In Überzahl konnten die Olchinger die Gäste niederringen. Memmingen kassierte zwei rote Karten.
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In Überzahl konnten die Olchinger die Gäste niederringen. Memmingen kassierte zwei rote Karten.

Zwei rote Karten für den FC Memmingen

Trotz Überzahl und Führung: Olching muss bis zum Schlusspfiff zittern

  • VonHans Kürzl
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Einen echten Krimi lieferten sich der SC Olching und der FC Memmingen - mit dem besseren Ende für die Amperstädter.

Olching – Vor dem Ende zurücklehnen ist nicht – nicht bei einem guten Krimi und nicht bei Spielen des SC Olching. Nach Last-Minute-Heimsieg vor zwei Wochen und Last-Minute-Gegentreffer zuletzt war auch gegen den FC Memmingen II zittern bis zum Schlusspfiff angesagt. Erst dann stand der 2:1 (1:0)-Erfolg über den 16. der Tabelle fest.

Roman Fuchs nach elf Minuten und Dominik Dierich nach einer Stunde hatten die Gastgeber vermeintlich sicher auf Kurs gebracht. Doch in die Geschichte mischte sich in die verständliche Euphorie über den Vorsprung eine Prise Leichtsinn. Verstärkt noch dadurch, dass Memmingens Torhüter Felix Wieder in der 74. Spielminute hochkant vom Platz flog, weil er sich gegenüber Schiedsrichter Maximilian Baier (Regensburg) in der Tonlage vergriff.

Memmingen kämpft sich in Unterzahl noch heran - Buch: „Dadurch haben wir es unnötig spannend gemacht“

Mit nur noch zehn Spielern gelang den Memmingern der Anschlusstreffer von Qazim Prushi. SCO-Trainer Martin Buch sprach von ein paar Sekunden Unkonzentriertheit. „Dadurch haben wir es unnötig spannend gemacht.“ So richtig nutzten es die Olchinger nicht aus, dass da ein Feldspieler im gegnerischen Tor stand. So richtig in Bedrängnis kamen die Gastgeber aber auch nicht. Buch: „Wir haben es ganz gut verstanden, die Memminger vom Tor wegzuhalten.“ Auch der prominenteste der Memminger, der vor einem Jahr noch bei den Münchner Löwen in der Dritten Liga kickende Timo Gebhardt, bekam dies zu spüren. Allzu wirkungsvoll in Szene setzen konnte sich Gebhardt nicht, war eher optisch als spielerisch präsent. Dass mit Tiziano Mulas in der Schlussminute ein zweiter FCM-Kicker die Rote Karte bekam, fiel dann kaum mehr ins Gewicht.

Worauf der Olchinger Chefcoach aber noch weitaus mehr stolz war: „Man sieht immer mehr, dass wir eine gute Entwicklung machen.“ Er meinte das sowohl vom rein fußballerischen und taktischen als auch vom Teambuilding her.

SCO-Coach Martin Buch: „Ich habe im Training jetzt wieder genug Spieler und Konkurrenzkampf“

Ein Grund dafür sei in der Vorbereitung zu sehen. „Ich habe im Training jetzt wieder genug Spieler und Konkurrenzkampf“, erklärte Buch. Es könne sich keiner ausruhen, es müsse jeder immer wieder Motivation zeigen. „Das ist die Grundlage für eine gute Leistung im Spiel“, so der Coach.

Doch bei aller Betonung des Teamgeistes, einen Spieler wollte Buch besonders herausheben: Den zum zweiten Mal in dieser Saison erfolgreichen Dierich. „Bei ihm ist heute der Knoten wirklich geplatzt“, so der Olchinger Trainer in seiner ganz persönlichen Euphoriephase über den 36-Jährigen.

Und weil er schon mal dabei war, schob er über so manch schlampig gespielten Konter ausnahmsweise den Mantel der Gnade: „Wir haben heute big points gegen den Abstieg gemacht. Das ist das Ergebnis, das zählt.“ (Hans Kürzl)

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