Über drei Monate nur trainieren? Nicht alle von Wildenroths Fußballern können der langen Vorbereitung auf den Liga-Neustart im September etwas abgewinnen.
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Über drei Monate nur trainieren? Nicht alle von Wildenroths Fußballern können der langen Vorbereitung auf den Liga-Neustart im September etwas abgewinnen.

Geteilte Meinungen innerhalb der Mannschaft

SpVgg Wildenroth nimmt Trainingsbetrieb wieder auf

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die SpVgg Wildenroth wird am heutigen Dienstag in den Trainingsbetrieb starten. Innerhalb der beiden Herrenmannschaften gibt es geteilte Meinungen.

Grafrath – Der Ball rollt wieder: Heute nimmt die SpVgg Wildenroth mit ihren A-Klasse-Kickern den Trainingsbetrieb wieder auf. Für die Tischtennis-Abteilung ist die Saison dagegen beendet – mit dem Aufstieg am grünen Tisch.

Nach dem Abbruch der Tischtennis-Saison aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Mannschaft der SpVgg zum Meister der Bezirksklasse A und Aufsteiger in die Bezirksliga gekürt. „Allerdings wäre unsere Truppe auch ohne die Entscheidung am grünen Tisch aufgestiegen“, sagt Toni Huber, Präsident des Grafrather Vereins.

In der Tat waren die Wildenrother Spieler der Konkurrenz deutlich überlegen. Wie und wann es dann eine Klasse höher weitergeht, steht angesichts der Corona-Krise aber noch in den Sternen. „Bei uns war alles stillgelegt“, sagt Huber. Lediglich der Wirt des Vereinsheims betrieb einen gastronomischen Lieferservice.

Fußballer kehren auf den Platz zurück

Nun bitten die Trainer wenigstens die Fußballer wieder auf den Trainingsplatz. Die erste Garde um Coach Michael Schröferl startet heute, die zweite Mannschaft unter Reiner Lohr eine Woche später. „Die Hallen werden aber wohl als Letztes aufmachen“, vermutet Huber.

Bei den Kickern herrscht wegen des Trainingsstarts aber nicht nur eitel Sonnenschein. Die SpVgg spielt sowohl mit der ersten als auch mit der zweiten Garde in der A-Klasse. „Es gibt zwei Strömungen in den Mannschaften“, sagt Huber. Die einen freuen sich, dass es wieder losgeht – wenn auch unter strengen Auflagen. „Es gibt aber auch ein paar, die nicht glücklich darüber sind, dass sie bis zum geplanten Saisonstart Anfang September nur trainieren sollen.“

Andere Abteilungen zum Nichtstun verdammt

Die anderen Abteilungen der SpVgg sind indessen noch zum Nichtstun verdammt – neben dem Tischtennis sind noch Kinderturnen, Ballett, Volleyball, Stockschützen und Schwimmen betroffen. Zwar befindet sich dort keine Mannschaft im offiziellen Spielbetrieb. Dennoch gibt es einige, die die Zwangspause besonders hart trifft.

„Tragisch ist es für viele Übungsleiter“, berichtet Huber. Die sind häufig bei mehreren Vereinen aktiv und bestreiten so zumindest einen Teil ihres Lebensunterhalts. „Denen ist ein ganzes Geschäftsmodell weggebrochen.“ Auch bei den Schwimmern könnte der Vereinschef Probleme auf die SpVgg zukommen sehen. „Die Schwimmhalle könnte eine der letzten Hallen sein, die wieder öffnen darf“, spekuliert Huber. Wenn diese Einschränkungen noch viel länger dauern, könne es schwierig werden, die Mitglieder bei der Stange zu halten.

Stockschützen kurz vor dem Wiederbeginn

Die Stockschützen stehen dagegen kurz vor dem Wiederbeginn, nachdem die Stockbahnen durch die Gemeinde offiziell wieder freigegeben sind. Laut dem Vizevorsitzenden Thomas Urban muss die Abteilung nur noch ein Corona-Konzept vorlegen, dann kann es wieder losgehen.

Bislang hat es noch keine Abmeldungen oder Forderungen nach einer Rückerstattung des Beitrags gegeben, berichtet Urban, der selbst noch aktiv im Tor der ersten Fußballmannschaft steht. „Die Mitglieder sind sehr solidarisch“, sagt er. Und Huber ergänzt: „Wir haben sogar einen Neueintritt bei den Volleyballern zu verzeichnen.“ Und auch die Sponsoren sind dem Verein laut Urban auch in der Krise treu geblieben – wobei die SpVgg keine Verträge über große Summen abgeschlossen hat, wie Huber erklärt.

Ein Vorteil der Corona-Unterbrechung für die Fußballer: „Der Rasen schaut super aus“, sagt Urban. Der Platzwart war auch in der Trainingspause wie üblich im Einsatz. Die Folge: „Auf unserem Rasen könnten Golfer putten“, sagt Huber. Um das Vereinsheim besteht jedoch eine gewisse Sorge. „Wir hoffen, dass wir auch nach der Krise noch einen Wirt haben“, sagt der SpVgg-Chef. Wirt Darije Soca hat die Vereinsgaststätte nicht allzu lange vor der Krise übernommen. Sein Lieferdienst wird laut Urban zwar gut angenommen. „Es muss sich nur zeigen, ob sich das am Ende auch rechnet“, sagt Huber.

Vereinssteckbrief

Gründungsjahr: 1932
Mitglieder: 1000
Abteilungen: Ballett, Fußball, Kinderturnen, Schwimmen, Stockschützen, Tischtennis, Volleyball
Kontakt: Mauerner Straße 16, 82284 Grafrath
Internet: www.spvgg-wildenroth.de (wird derzeit überarbeitet, Online-Kontakt vorübergehend nur über info@spvgg-wildenroth.de)

VON ANDREAS DASCHNER

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