Schmuckloses Remis muss reichen

- SCF spielt in Weiden 0:0 - Coach Gebele mit Punkt zufrieden

VON DANIEL LÖB Fürstenfeldbruck - "Don`t worry, be happy" - der alte Bobby McFarrin-Hit schallte über die Lautsprecher bis in den letzten Winkel des Weidener Stadions am Wasserwerk. Eigentlich galt das Lied, aufgelegt vom Stadionsprecher, wohl den Bayernliga-Kickern der SpVgg Weiden, die ein halbes Dutzend gute Torchancen gegen den SC Fürstenfeldbruck vergeben hatten. Doch besser passte das Lied auf das Gebele-Team, denn trotz einer erschreckend schwachen Vorstellung retten die Brucker beim derzeit drittbesten Heimteam der Liga ein 0:0 über die Zeit.

Frustriert schlichen sich die Brucker Fußballer vom Rasen im Weidener Stadion - mit hängenden Köpfe, wie nach einer Niederlage, schlurften sie in die Kabine. Währenddessen ereiferte sich Trainer Peter Gebele an der Seitenauslinie mit hochrotem Kopf über die Partie seiner Jungs - zu Recht, denn besonders viel Gutes hatten die Brucker ihrem Trainer in den 90 Minuten der Partie wahrlich nicht serviert.

Einen einzigen Offensiv-Lichtblick gönnten die Brucker ihren Anhänger: den Aufsetzerkopfball von Niklas Hoffmann aus fünf Metern nach einer Ecke - den Ball konnte Weidens Manndecker Robert Wendl so gerade auf der Linie retten. Eine Großchance im gesamten Spiel, ansonsten keine Chance gegen die sehr gut stehende Abwehr der SpVgg - zu wenig für den Sieg.

"Die Offensive war ein laues Lüftchen", urteilte Gebele hart. "Wir sind viel zu spät nachgerückt in der Vorwärtsbewegung, und vorne waren wir viel zu unkonzentriert", analysierte auch SCF-Keeper Daniel Weber, der am häufigsten beschäftigte Gäste-Akteur des Tages. Einen Grund, aber nicht den Hauptgrund und keineswegs eine Entschuldigung, sah Weber in den schlechten Platzverhältnissen: "Der Rasen war eine absolute Katastrophe. So was von holprig, das habe ich selten erlebt. Die Bälle sind weg gesprungen, so dass kein vernünftiger Ball ankam."

Auf beiden Seiten beschränkte sich der Spielaufbau zuerst im bloßen Wegschlagen des Balles aus der Abwehr. "Das ist eigentlich nicht unser Spiel, aber es ging nicht anders", bekannte Gebele, nachdem er sich wieder beruhigt hatte. Weiden war mit der gleichen Spielweise bedeutend gefährlicher als die Gäste: Das deutete sich schon in der ersten Hälfte an, als Turan Bafra den Ball zuerst an den Pfosten köpfte, und nur Minuten später Daniel Weber mit einer Glanztat Bafras Schuss zur Ecke lenkte. In Halbzeit zwei wurde der Druck auf die SCF-Abwehr noch größer: Freistoß Thomas Rösl, Weber Parade. Schuss des eingewechselten Marek Vit - Daniel Brode rettete auf der Linie. Kopfball von Jürgen Schmieder - Unterkante der Latte. "Aber man muss sagen: Wir haben für das 0:0 gekämpft und es auch gehalten. Das Spiel in Memmingen lief ähnlich. Da gingen wir mit einem 0:3 vom Platz", erinnerte sich Weber.

Und auch Coach Gebele fand gute Seiten: "Wir haben keineswegs gut gespielt, aber ich will auch nicht alles schlecht reden. Wir haben auswärts einen Punkt geholt, und das ist in Weiden sowieso schwer. Überrascht hat mich der Helmut Steininger, der sich als einziger den Platzverhältnissen angepasst hat und gegen den erfahrenen Thomas Rösl eine gute Partie gespielt hat."

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