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42 Jahre lang hat Josef „Beps“ Michl Fußballspiele geleitet. Jetzt mag er nicht mehr, weil er nur noch für B- und C-Klassen-Partien eingeteilt wird. „Das hab’ ich nicht nötig. Ich lass’ mir doch meinen Ruf nicht kaputt machen.“

Abpfiff nach 42 Jahren als Referee

“Ich lass’ mir doch meinen Ruf nicht kaputt machen“: Schiri-Ikone Josef „Beps“ Michl hört auf

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Es gibt wohl keinen Fußballer im Landkreis, der nicht schon nach der Pfeife von Josef Michl getanzt hat. 42 Jahre war der Emmeringer als Schiedsrichter aktiv. Keiner anderer hat es so weit gebracht wie der „Beps“. Jetzt beendet der 68-Jährige seine aktive Laufbahn.

VON DIETER METZLER

Emmering – Kurzweilig, erheiternd und reich an Anekdoten blickt der bekennende Löwen-Fan auf seine Karriere zurück. Die Jahre als Unparteiischer im Fokus von Spielern und Zuschauern haben Josef „Beps“ Michl geprägt. „Es war die schönste Zeit in meinem Leben“, sagt er und meint sowohl seine Karriere als aktiver Fußballer als auch die Schiri-Tätigkeit. „Beides stelle ich auf eine Stufe.“ Man müsse ein Spiel lesen können, begründet er seinen Erfolg als Referee. Wenn man einmal selbst gespielt habe, könne man Situationen auch besser beurteilen und ein Gespür entwickeln. Bei vielen seiner Kollegen erkenne er „leider, dass es reine Theoretiker sind“.

Dabei galt der selbst Fußball spielende Michl im damaligen Landesliga-Team des FC Emmering als einer, der sich nur allzu gern mit den Unparteiischen anlegte und auch entsprechend dafür bestraft wurde. Der Imagewechsel vom Saulus zum Paulus gelang dem Blondschopf in Pefektion. Noch heute führt Michl in der Geschichte der Landkreis-Schiris einsam die Liste der ranghöchsten Referees an. Seit nunmehr fast 30 Jahren hat kein anderer aus der Region den Sprung in die Bayernliga geschafft. Von 1987 bis 89 leitete der Emmeringer Partien in der damals höchsten Amateurklasse, die gleichzeitig Deutschlands dritthöchste Spielklasse war. In Aindling hat er sich mal getraut, den dortigen Fußballgott Joachim Schnürer vom Platz zu stellen. „Da wurden wir nach dem Schlusspfiff auf dem Weg in die Kabine von wütenden Zuschauern mit Regenschirmen traktiert.“ Ansonsten hatten er und seine Assistenten in den zwei Bayern- und 15 Landesliga-Jahren keine schwerwiegenden Angriffe zu überstehen. Weit über 2000 Einsätze mit der Pfeife sind in den 42 Jahren zusammengekommen. Buch darüber hat er nie geführt. Im Landkreis war und ist Michl anerkannt und geachtet wie kaum ein anderer Schiri in der Region.

Neben gesundheitlichen Problemen an Knie und Hüfte wurde dem mittlerweile auch beruflich in Ruhestand getretenen Emmeringer der Abschied auch durch die Regularien des Verbandes leicht gemacht. „Ich werde doch als 68-Jähriger keine Leistungsprüfung mehr ablegen und mich dabei mit 15-Jährigen messen“, sagt Michl verbittert, nachdem er von den Verbands-Offiziellen zuletzt nur noch für B- und C-Klassen-Spiele eingeplant wurde. „Das habe ich nicht nötig. Ich lass’ mir doch meinen Ruf nicht kaputt machen.“

Trotz dieser Unstimmigkeiten bietet Josef Michl aber an, seine Erfahrungen an den Schiri-Nachwuchs weiterzugeben. So möchte er den für die Jung-Referees zuständigen Moorenweiser Robert Hartl unterstützen. „Du bist und bleibst eine herausragende Persönlichkeit und ein Aushängeschild für uns in ganz Bayern“, schrieb dann auch der Chef der Schiedsrichtergruppe, Christian Erdle (Aufkirchen), als Michl ihn per E-Mail über seinen Rücktritt informierte. „Natürlich kannst du nach 42 Jahren als aktiver Schiri in der Gruppe als passives Mitglied bleiben“, antwortete Erdle.

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