Traumstart zerplatzt wie eine Seifenblase

- Olchings Trainer beklagt Niederlage, zwei rote Karten und loses Mundwerk

VON HANS KÜRZL Olching - Eine knappe Viertelstunde war noch zu spielen, als Olchings Peter Held einen Freistoß aus der Mitte der gegnerischen Hälfte ins Nichts des Großhaderner Sportgeländes setzte. "Da läuft nichts mehr zusammen", winkte auch ein Fan an der Außenlinie resignierend ab. Mit 1:3 lagen die Olchinger zu diesem Zeitpunkt zurück und einige der Gästekicker machten nicht mehr den Eindruck, als wollten sie an eine Wende glauben. Dass am Ende der Spitzenreiter aus München noch einen weiteren Treffer drauflegte, wurde eher beiläufig zur Kenntnis genommen.

Dabei hatte man gut daran getan, pünktlich seinen Obulus am Haderner Kassenhäuschen entrichtet zu haben. Denn der Sekundenzeiger hatte gerade erst seine zweite Runde vollendet, als Denis Bartulovic eine Vorlage von Christian Bründl erfolgreich verwertete. Die Olchinger setzten das Versprechen ihres Trainers in die Tat um und boten den Großhadernern mutig die Stirn.

Und zunächst ließen sie sich nicht einmal durch den höchst überflüssigen Platzverweis von Fabian Lacher nach bereits neun Minuten stören. Doch genau darin sah Miefanger den langfristigen Grund für die Niederlage. "Irgendwann macht sich halt so eine Unterzahl bemerkbar", zitierte der Coach diese Variante einer Fußballerweisheit.

Dieses "Irgendwann" begann nach ziemlich genau einer halben Stunde und kam sozusagen aus dem Nichts. Denn bis dahin hatten die Olchinger den Tabellenführer ganz gut im Griff und auch mehr Vorwärtsdrang entwickelt. Ein Elfmeterpfiff und die sichere Ausführung von Martin Schwarzmüller setzten dem Vorsprung ein Ende.

Weitere sechs Minuten später hatte der TSV die Partie sogar gedreht, allerdings unter gütiger Mithilfe von SCO-Verteidiger Martin Schanda. Dessen Abwehrversuch per Flugkopfball landete vor den Füßen von Manuel Sedlmeir, der diese Einladung dankend annahm.

Bei ihrem Keeper Daniel Walkowiak durften sich dann die Gäste bedanken, dass sie nicht schon in den Pausentee den bitteren Beigeschmack eines Zwei-Tore-Rückstand mischen mussten. Denn sowohl Engin Deniz als auch Ahmet Dirik bei der Wiederholung scheiterten an Walkowiak.

Kurz nach dem Seitenwechsel musste er den Ball allerdings aus dem Netz fischen, der dank eines Hebers von Engin Deniz den Weg ins Ziel gefunden hatte. Olchings Hoffnungsfunke hatte nun nur mehr schwache Leuchtkraft. An Laufarbeit ließ es die Offensivabteilung zwar nicht vermissen, aber am letzten entscheidenden Biss in des Gegners Hälfte fehlte es einfach.

"Wir müssen ruhiger werden", zog Miefanger ein weiteres Fazit. Damit meinte er zwar auch die spielerischen Elemente, die ihm manchmal nicht sicher genug schien. Der Coach bezog das genauso auf das Mundwerk einiger seiner Kicker. "Wenn der Schiri pfeift, muss Ruhe sein", forderte Coach Miefanger.

Dass Markus Schad nächste Woche seine Sperre wieder abgesessen hat, ist ihm ein schwacher Trost. Mit zwei Wochen rechnet er bei Andreas Weixler, mit "ein bisschen mehr" bei Lacher.

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