Die Löwen-Bank mit Cheftrainer Daniel Bierofka erlebte nur wenig prickelnde Szenen ihrer Schützlinge. Foto: Weber

Eltern nehmen Ex-Präsidenten in die Pflicht

SCF-Testspiel: Löwen bringen ein bisserl Bares für Rares

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1100 Zuschauer und alle 18 von Trainer Daniel Bierofka aktiv eingesetzten Münchner Regionalliga-Löwen haben dem SC Fürstenfeldbruck Geld in die leeren Kassen gespielt. 

Zehn Euro Eintritt hatten sie berappt, um erleben zu dürfen, wie sich die Bezirksligisten beim Test-Benefizspiel gegen die sportlich ähnlich abgestürzten Münchner Dinos beim 0:7 (0:4) achtbar aus der Affäre zogen. Aber das interessierte dabei nur am Rande.

„Das Ergebnis ist unwichtig“, sagte selbst SCF-Trainer Michael Westermair. Wichtig war, dass die Kasse stimmte. Zu den Eintrittsgeldern kamen die Erlöse vom Verkauf an den Bier- und Würstlständen. Doch auch dieses Geld wird nur einen Teil der Schulden des klammen Kreisstadt-Klubs decken. 100?000 Euro muss der SCF zusammenkratzen, um seine Schulden beim Finanzamt und der Stadt Fürstenfeldbruck zu begleichen. Zuletzt hieß es, das Geld muss bis 31. Januar auf einem Treuhandkonto vorliegen. Allerdings gingen im Klosterstadion bereits Gerüchte um, wonach die Galgenfrist bis zum 28. Februar verlängert werden könnte. Danach muss der als Insolvenzverwalter tätige Münchner Rechtsanwalt Oliver Schartl das noch vorhandene Vereinsvermögen zu Geld machen, um die Gläubiger (hauptsächlich Stadt und Finanzamt) zu bedienen.

Im Stadion machten Eltern der Jugendspieler ihren Hoffnungen, aber auch ihrem Ärger Luft. „Lasst uns mindestens 100 Jahre alt werden“, stand auf mehreren aufgehängten Flugblättern in Anspielung auf das 2019 anstehende Gründungsfest. „Gebt der Jugend eine Chance“, stand auf einem Transparent am Spielfeldrand. Auf einem anderen wurde erklärt, „Die ehemaligen Präsidenten sind in der Pflicht“.

Ehemalige Löwen-Größen mit SCF-Vergangenheit wurden am Rande des Testspiels im überschaubaren Maße gesichtet. Prominentester Vertreter war Willi Bierofka, der Vater des aktuellen 1860-Trainers. Der Senior war Anfang der 1970er-Jahre Linksaußen und später auch Trainer beim SCF. Diesmal ließ er sich auf der Tribüne eine der laut Löwen-Liveticker „erstklassigen Brucker Bratwurstsemmeln“ schmecken.

Was der gerade 65 Jahre alt gewordene Bierofka auf dem Spielfeld von der Regionalliga-Truppe gesehen hat, dürfte ihn weniger überzeugt haben. Beim Löwen-Anhang war man jedenfalls trotz der sieben Treffer von Dreifach-Torschütze Markus Ziereis sowie Sascha Mölders, Ugur Türk, Felix Bachschmid und Marvin Zimmermann der Ansicht, dass der Löwen-Auftritt eines Regionalligisten nicht würdig war. Und auch Daniel Bierofka ging mit eher säuerlicher Miene vom Platz.

Ganz anders sah der Gesichtsausdruck beim SCF-Tross aus. Präsident Jakob Ettner: „Wir sind mit der Zuschauerzahl zufrieden, damit wurde ein Zeichen gesetzt.“

Quelle: fussball-vorort.de

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