich doch eine gewisse Lockdown-Müdigkeit breitgemacht.“ Während der ersten Schließung im Frühjahr 2020 habe man die Begeisterung an den Challenges hochhalten können. Nun, beim zweiten Lockdown, sei die Beteiligung doch überschaubar gewesen. Da empfinde man Trainingsbetrieb durchaus als Abwechslung – die Gemeinschaft als Lockmittel weg von Couch und Bildschirm. Doch das Trainingserlebnis wird nach Zimmerers Meinung wohl noch eine ganze Weile ausreichen müssen. „Das mit dem Spielbetrieb steht erst einmal noch weit in den Sternen.“

Zimmerer glaubt, dass Corona-Mutanten, Unvernunft oder übermäßiges Ausnutzen von Lockerungen die Zahlen wieder in die Höhe heben wird. Dabei gibt es bei Emmerings Jugendleiter über die Wirksamkeit dieses Mittels keine zwei Meinungen: „Wenn ich mich an die Regeln halte, dann trage ich viel zur Sicherheit bei.“ Das werde auch auf Emmerings Fußballplätzen beachtet.

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