Nach oben soll’s gehen: Das will das Olchinger Quartett aus (hinten v.l.) Franz Schrodi und Reinhold Miefanger sowie (vorne v.l.) Martin Buch und Peter Helfer.
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Nach oben soll’s gehen: Das will das Olchinger Quartett aus (hinten v.l.) Franz Schrodi und Reinhold Miefanger sowie (vorne v.l.) Martin Buch und Peter Helfer.

Peter Helfer und Franz Schrodi sollen bei der Professionalisierung des SCO helfen

Früherer 1860-Vizepräsident will den SC Olching nach vorne bringen

  • VonHans Kürzl
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Der SC Olching bekommt prominente Unterstützung. Ex-Löwen-Vize Peter Helfer und der erfahrene Fußballtrainer Franz Schrodi wollen dem Landesligisten helfen.

Olching – Zwei Landesliga-Stammspieler, die mitten in der Saison eben mal so Urlaub machen. Ein Meriton Vrenezi, der nach einem halben Dutzend passabler Spiele ohne Rücksprache die Biege zu einem Bayernligisten macht. Solche Fälle von unprofessionellem Verhalten haben immer wieder für einen dicken Hals bei SCO-Trainer Martin Buch oder Fußballchef Reinhold Miefanger gesorgt.

Das soll sich nun ändern. Der SC Olching will professioneller werden und holt sich dazu prominente Unterstützung: Franz Schrodi, vielfacher Jugendtrainer in der Region, und Peter Helfer, ehemals Vize-Chef beim TSV 1860 München, stellen den Amperstädtern ab sofort ihr Fachwissen zur Verfügung. Helfer wird Miefanger unterstützen, als Doppelspitze in der Abteilungsleitung. Schrodi soll Trainer Buch zur Seite stehen: bei der Beobachtung der Gegner, aber auch der Trainingseinheiten der eigenen Mannschaft.

Franz Schrodi: „Man muss wissen, in welcher Liga man spielt“

Das ist auch eine klare Ansage an die Spieler, die sich ihre Komfortzone teils allzu sehr ausgedehnt haben: „Man muss wissen, in welcher Liga man spielt“, sagt Schrodi. Ehrgeiz und Einstellung gehören da dazu, so der 70-Jährige, der schon in den 1990ern für vier Jahre Jugendtrainer beim SCO war. Die Olchinger Kicker müssten auch zeigen, dass sie mindestens in der Landesliga auflaufen wollen.

Bei Chefcoach Buch, den Schrodi schon als 14-jährigen Fußballer kennenlernte, rennt man damit offene Türen ein. „Der SC Olching muss eine attraktive Adresse sein, sportlich lukrativ“, sagt Buch. Um dieses Projekt beständig auf Erfolgskurs zu halten, brauche es Disziplin. „Auch bei den Spielern“, betont Buch.

Know-How aus Unterhaching und Wissen vom TSV 1860 München

Das Wissen und Know-How, das Buch aus seiner Zeit als Nachwuchstrainer bei der SpVgg Unterhaching mitbringt, soll genauso in Olching greifen. In professionellen Strukturen gearbeitet zu haben, verleiht Autorität. An der will Buch nicht kratzen lassen, auch wenn er das so offen nicht aussprechen würde.

Dass er nun von einem weiteren Helfer im wahren Sinn des Wortes unterstützt wird, passt ins Konzept. Helfer ist als Wirt in Olching eine bekannte Nummer und er hat drei Jahre als Vizepräsident im permanent aufgeregten Umfeld des TSV 1860 München überstanden. Etwas, was laut Olchings Präsident Eugen Schädler schon eine gewisse Ausstrahlung verleiht: „Dem macht keiner was vor, auch nicht urlaubende Spieler.“

Kommentar von Olching Berichterstatter Hans Kürzl - Richtiger Weg: Raus aus dem Mittelmaß

Dass man beim SC Olching das Wort Bayernliga angesichts von Platz zehn weit von sich weist, ist vernünftig. Der einstige Platzhirsch SC Fürstenfeldbruck träumte einst von der Regionalliga und muss nun zusehen, nicht noch in die Kreisklasse abzustürzen. Dennoch ist die Bayernliga für den SCO möglich, wie der Herbst 2018 bewies, als die Olchinger zeitweise ganz oben in der Landesliga standen. Eher mittel- als langfristig sollte der Aufstieg deshalb der Anspruch für die Nummer eins des Landkreises sein. Dabei müssen alle mitspielen: Verein, Kicker und die Stadt Olching. Denn: Sich im Mittelmaß wohlzufühlen, ist der erste Schritt in Richtung Abstieg.

Auch bei der 2. Mannschaft soll es nach oben gehen

Von der Bayernliga, wie kurzzeitig vor drei Jahren, spricht noch keiner – aber schon von einem ehrgeizigen Landesligateam: Platz zehn, auf dem der SCO gerade steht, ist nicht das Ziel. Und auch für die zweite Mannschaft wünschen sich die Olchinger Macher einen Schritt nach oben. Statt Kreisklassen-Mittelmaß soll es in die Kreisliga gehen.

Vereinspräsident Schädler unterstützt den Umbruch bei den Fußballern: „Da kommt Kompetenz in den Verein.“ Helfer und Schrodi, die ausdrücklich im Herrenbereich der Fußballer arbeiten sollen, würden das Präsidium entlasten, „so dass wir uns auf die Vereinsarbeit konzentrieren können“. Gleiches gelte für den Fußball-Abteilungsleiter Miefanger.

Martin Buch: „Nummer eins sein, entscheidet sich nicht allein im Herrenbereich“

„Wir wollen schon zeigen, dass wir selbstbewusst sind“, betonen Helfer und Schrodi. Eine griffige Formel wie das „Mia san mia“ des FC Bayern ist noch nicht gefunden. „Das hat im blauen Olching auch nichts verloren“, sagt Coach Buch. Aber von der Richtung komme das schon hin.

Das soll auch die Stadt Olching zu spüren bekommen. „Denn Nummer eins sein, entscheidet sich nicht allein im Herrenbereich“, sagt Buch. Die Grundlage dafür werde mit einer erfolgreichen Jugendarbeit gelegt. Doch dafür, das weiß das neue Führungsquartett, braucht es mehr als die derzeit vorhandenen Plätze. „Da werden wir in der Stadt schon auch anklopfen“, sagt Helfer. (Hans Kürzl)

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