Peter Maile hört nach 28 Jahren beim SC Unterpfaffenhofen-Germering auf.
+
Peter Maile hört nach 28 Jahren beim SC Unterpfaffenhofen-Germering auf.

Ex-Kapitän nach 28 Jahren SCU im Interview

Peter Maile nach Abschied vom SC Unterpfaffenhofen: „Mir ist um die Zukunft nicht bange“

  • VonVinzent Fischer
    schließen

Peter Maile hört nach 28 Jahren beim SC Unterpfaffenhofen-Germering auf. Im Interview spricht der Ex-Kapitän über seine Zeit beim SCU und die Gründe des Abschieds.

Unterpfaffenhofen - Der SC Unterpfaffenhofen-Germering verliert ein absolutes Aushängeschild: Peter Maile hängt seine Fußballschuhe an den Nagel, der ehemalige Kapitän beendet seine aktive Karriere. Seit 28 Jahren spielte der Routinier für die „Upfer Buam“. Jetzt macht Maile Schluss. Doch nicht ohne eine gehörige Überraschung: „Junge“ und „alte“ Weggefährten erwarteten den 33-Jährigen vergangene Woche mit einem Abschiedsspiel und einer anschließenden zünftigen Feier in der Vereinsgaststätte.

Im Interview spricht Peter Maile über die Gründe für sein Karriereende, das Abschiedsspiel und seine Highlights in 28 Jahren beim SC Unterpfaffenhofen-Germering.

Seit 28 Jahren spielst du beim SC Unterpfaffenhofen-Germering. Warum hast du dich jetzt für den Abschied entschieden?
Der Entschluss stand schon länger fest. Ursprünglich wollte ich noch die Corona-Saison mit unserem alten Trainerteam Medeleanu/Schrock erfolgreich zu Ende bringen. Der Körper hat regelmäßiges Fußballspielen auf diesem Niveau nicht mehr möglich gemacht, insbesondere ein Knorpelschaden im rechten Sprunggelenk war sehr beeinträchtigend. Ich werde jetzt 34 und zudem erwarten wir Zwillinge. Jetzt war der richtige Zeitpunkt. Neue Aufgaben warten auf mich.

Peter Maile über sein Abschiedsspiel: „Ein unvergesslicher Tag“

Deine Weggefährten haben es sich natürlich nicht nehmen lassen, ein Abschiedsspiel für dich auf die Beine zu stellen. Wie sehr hast du dich über diese Überraschung gefreut?
Hierzu nur eine kurze Antwort: Es war überwältigend und ergreifend, ein unvergesslicher Tag. Mit so etwas hätte ich nie gerechnet. Teilweise waren Leute da, die ich Jahre nicht mehr gesehen habe. Großen Dank an meinen Vater, der das alles organisiert hat und an alle, die diesen Tag so besonders gemacht haben.
Ehemalige Mitspieler von Peter Maile kickten gegen aktive SCU-Spieler.
28 Jahre bei einem Verein - das ist im Fußball eine absolute Seltenheit. Kam ein Vereinswechsel für dich nie in Frage?
Es gab mal einzelne Angebote, vor allem in der Jugend. Mein Herz hing aber immer schon an diesem Verein. Die Jungs, mit denen ich zusammengespielt habe, waren immer wie eine zweite Familie, und ich wollte mit diesem Verein Erfolg haben. Als ich in den Seniorenbereich gekommen bin, war die 2. Mannschaft des SCU in der C-Klasse und die erste Mannschaft in der Kreisklasse. Ich denke also, wir haben einiges geschafft. Das macht mich auch etwas stolz.  

Aufstiege 2010 und 2015 als besondere Highlights

In einer so langen Zeit kommen sicher auch viele Erinnerungen zusammen. Welches Spiel war dein persönliches Karriere-Highlight?
Eine schwierige Frage: In 28 Jahren gibt es viele Highlights. Zwei Jugendspiele werden mit einem negativen Beigeschmack immer in Erinnerung bleiben: Ein B-Jugend-Sparkassenpokalfinale in Überacker gegen Moorenweis: Ich habe damals nach 0:2 Rückstand einen lupenreinen Hattrick geschossen, am Ende haben wir das Finale trotzdem im Elfmeterschießen verloren. Mein letztes A-Jugendspiel war ebenfalls ein Sparkassenpokalfinale. Im eigenen Stadion gegen den favorisierten SC Fürstenfeldbruck haben wir ein starkes Spiel abgeliefert und unglücklich 0:2 verloren.
Ansonsten waren im Herrenbereich natürlich die zwei Meisterschaftsspiele 2010 in Gernlinden und 2015 in Denklingen besondere Highlights, in denen wir jeweils Meisterschaft und Aufstieg in die Kreisliga bzw. Bezirksliga eintüten konnten. Highlights waren da auch die Feiern im Anschluss.
Mehr als ein halbes Jahr stand der bayerische Amateurfußball komplett still. Wie hast du die Corona-Pause überstanden?
Ich bin ein- bis zweimal die Woche alleine oder mit alten Kollegen joggen gewesen und regelmäßig Rad gefahren. Das Gesellschaftliche, das bei uns im Verein ja auch einen hohen Stellenwert besitzt, haben wir versucht mit gelegentlichen digitalen Kartenrunden zu kompensieren.  

Trotz Fehlstart des SC Unterpfaffenhofen: Peter Maile „ist um die Zukunft nicht bange“

So ganz Schluss machst du ja doch (noch) nicht: Du wirst dem SCU in der Abwehr weiter aushelfen. Wie lange planst du, einzuspringen?
Tatsächlich nur im äußersten Notfall. Gelegentlich werde ich vielleicht in der Zweiten mittrainieren. Ansonsten freue ich mich darauf, dass wir gerade dabei sind, eine gute AH mit vielen alten Kollegen, die auch beim Abschiedsspiel dabei waren, aufzubauen. Im Moment treffen wir uns unregelmäßig zum Training, vielleicht ergibt sich ab dem kommenden Jahr auch ein Spielbetrieb.  
Der SC Unterpfaffenhofen steht nach sechs Spielen auf dem vorletzten Platz der Bezirksliga Oberbayern Süd. Was muss sich deiner Meinung nach ändern, damit ihr da unten raus kommt?
Mich erinnert der Auftakt dieser Saison leider etwas an unser Abstiegsjahr 2016. Viele Verletzte und Ausfälle, teilweise schwere Verletzungen, unglückliche und unnötige Niederlagen. Gefühlt gab es noch kein Spiel oder Training mit derselben Mannschaft. Der Trainer muss viel experimentieren, Spieler auf ungewohnten Positionen einsetzen. Dazu kommen auch noch unglückliche Spiele mit zu vielen Platzverweisen.
Dass es ein schwieriges Jahr wird, wussten wir. Es ist eine junge Truppe mit guten, talentierten Jungs. Jetzt gilt es, auch in dieser schwierigen Phase zusammenzustehen, eine gute Stimmung aufrechtzuerhalten und bis in den Herbst hinein den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu halten. Egal, wie die Saison läuft: Wir haben eine junge, perspektivische Mannschaft, einen guten neuen Trainer, eine stabil funktionierende Jugendarbeit. Mir ist um die Zukunft nicht bange.
Zum Abschluss: Wem möchtest du nach den 28 Jahren beim SCU besonders danken?
Da gibt es niemand speziellen. Das würde einigen nicht gerecht werden. Viele Personen, Trainer und Mitspieler, haben mich geprägt, von vielen konnte ich Dinge lernen, sowohl fußballerisch, als auch menschlich. Ich habe unzählige, unvergessliche Momente mit vielen Menschen erleben dürfen, auf und neben dem Platz. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Ein besonderer Dank gilt aber vielleicht doch meiner Familie, meinen Eltern, meiner Schwester, meiner Freundin, die das alles erst ermöglicht haben und dafür selbst oft zurückstehen mussten.

Das Interview führte Vinzent Fischer.

Auch interessant

Kommentare