Diego Maradona
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Weltmeister-Jubel: 1986 wurde Argentinien Weltmeister. Ein irreguläres Handtor von Maradona im Viertelfinale ebnete den Weg zum Triumph, ebenso wie ein Jahrhundert-Dribbling. Zu seinen beiden Toren gegen England sagte er einmal: „Manchmal denke ich, dass ich das Tor, das ich mit der Hand gemacht habe, dem anderen vorziehe. Es war in etwa so, als würde ich den Engländern die Brieftasche klauen.“

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Landkreis-Kicker erinnern sich an Fußball-Genie

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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  • Dieter Metzler
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Diego Maradona ist tot. Nicht nur in Argentinien hat er die Herzen von Millionen von Fußballfans berührt. Auch im Landkreis wird der Ballkünstler verehrt.

Landkreis - Bei kaum einem Fußballer waren Genie und Wahnsinn wohl so nah beieinander wie bei Diego Maradona. Und wohl kaum ein Fußballer hat es geschafft, diese zwei Seiten von sich innerhalb weniger Minuten in der Sport-Historie zu verewigen. Diese Momente haben sich auch bei zahlreichen Kickern aus dem Landkreis ins Gedächtnis gebrannt. 

Es ist das Viertelfinale der Weltmeisterschaft 1986: Argentinien gegen England. Nach 50 torlosen Minuten schnappt sich Maradona den Ball im Mittelfeld und umdribbelt vier Engländer auf dem Weg zur Strafraumgrenze. Sein Pass wird zwar abgeblockt, doch der Klärungsversuch der Engländer missglückt und segelt in hohem Bogen Richtung Elfmeterpunkt. Dort steigt der gerade einmal 1,65 Meter kleine Maradona nach oben und befördert den Ball am englischen Schlussmann Peter Shilton vorbei ins Tor – mit der Hand. Doch der Treffer zählt, einen Videobeweis gibt es damals noch nicht. Es sei die Hand Gottes gewesen, sagte Maradona nach der Partie. Reue für diese Aktion wird er bis zu seinem Tod nicht zeigen. 

Auf die Hand Gottes folgte sein Jahrhundert-Tor

Vor den Fernsehern sitzen damals auch viele Fußballfans aus dem Landkreis. Fünf Minuten später bekommen sie den zweiten Teil der Maradona-Show zu sehen. In der 55. Minute bekommt der Offensiv-Künstler knapp vor der Mittellinie den Ball. Mit einer eleganten Körperdrehung lässt er zwei Engländer aussteigen, der dritte kommt dem flinken Angreifer schon gar nicht mehr hinterher. Ab da geht es nur noch nach vorne, Richtung Tor, über den halben Platz. Maradona lässt noch einen vierten, einen fünften und einen sechsten Engländer alt aussehen, ehe er auch Shilton mit einer Körpertäuschung auf den Boden zwingt und den Ball lässig am Keeper vorbeischiebt. Es ist ein Jahrhundert-Tor. 

Argentinien marschierte in der Folge zum Titel. Der 3:2-Sieg über Deutschland im Finale besiegelte Maradonas ganz persönlichen Triumph – auch wenn er im Endspiel selbst kein Tor erzielte. Und obwohl Deutschland überraschend das Finale erreicht hatte, waren es die beiden Maradona-Tore im Viertelfinale, die den Landkreis-Kickern ewig im Gedächtnis blieben.

Maximilian Zgud: „Er hat sich viele Verdienste für Argentinien erworben“

„Auch wenn das weit vor meiner Zeit war, mit dem Namen Maradona verbinde ich spontan natürlich sofort die Hand Gottes. Davon hatte ich natürlich später immer wieder gehört, als er mit der Hand ein Tor erzielte, dass der Schiri übersah. So viel wie ich weiß, zählte der kleine Kreativkopf wohl zu den besten Fußballern seiner Zeit. Er hat sich viele Verdienste für Argentinien erworben. In der Neuzeit allerdings hat er sich viele Skandale geleistet.“

Uwe Slowik: „In meiner Zeit damals war Maradona ein Idol“

„Na, die ,Hand Gottes’ fällt wahrscheinlich nicht nur mir sofort ein, wenn der Name Maradona fällt. Er war ein Ausnahmefußballer, antrittsschnell, mit Übersicht, hatte eine hervorragende Technik, trotz seiner etwas fülligen Figur. Aber er war ein pfiffiger Spieler mit Köpfchen und vielen überraschenden Ideen. In meiner Zeit damals war Maradona ein Idol, und jeder wollte so spielen wie er. Doch der Reichtum hat ihn schließlich kaputt gemacht. Es ist schade um ihn. Seine Alkoholeskapaden und sein Drogenkonsum haben sein Leben zerstört.“

Maximilian Schuch: „An seiner fußballerischen Genialität gibt es nichts zu deuteln.

„Auch wenn ich damals noch nicht geboren war, die Hand Gottes ist natürlich für jeden Fußballer ein Begriff. Ich habe auch einmal einen Film über Maradona gesehen, der war sehr interessant. Hochinteressant auch seine Karriere beim SSC Neapel. Als er aber mit der Mafia in Verbindung gebracht wurde und mit Drogen, hat mich sein Absturz menschlich schon erschüttert. Aber an seiner fußballerischen Genialität gibt es nichts zu deuteln.“

Günter Bayer: „Keiner behandelte den Ball so wie er“

„Zu seiner Zeit war Maradona der beste Fußballer, den es gab. Keiner behandelte den Ball so wie er. Ich habe ihn im Münchner Olympia-Stadion erlebt. Damals spielte der FC Bayern im Europapokal der Landesmeister gegen den SSC Neapel, wo Maradona spielte. Ich habe ihn beim Aufwärmen beobachtet. Da hat er geschlagene zehn Minuten den Ball in der Luft gehalten, nicht einmal berührte der Ball den Boden. Ich kannte keinen Spieler, der, wenn er körperlich fit war, ihm das Wasser reichen konnte. Er war ein beeindruckender Fußballer.“

Max Lachauer: „Es ist sehr schade um ihn“ 

„Es ist sehr schade um ihn. Aber bei dem Lebenswandel, den er geführt hat, wundert mich diese Nachricht nicht. Da musste man mit so etwas rechnen Aber als Fußballer habe ich nichts als gute Erinnerungen an ihn. Er war damals definitiv einer der besten Spieler seiner Zeit. Deshalb ist es besonders schade, dass er in den vergangenen Jahren eigentlich fast nur für negative Schlagzeilen gesorgt hat.“ 

Markus Wex: „Er zauberte mit offenen Schnürsenkeln minutenlang mit dem Ball“

„Meine Erinnerungen an ihn gehen bis zur WM 1982 zurück. Da war ich sieben, habe Panini-Bilder gesammelt. Besonders begehrt waren Maradona-Bilder. Und wie könnte ich vier Jahre später seine Glanztat, die ,Hand Gottes’, vergessen? Unvergessen auch seine Sololäufe gegen Belgien und England mit dem ,Tor des Jahrhunderts’. Und dann so ein Genie zu sehen, der mit dem Ball macht, was er will wie beim Spiel in München gegen Neapel. Als sich die Spieler im Olympiastadion warmlaufen, zauberte Maradona mit offenen Schnürsenkeln minutenlang mit dem Ball.“

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