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Hygienisch einwandfrei bereiten (v.l.) FCL-Vorsitzender Michael Bals, Trainer Christoph Schindler und Abteilungsleiter Max Bals das Fußball-Training vor.

Gelassen durch aufgeregte Zeiten

Der FC Landsberied lässt sich von Corona nicht aus der Ruhe bringen

  • vonHans Kürzl
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Unaufgeregt beobachtet man beim FC Landsberied die Entwicklungen und Entscheidungen rund um die Corona-Krise.

Landsberied – „Wenn man solide arbeitet, wird man nicht so leicht überrascht“, nennt der Vorsitzende Michael Bals den Grund für die relative Gelassenheit, die man bei dem seit 96 Jahren bestehenden Verein an den Tag legt.

Angepackt hat man in Landsberied schon immer. Vor allem wenn es darum ging, etwas für die Gemeinschaft in dem Ort zu bewegen, der 1963 sogar einmal zum schönsten Dorf Deutschlands gewählt worden war. Und so war auch der FCL mit von der Partie, als zum Beispiel vor 15 Jahren der Dorfwirt errichtet wurde. Der Ort, der nur ein paar Schritte vom Fußballplatz entfernt ist. Der Ort, wo die Kicker der ersten Mannschaft seit ein paar Jahren in gepflegter Regelmäßigkeit Aufstiege feiern und Abstiege herunterspielen.

Das Etikett der Fahrstuhlmannschaft nervt den Klub

„Das mit der Fahrstuhlmannschaft nervt“, hat Fußballabteilungsleiter Max Bals einmal bei einer Saisonvorschau gesagt. Ein Etikett, das die Landsberieder geärgert, aber immer wieder auch eine positive Trotzreaktion hervorgerufen hat. So wie in der Vorsaison, die die Rückkehr in die Kreisklasse brachte. Dort landete der FCL aber schnell wieder in bekannten Gefilden. Wenn die aktuelle Saison am 1. September wieder fortgesetzt wird, startet die erste Mannschaft von einem Abstiegsplatz aus.

Trotzdem hält man den Kopf hoch. Kein Drama aus solchen Situationen zu machen, hat sich bewährt. So nimmt man es positiv auf, dass die Stockschützen wieder raus dürfen und die Fußballer zumindest zum Training antreten können. Die Turner allerdings blieben als Hallensportler erst einmal außen vor.

Nicht nur die Fußballer freuen sich, endlich wieder ihrem Sport nachgehen zu können. Auch die Stockschützen dürfen wieder auf ihre Bahnen zurück, wenn auch nur auf zwei davon, um die Abstände einhalten zu können.

Die Absage der geselligen Events schmerzt

Die coronabedingten Absagen oder Verschiebungen hat der Kopf selbstverständlich mitgetragen. Vom Herz her bedauert der Vorsitzende Michael Bals vor allem die Absagen der eher geselligen Veranstaltungen. Das traditionelle Wattturnier fiel der Pandemie ebenso zum Opfer wie das Steckerlfisch-Grillen oder das Feriencamp der Fußball-Jugend. „Neben dem Spaß und der Gaudi brachte das auch immer Geld in die Vereinskasse“, sagt Vereins-Chef Bals. Zim Glück sei im Klub immer sparsam gewirtschaftet worden, so Bals. „Das war immer die Devise und wird es bei uns auch weiter so sein.“ Von den Rücklagen zehrt man aktuell.

Dieses vorausschauende Handeln hat der FC Landsberied gleichermaßen bei der Pflege seiner Sportanlagen an den Tag gelegt. „Wir waren die letzten Jahre sehr fleißig und haben einige Modernisierungen am Gelände vorgenommen“, berichtet der Vereins-Chef. Auch die Mitgliederverwaltung sei auf einen aktuellen technischen Stand gebracht worden. Selbst bei der Kommunikation ist man, der aktuellen Situation geschuldet, auf der Höhe der Zeit. Die engere Vorstandschaft tauscht sich seit Beginn der Corona-Krise per Videokonferenzen aus. „Das kam gut an und war für uns alle sehr praktisch.“ Der FC Landsberied bleibt also konzentriert vorausschauend und unaufgeregt.

Vereinssteckbrief

Gründungsjahr: 1924; Mitglieder: 700; Abteilungen: Fußball, Gymnastik und Turnen, Stockschützen; Kontakt: Hauptstraße 1a, 82290 Landsberied; Telefon (Vorsitzender Michael Bals) (01 73) 5 72 28 11, E-Mail: michael01bals@gmail.com

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