SVM im Duell gegen TSV Geiselbullach siegreich.
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SVM im Duell gegen TSV Geiselbullach siegreich.

Ein Tor reicht zum Sieg

TSV Geiselbullach schlägt SV Mammendorf - Aufwendiges Hygienekonzept funktioniert

  • vonHans Kürzl
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Die Geiselbullacher setzten sich knapp gegen die Mammendorfer durch. Das mehrere Seiten lange Hygieneschutzkonzept konnte ohne Probleme umgesetzt werden.

Mammendorf – Im ersten Testspiel nach der Corona-Pause trafen der SV Mammendorf und der TSV Geiselbullach aufeinander. Dass die Gäste mit 1:0 gewannen, war eher nebensächlich.

Für den Tagblatt-Reporter beginnt der Abendkick, zu dem keine Zuschauer zugelassen sind, mit einer Art Akkreditierung. Die Anfrage wird zum einen mit dem Hinweis beantwortet, man werde am Eingang abgeholt und an den Ort des Geschehens begleitet. Hinzugefügt wird das achtseitige Hygieneschutzkonzept des SV Mammendorf – mit der Bitte es zu beachten.

Darunter sind die ganz normalen Corona-Regeln, die man von Supermarkt oder Restaurant kennt: Mund-Nasen-Schutz, Abstand, Hust- und Niesetikette. Auch verwendet jeder Spieler die eigene Trinkflasche und genauso funktioniert, dass keiner auf dem Spielfeld ausspucken oder sich die Nase putzen soll.

Aber es wird gemeinsam gejubelt. Das tun zwar nur einmal die Geiselbullacher, nachdem Lukas Bründl in der neunten Minute getroffen hat. Aber man klopft dem Schützen auf die Schulter, klatscht sich ganz kurz ab und läuft in einem kleinen Pulk zurück an die Mittellinie.

„Da gibt’s bei den Profis viel engere Szenen“, betonte Johannes Eberle, beim SVM Spieler und stellvertretender Abteilungsleiter in Personalunion. Man denkt an den Pokaljubel des FC Bayern oder die Nürnberger Spielertraube nach ihrem Relegations-Happy-End in Ingolstadt.

„Wir hatten leider keinen Grund zum Jubeln“, bedauerte Eberle, der aber froh ist, wieder ein Gefühl für den Wettkampf bekommen zu haben. Das bestätigte Mammendorfs Trainer Thomas Rieder: „Gott sei Dank, dass es wieder los geht. Es war Zeit.“ Dass es mit Taktik und Spielverständnis bei den Mammendorfern doch merklich hakt, schreibt er der fast halbjährigen Pause zu. „Ähnlich wie nach Urlaub und Sommerpause früher.“ Übermäßige Bedeutung müsse man dem noch nicht beimessen.

Auch bei den Geiselbullachern stellt man fest, dass sich noch Sand im Spielgetriebe befindet. Es sei nicht nur die Pause an sich, sagt Spieler Mattias Dressel. „Man hat deutlich gemerkt, dass sich einige Spieler zeitweise mit anderen Dingen als Fußball beschäftigt haben.“ Kondition, Rhythmus, flotte Spielzüge, das müsse erst wieder den Feinschliff bekommen, so Dressel. „Aber es hat Spaß gemacht, wieder zu spielen“, sagt Dressel und bekräftigt das: „Wieder richtig spielen.“

Ob man das im September mit Pflichtspielen fortsetzen kann, wird aber vorsichtig bezweifelt. Es müsse nicht gleich eine zweite Welle sein, doch es könne ausreichen, den Re-Start noch einmal zu verschieben.

Und da hat Dressel eine klare Forderung an den Bayerischen Fußball-Verband: „Man muss uns Vereinen klar und rechtzeitig mitteilen, was Entscheidungslage ist.“ Zwei oder drei Tage vorher eine Mitteilung rauszuhauen, sei unzumutbar. „Da kann kein einziger Verein vernünftig planen.“

Auch Mammendorfs Eberle hat Zweifel, dass es im September wieder mit Punktspielen losgeht. Er sieht zudem bei den Zuschauern ein weiteres Problem: „Nicht jeder kann sein Gelände so sauber absperren wie wir.“ Doch auch das sei nicht der Weisheit letzter Schluss, räumt Eberle ein. Wenn Zuschauer von außerhalb des Vereinsgeländes über den Zaun schauen, könne man als Klub nicht einschreiten.

Darauf könne auch ein Schiedsrichter nicht achten, erklärt der Brucker Unparteiische Önder Kücük. „Ich muss auf die Fußball-Regeln achten, sonst nichts.“ Das tut er in einer Art und Weise, die bewusst Normalzustand vermitteln soll. Geiselbullachs Felix Thurner bekommt das in der 70. Minute zu spüren. Kücük hält ihm erst die Gelbe Karte unter die Nase, dann die Gelb-Rote: „Weil Du mich nicht angesehen hast, als ich Dich ermahnt habe“, teilt er dem Spieler mit.

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