Bekannter Aktionskünstler gestorben - Er machte mit einer besonderen Aktion am Reichstag auf sich aufmerksam 

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Hightech-Unterstützung bekommt Josef Kraut. Seine fünf Mähroboter kann er auf der ganzen Welt steuern.

Platzwarte arbeiten fleißig am Grün

Sie sorgen für perfekten Rasen zum Trainingsstart

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Erst allmählich malträtieren die Stollenschuhe der Fußballer wieder den Rasen auf den Sportplätzen. Während die Kicker in der Corona-Zwangspause waren, haben die Platzwarte fleißig am perfekten Grün gearbeitet.

VON DIETER METZLER

Landkreis – Beim SC Oberweikertshofen ist kein Geringerer als Präsident Josef Kraut der Platzwart. „Als Manfred Seiko nach 20 Jahren aufhörte, schrie nicht jeder gleich hier“, erzählt der 57-jährige Vereinschef. Auf der Jahresversammlung vor zwei Jahren stellte er die Frage, ob jemand Seikos Job übernehmen möchte. „Natürlich hob keiner den Finger.“ So hatte Kraut neben seinem Vorstandsamt und dem Posten als Stadionsprecher noch eine dritte ehrenamtliche Tätigkeit im Verein an der Backe.

Mehrmals in der Woche ist der in Einsbach (Landkreis Dachau) wohnende Vereinschef seitdem auf der Anlage des Bezirksligisten und kümmert sich um die vier Sportplätze und alles drum herum. „Corona hin oder her“, meint Kraut, der vor neun Jahren eine Herztransplantation hinter sich brachte. „Das Gras macht vor der Pandemie nicht Halt.“ Das Aufstreuen könne er sich seit der Corona-Krise sparen. „Mähen, düngen und den Rasen trimmen, das muss ich natürlich weiterhin regelmäßig machen.“

Eine große Erleichterung bei der Platzpflege hat Kraut durch die fünf Rasenroboter, die der Verein im Laufe der vergangenen Jahre anschaffte. Die werden über eine App gesteuert, berichtet Kraut begeistert. „Ich kann sie praktisch von jedem Ort der Welt über die Plätze schicken.“ Die Pflege der hochtechnischen Roboter hat sein Stiefsohn Ben Heiß übernommen. „Der hat das voll im Griff.“

Wenn es nach Lars Nolte geht, könnten die Landsberieder Fußballer morgen schon wieder loslegen. Der 37-jährige Platzwart des FCL hält die Anlage des Dorfvereins auch während der Corona-Krise in Schuss. „Eigentlich wäre zu dieser Zeit des Jahres richtig Hochbetrieb“, sagt er. So aber kann sich Nolte Zeit lassen und einteilen, wann er den Rasen auf Vordermann bringt. Die vielen Löwenzahnpflanzen auf dem Platz danken es ihm. Sie erstrahlen derzeit in voller Blüte. „Normal hätte der Rasenmäher ihnen längst den Garaus gemacht“, so Nolte.

Seit vier Jahren kümmert sich der ehemalige Spieler darum, dass die Kicker einen „gescheiten“ Platz vorfinden. Nolte pflegt das Hauptspielfeld, einen Trainingsplatz sowie ein Kleinfeld. Dafür opfert er pro Saison rund 100 Stunden seiner Freizeit. Wenn aber mal größere Arbeiten anfallen, wie Baumschneiden oder die Bewässerungsanlage zu warten, dann helfen im Verein alle mit. „Wir sind halt ein Dorfverein, da packt jeder mal mit an“, sagt Nolte.

„Wir sind froh, dass wir Lars haben“, sagt FCL-Präsident Michael Bals, der seinerzeit Nolte ansprach. „Jemanden zu finden, der so einen Job macht, ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit“, lobt er seinen Platzwart, den er als zuverlässigen und sympathischen Typen charakterisiert, der sich auch als Jugendtrainer engagiert.

Beim TSV Moorenweis teilen sich gleich drei fleißige Mitglieder die Arbeit auf den drei Spielfeldern der großen Vereinsanlage. Wie in Oberweikertshofen geht auch hier TSV-Präsident Thomas Tauscher mit gutem Beispiel voran. Seit sechs Jahren unterstützt der 45-jährige TSV-Chef den 60-jährigen Werner Entholzner, der mit gut zehn Jahren am längsten dabei ist. Seit drei Jahren ist der 46-jährige Andreas Thiele dabei. Er hat seinerzeit selbst angeboten zu helfen und stellt damit eine rühmliche Ausnahme dar. „Von selbst aufdrängen tut sich niemand so schnell“, meint Tauscher. „Allein bist halt der Narr.“ Bei größeren Arbeiten könne sich das Trio aber darauf verlassen, dass die Fußballer mit anpacken.

Die drei ehrenamtlich tätigen Mitglieder lassen es zurzeit schon ein weniger ruhiger angehen, gesteht Thiele ein. „Die Arbeit geht nie aus und man muss immer am Ball bleiben, sonst wächst uns im wahrsten Sinne das Gras über den Kopf. Aber wir stehen natürlich ohne Spielbetrieb nicht so unter Zeitdruck.“

Während einer normal verlaufenden Saison herrscht auf dem Moorenweiser Plätzen vor allem von Freitag bis Sonntag Hochbetrieb. „Da müssen in erster Linie die Plätze aufgestreut und die Tornetze aufgehängt werden.“ In der Woche müssen die Plätze mindestens zweimal gemäht werden, damit die acht Jugend- und zwei Herrenmannschaften auch beste Bedingungen vorfinden. „Wir geben jedenfalls unser Bestes“, so Tauscher. Die TSV-Kicker können sich zum Trainingsauftakt nach der Corona-Pause auf makellose Plätze freuen.

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