Der Ball soll laut den Vereinen in Fürstenfeldbruck bald wieder ins Rollen kommen.
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Der Ball soll laut den Vereinen in Fürstenfeldbruck bald wieder ins Rollen kommen.

Staatsregierung wird im Landkreis stark kritisiert

Fürstenfeldbrücker Vereine wollen unbedingt Spiele mit Publikum

  • vonDieter Metzler
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Kein Verständnis für die Entscheidung der Staatsregierung haben die Vereine in Fürstenfeldbruck. Sie wollen bald wieder Ligaspiele austragen und das vor Zuschauern.

Landkreis – Erneut hat der Bayerische Fußballverband (BFV) seine Vereine an die virtuelle Urne gebeten. Diesmal wurden die 4500 Mitgliedsvereine aufgefordert, ihre Meinung zum weiteren Umgang mit dem von staatlicher Seite weiterhin untersagten Wettkampfspielbetrieb abzugeben. Dabei geht es auch darum, inwieweit der BFV als Interessenvertreter seiner über 1,6 Millionen Mitglieder den Rechtsweg beschreiten soll.

Drei Fragen wurden den Vereinen zur Abstimmung gestellt: Halten Sie die Entscheidung der Staatsregierung, Wettkampfspiele im bayerischen Amateurfußball nach wie vor nicht zu erlauben und auch keine Zuschauer in begrenztem Umfang zuzulassen, für richtig? Wollen Sie, dass der Wettkampfspielbetrieb im Jahr 2020 baldmöglichst wieder aufgenommen wird und der BFV sich dafür einsetzt? Soll der BFV rechtlich gegen das Verbot des Wettkampfspielbetriebs im Amateurfußball vorgehen und gegebenenfalls gerichtlich Gleichbehandlung mit Freiluft-Kulturveranstaltungen analog Paragraf 21 Abs. 2 der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung geltend machen? Hier sind die Antworten von Vertretern der Landkreisvereine.

(Manager SC Olching)

 „Das SCO-Präsidium und die Fußballabteilung haben die Entscheidung der Staatsregierung, nach wie vor keine Punktspiele zu erlauben, mit einem klaren Nein beantwortet. Ebenso einheitlich wurde die Frage, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, mit einem einstimmigen Ja beantwortet. Bei der Frage, ob der BFV rechtlich gegen das Verbot vorgehen soll, herrschte eine unterschiedliche Meinung, die Mehrheit entschied sich bei der Abstimmung jedoch dafür.“

(Manager SC Oberweikertshofen)

„Bisher haben wir in den Testspielen bewiesen, dass die Vereine die Corona-Auflagen ernst nehmen und sich diesbezüglich vorbildlich verhalten. Aus dem Grund halten Vorstand, Fußballabteilung und Trainer das Verbot der Staatsregierung nicht für richtig, und wir haben uns einhellig für eine Fortsetzung des Spielbetriebs entschieden. Notfalls sollte der Verband gar rechtlich gegen das Verbot vorgehen.“

(Präsident SC Schöngeising)

„Da toben die Badegäste im Freibad, nebendran leeres Fußballstadion wie beispielsweise in Germering. Das ist nicht nachvollziehbar. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Der Verband sollte notfalls für unsere Interessen kämpfen. Im Nachwuchsbereich sehe ich die große Gefahr, dass die Jugend abspringt und sich anderen Interessen zuwendet. Wir haben bereits 20 Austritte. Letztlich kann das für kleine Vereine zu einem finanziellen Problem werden.“

(Präsident FC Landsberied)

„Die Entscheidung der Staatsregierung ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir verstehen das nicht, wenn wir sehen, wie es in Biergärten und Freibädern zugeht. Wir erfüllen alle coronabedingten Auflagen zu den Testspielen. Wir wollen Gleichberechtigung, mehr nicht. Mehr als 100, 120 Zuschauer kommen sowieso nicht zu den Spielen in unseren Klassen. Deshalb haben wir die zweite Frage auch mit einem Ja beantwortet. Aber gleich mit der Gerichtskeule drohen, das halten wir, Vorstand und Fußballabteilung, nicht für angebracht. Man sollte in einem gemeinsamen Konsens eine Lösung anstreben.“

Der Allinger Landtagsabgeordnete Hans Friedl (Freie Wähler) glaubt, dass Ministerpräsident Söder ankündigen wird, dass der Start des Amateurfußballs ab 18. September mit 100 bis 200 Zuschauern wieder zugelassen wird, so wie ihn der FW-Landesvorstand gefordert hat.

(DIETER METZLER)

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