Wie geht es weiter? Allings Fußballchef Thomas Kiffer sieht „keinen Sinn“ in Fortsetzung (hier: TSV Gilching - TSV Alling)
+
Wie geht es weiter? Allings Fußballchef Thomas Kiffer sieht „keinen Sinn“ in Fortsetzung (hier: TSV Gilching - TSV Alling)

Stimmen von den Vereinen aus dem Raum Fürstenfeldbruck

Re-Start: „Ich bin für den Abbruch“ - Hoffnung auf Fortsetzung schwindet

  • vonDieter Metzler
    schließen

Geht es weiter oder wird die Saison abgebrochen? Vereine aus dem Raum Fürstenfeldbruck geben ihre Meinung ab, bei den meisten sinkt der Optimismus.

Landkreis – Die Fußballvereine in der Region haben langsam den Glauben an eine Fortsetzung der Saison verloren. Nachdem der Freistaat wegen der wieder steigenden Inzidenzzahlen die stufenweisen Lockerungen stoppte, stellte auch der Bayerische Fußballverband (BFV) die zunächst für 22. März in Aussicht gestellten Lockerungen erst einmal zurück.

Olching-Coach Martin Buch: „Der BFV weckt ständig Hoffnungen, macht aber alle eigentlich nur verrückt“

„Wir haben zwar alle Bock zu spielen, für mich gibt es aber keine Alternative, weil die Pandemie es nicht zulässt. Der BFV weckt ständig Hoffnungen, macht aber alle eigentlich nur verrückt“, meint Martin Buch, der Trainer des Landesligisten SC Olching. Drei Wochen Vorbereitung, zumal noch unter erschwerten Corona-Auflagen reicht nach Ansicht von Buch nicht aus, um fitte Spieler in das Restprogramm zu schicken. Er habe sich bei mehreren Ärzten erkundigt. Das Verletzungsrisiko sei zu groß. Ein weiteres Problem in Buchs Augen: „Auch die Arbeitgeber werden sich bedanken, wenn die Spieler wegen einiger Englischer Wochen einen halben Tag frei haben wollen.“ Und bei allen sportlichem Ehrgeiz handelt es sich bei allen Olchinger Kickern immer noch um Amateure. „Die Arbeit, wo die Spieler ihr Geld verdienen, hat immer noch Vorrang“, sagt Buch.

Noch etwas Spielraum, die Saison doch noch zu beenden, sieht SC Oberweikertshofens Manager Uli Bergmann. „Wenn wir nach Ostern mit dem Training beginnen und uns drei Wochen auf den Re-Start der Saison vorbereiten können, sehe ich durchaus noch die Chance, ab Mai die Saison zu Ende zu spielen und sogar noch Relegationsspiele“, so Bergmann. Mit zwei, drei Englischen Wochen solle es möglich sein, meint der SCO-Manager. Er verweist dazu noch auf die Feiertage wie Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

Oberweikertshofens Manager Uli Bergmann: „Die Chance, die Saison zu Ende zu spielen, schwindet von Woche zu Woche“

Allerdings zweifelt Bergmann an der Fitness der Spieler. „Jeder behauptet zwar, er macht was für seine Fitness, aber die Mehrheit vermute ich auf dem Sofa.“ Und da sind dann Verletzungen vorprogrammiert. „Die Chance, die Saison zu Ende zu spielen, schwindet von Woche zu Woche. Die Leute werden unvernünftiger, tanzen in München Polonaise und haben keinen Bock mehr auf irgendwelche Einschränkungen.“

Der neue Pressesprecher des SC Fürstenfeldbruck, Nick Morina, hatte unlängst bereits mitgeteilt, dass der SCF ein Training für die Kreisliga-Elf auf der Anlage im Klosterstadion erst aufnimmt, wenn das Landratsamt für den Landkreis Fürstenfeldbruck die Lockdown-Einschränkungen wieder aufhebt. „Wenn man ganz ehrlich ist, dann rechnen wir damit, dass der Verband letztlich nicht umhinkann, die Saison abzubrechen“, so Morina. „Uns allen läuft letztlich die Zeit davon.“

Emmering-Präsident Thomas Biersack: „Mit Schnelltests die Saison dann zu Ende zu bringen, halte ich für problematisch“

Er sei der Entscheidung des Verbandes, die Saison zu Ende spielen zu können, zuerst sehr positiv gegenübergestanden, sagt Thomas Biersack, Präsident des FC Emmering. Wegen der Pandemie-Entwicklung hält er nun eine Fortsetzung des Spielbetriebs aber für unwahrscheinlich. „Unter den Voraussetzungen und im Hinblick auf die Inzidenzwerte kann ich mir jetzt nicht mehr vorstellen, in den nächsten zwei Monaten ab Mitte April ein Training und einen geordneten Spielbetrieb durchzuführen“, so Biersack. Er verweist auf ganz praktische Probleme im Liga-Alltag „Wir spielen in der Kreisklasse landkreisübergreifend, wo unterschiedliche Inzidenzwerte herrschen. Ich halte die Durchführung für nicht möglich“, so Biersack weiter. „Mit Schnelltests die Saison dann zu Ende zu bringen, halte ich auch für problematisch. Vielleicht sollte man im zweiten Halbjahr eine neue Saison beginnen, wenn auch die Impfungen weiter fortgeschritten sind.“

Allings Fußball-Abteilungsleiter Thomas Kiffer: „Ich bin für den Abbruch“

Ganz ähnlich sieht es Thomas Kiffer, Fußball-Abteilungsleiter des TSV Alling. „Meine persönliche Meinung ist, endlich die Finger davon zu lassen“, sagt der Allinger Fußballchef. „Ich bin für den Abbruch. Es macht überhaupt keinen Sinn, nachdem die neue Saison Anfang August geplant ist. Der Zeitrahmen ist einfach zu knapp.“

„Jetzt eine Prognose abzugeben ist schwer“, sagte Bernd Reiser aus Mammendorf, Zugspitz-Spielleiter der Spielgruppe Nord. „Aber ich gehe davon aus, dass wir zumindest die Meisterschaft bis zum 30. Juni zu Ende spielen können. Es stehen noch acht, neun Spieltage aus, je nach Liga, und bis dahin haben wir noch Luft“, so der Spielleiter. „Für den Liga-Pokal habe ich allerdings wenig Hoffnung. Da glaube ich, dass dieser abgebrochen werden muss.“

Weitere Nachrichten aus der Welt des Sports im Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

Der Amateurfußball in der Region ist hier zuhause.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare