Häufiges Bild: Die Kicker des SC Unterpfaffenhofen (in rot) bekamen ihre Gegner nicht in den Griff.
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Häufiges Bild: Die Kicker des SC Unterpfaffenhofen (in rot) bekamen ihre Gegner nicht in den Griff.

Der SC Unterpfaffenhofen bleibt trotz einer verkorksten Spielzeit in der Bezirksliga

SC Unterpfaffenhofen: Corona und Finanzsorgen bescheren Saison zum Vergessen

  • vonDieter Metzler
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Der SC Unterpfaffenhofen bleibt trotz einer verkorksten Saison in der Bezirksliga. Neben der Pandemie beschäftigten auch finanzielle Probleme den Klub im letzten Jahr.

Germering – „Die Corona-Pandemie hat uns mehr oder weniger in die Karten gespielt“, gesteht Fußball-Abteilungsleiter Sebastian Kotyk vom Bezirksligisten SC Unterpfaffenhofen. „Wir standen beim Abbruch dieser unsäglich langen Saison auf dem Abstiegs-Relegationsplatz und hätten noch sechs schwere Spiele absolvieren müssen.“ Doch weil die Quotientenregel zum Einsatz kam blieb das SCU-Team in der Abschlusstabelle über dem Strich und darf auch in der neuen Saison wieder in der Bezirksliga kicken.

Die durch den zweimaligen Lockdown letztlich beendete Spielzeit hätte man mit Sicherheit auch anders lösen können, meint Kotyk. „Einerseits verstehe ich aber auch den BFV (Bayerischen Fußballverband), der an seine Statuten gebunden ist. Aber andere Landesverbände haben es vorgemacht, wie es hätte gehen können.“

SC Unterpfaffenhofen: Hauptsponsor zieht sich zurück - Trainer-Duo muss gehen

Nach sechs Siegen, vier Unentschieden und acht Niederlagen in der Vorrunde überwinterten die Upfer Buam bereits auf dem Abstiegs-Relegationsplatz. Bevor dann die Saison im Frühjahr 2020 fortgesetzt werden konnte, erfolgte die erste coronabedingte Zwangspause. Erst am 20. September gab es für die Mannschaft das erste Pflichtspiel. Der Re-Start endete mit einem 1:1 beim Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt in Raisting. Es folgten zwei weitere Niederlagen, das Derby gegen den in die Landesliga strebenden SC Oberweikertshofen (1:2) und das Spiel beim Liga-Primus TSV Brunnthal (1:3). Dann war erneut Schluss mit der Spielerei. Und es sollte auch nicht mehr angepfiffen werden.

Die beim SCU ohnehin finanziell nicht auf Rosen gebettete Fußball-Abteilung hat in der langen Saison 2019/21 schwierige Zeiten durchlebt. So hat sich ein Hauptsponsor zurückgezogen. Das hatte zur Folge, dass sich der Verein zu Beginn des Jahres von Trainer Victor Medeleanu und Co-Trainer Bernd Schrock trennen musste. Beide Trainer haben beim Kreisligisten SC Fürstenfeldbruck unterschrieben.

Franco Simon hat jetzt das Kommando beim SC Unterpfaffenhofen

Die Upfer Buam hören inzwischen auf das Kommando von Franco Simon. Der 43-Jährige wechselte vom SC Pöcking-Possenhofen zum SCU. Nach den jüngsten Pandemie-Lockerungen hat die erste Mannschaft bereits mehrmals unter Simon trainiert. Bis auf Torwart Marius Anghelache, der zum VfR Garching während des ersten Lockdowns abwanderte, haben die Upfer Buam bisher keinen weiteren Abgang zu verzeichnen. „Wir hoffen natürlich, dass kein weiterer Spieler den Verein verlässt“, meint Kotyk. „Das weiß man schließlich nie so genau.“

„Doch als die Jungs dann erfuhren, dass wir nichts zahlen können, zogen sie wieder ab.“ 

Abteilungsleiter Kotyk über die finanziellen Probleme

Die ersten Trainingseinheiten stimmten den Abteilungsleiter zuversichtlich. 20 Spieler tummelten sich auf dem Gelände des Waldstadions. Auch habe man in der Zwangspause einige Anfragen von Kickern gehabt, berichtete Kotyk. „Doch als die Jungs dann erfuhren, dass wir nichts zahlen können, zogen sie wieder ab.“ Mit Franco Simon möchte die Mannschaft am liebsten an die Erfolge im ersten Bezirksliga-Jahr anschließen. „Da hatten wir unsere bisher stärkste Saison.“ In den Folgejahren spielten die Upfer Buam gegen den Abstieg.

Jetzt geht es ins vierte Jahr Bezirksliga. „Ich blicke zuversichtlich in die Zukunft. Jeder Spieler kann sich neu beweisen. Wenn es dann am Ende nicht reichen sollte, dann ist es halt so. Ich hoffe für alle, dass uns Corona nicht noch einmal so eine Saison beschert.“ Kotyk selbst kündigte nach acht Jahren seinen Rückzug als Abteilungsleiter an. „Der wäre schon erfolgt, wenn wir unsere Versammlung hätten abhalten können.“ Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

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