Oberweikertshofen: Peinliche Leistung oder Trainer-Mobbing ?

- Vogelwilder Auftritt gegen Herrsching

VON HANS KÜRZL Oberweikertshofen - In dieser Verfassung ist der SC Oberweikertshofen ein ganz heißer Abstiegskandidat. Fast wehrlos ergaben sich die Schützlinge von Spielertrainer Carsten Teschke in ihr Schicksal. Trotz einer Halbzeitführung durch Martin Huber waren sie am Ende mit dem 1:4 gegen den TSV Herrsching noch recht gut bedient. Von einer "vogelwilden Vorstellung" sprach SCO-Fußballchef Michael Weindl, Teschke umschrieb das Geschehen sogar mit "Arbeitsverweigerung".

Was diese Pleite noch peinlicher macht: Während der SCO in beinahe stärkster Besetzung auflaufen konnte, mussten die Gäste vom Ammersee fünf Stammspieler ersetzen. Also sahen sich die Gäste in Halbzeit eins dazu veranlasst, den Rückwärtsgang einzulegen. Doch zeigte sich der SC Oberweikertshofen auch nicht gerade übermäßig motiviert, Initiative zu ergreifen.

"Mittelfeld, Stürmer, das ist zu wenig", ließ Teschke lautstark vernehmen. Allzu viel nutzte es nichts. Und hätte nicht Martin Huber kurz vor dem Seitenwechsel seinen Kopf an der richtigen Stelle gehabt, eine bescheidene erste Halbzeit wäre in den unendlichen Weiten der Bezirksliga-Annalen verschwunden. Weindl ärgerte sich da noch über die Gäste. "Die spielen gar nicht mit." Nichts ahnend, dass das eigene Team in dieser Hinsicht noch steigerungsfähig war.

Bei zwei Eckballsituationen, die sich wie ein Ei glichen, heiligte die SCO-Abwehr das Prinzip der langen Leine und sah sich plötzlich mit 1:2 in Rückstand. Dem wollte Keeper Robert Brauer nicht nachstehen und kickte Herrschings Torjäger Englisch den Ball vor die Füße. "Sag Danke, Sascha", rief ein Gästefan. Das 1:3 fiel just in eine Phase, in dem der SCO ein wenig auf`s Tempo und das 2:2 gedrückt hatte.

In den Schlussminuten besaßen dann die Herrschinger vollkommen freie Hand und hätten bei etwas mehr Ernsthaftigkeit den Gastgebern auch ein halbes Dutzend Treffer einschenken können.

"Unser Sieg fiel zu hoch aus. Oberweikertshofen hätte einen Punkt verdient gehabt", sagte Herrschings Spielertrainer Andi Böhm. Es war wohl die Höflichkeit des Gastes, die Böhm diese Worte wählen ließ.

Auch interessant

Kommentare