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Die meisten Partien des Ligapokals im Landkreis Fürstenfeldbruck wurden abgesagt.

Corona-Krise

Klubs verzichten auf fast alle Ligapokal-Partien am Wochenende

  • Thomas Benedikt
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Die meisten Partien des Ligapokals im Landkreis Fürstenfeldbruck wurden abgesagt.

Landkreis – Offiziell treten die neuen Maßnahmen zur Eingrenzung der Corona-Pandemie erst am Montag in Kraft. Nichtsdestotrotz haben zahlreiche Vereine sich dazu entschieden, die eigentlich am Wochenende angesetzten Partien des Ligapokals abzusagen. In Bezirks- und Kreisliga sowie auch in der Kreisklasse wurden alle Begegnungen des Überbrückungs-Wettbewerbs abgesagt, an denen Mannschaften aus dem Landkreis beteiligt gewesen wären. Lediglich in den untersten Klassen finden vereinzelt Spiele statt.

Die Gründe für die Absagen sind im Detail vielfältig, grundsätzlich hängen sie aber alle mit der Corona-Pandemie zusammen. So hat zum Beispiel der eigentliche Gegner des SC Oberweikertshofen – der SV Sulzemoos (Landkreis Dachau) – drei Polizisten im Kader. Diesen sei von Arbeitgeberseite nahegelegt worden, nicht bei der Partie mitzumischen, berichtet SCO-Chef Uli Bergmann. Absagen sind vom Bayerischen Fußballverband (BFV) insofern erleichtert worden, dass nur noch eine Mannschaft die Absetzung beantragen muss. Diese Regel gilt in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 50.

„Der Ligapokal wird nicht sterben“, sagt Kreisspielleiter Heinz Eckl

Wegen der vielen Absagen stellt sich nun die Frage, wie es mit dem Ligapokal weitergehen soll. „Der Ligapokal wird nicht sterben“, sagt Kreisspielleiter Heinz Eckl. Klar sei nur, dass er nicht in der geplanten Form stattfinden kann. Wie und wann er fortgesetzt wird, darüber berät der Spielausschuss demnächst. „Allerdings nicht sofort“, stellt Eckl klar, „wir haben keine Eile.“ Spiele im März nachzuholen, sei aber keine Option, sagt der Altenstadter. Die vermehrten Spielabsagen der vergangenen Wochenenden - noch bevor die Zwangspause angeordnet wurde - habe er emotionslos hingenommen. „Es ist, wie es ist.“ 

Kommentar von Sportredakteur Thomas Benedikt: „Vereine gehen mit gutem Beispiel voran“

Der Bayerische Fußballverband (BFV) scheut es, klare Stellung zu beziehen, wie mit den am Wochenende angesetzten Partien umgegangen werden soll. Stattdessen beweisen zumindest die Vereine, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Nahezu alle Begegnungen der Fußballer wurden auf Bestreben der Klubs abgesagt – obwohl sie es eigentlich nicht müssten. Die verschärften Corona-Regeln treten schließlich erst am Montag in Kraft. Trotzdem setzen die Vereine damit genau das richtige Zeichen: Die Gesundheit der Spieler, Zuschauer und ihrer Familien geht vor.

Sportredakteur beim Fürstenfeldbrucker Tagblatt: Thomas Benedikt

Dass ein finanziell eh schon arg gebeutelter Wirt das letzte Wochenende vor der nächsten vierwöchigen Pause nutzen will, um noch Einnahmen zu generieren, das ist mehr als verständlich. Warum aber Freizeitkicker unbedingt noch einen Wettbewerb spielen müssen, dessen Relevanz mehr als fraglich ist, das hätte man wohl niemandem schlüssig vermitteln können. Daher haben die Landkreis-Klubs jenes Rückgrat bewiesen, das der Verband schmerzlich vermissen lässt. Sie sind mit gutem Beispiel voran gegangen.

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