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Serkan Özmen ist Präsident BVTA Fürstenfeldbruck. Der Verein muss 600 Euro zahlen. 

In zweiter Instanz

Trotz Entlassung: BVTA muss wegen Tätlichkeit von Ex-Trainer zahlen

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Drei aufsehenerregende Urteile der Sportgerichte schrecken beziehungsweise beglücken die regionale Fußballszene. Während Olchings Landesligisten davon profitieren, geht es für den SV Germering und Brucks türkische BVTA-Kicker finanziell und tabellenmäßig nach unten.

Fürstenfeldbruck – Nach dem von ihrem mittlerweile entlassenen Trainer verursachten Spielabbruch gegen Ethnikos Puchheim im September wurde der BVTA Fürstenfeldbruck vom Sportgericht jetzt auch in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe von insgesamt 600 Euro verdonnert. Der damalige Übungsleiter, der durch seine körperliche Attacke gegen Gautings Schiedsrichter Wolfgang Bertol Auslöser des Skandals war, war beim Ersturteil ungeschoren davon gekommen.

Das Sportgericht hatte zunächst die unmittelbar erfolgte Entschuldigung des Trainers beim Schiedsrichter als strafmildernd gewertet und auf ein Funktionsverbot verzichtet. BVTA-Präsident Serkan Özmen äußerte sich damals verwundert: „Ich hatte mit einer langen Sperre gerechnet.“

Nicht einverstanden mit dem Urteil in erster Instanz vor Zugspitz-Richter Franz Pölt war auch die Schiedsrichterzunft. Die von Christian Erdle (Stefansberg) und Einteiler Michael Stahl (Emmering) geleitete Ammersee-Gruppe schaltete den Verbandsanwalt des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) ein. Der legte Berufung ein und forderte aufgrund der Schwere des Vergehens eine persönliche Bestrafung des Trainers. Eine Geldbuße gegen den Verein könne den Coach nicht straffrei stellen. Das Bezirkssportgericht unter der Leitung des Münchner Fußballjuristen Franz Eineder hob daraufhin das Urteil aus erster Instanz auf.

Die ursprüngliche Geldstrafe für den Spielabbruch in Höhe von 300 Euro wurde auf 200 Euro reduziert. Den inzwischen nicht mehr beim BVTA tätigen Trainer verdonnerte das Bezirkssportgericht aber zu einer 400-Euro-Geldstrafe. Von einem allgemeinen Sportplatzverbot wurde abgesehen.

In der Begründung wurde ausgeführt, dass dem Trainer vor Augen geführt werden müsse, dass sein Verhalten auf dem Sportplatz – das unberechtigte Betreten des Spielfelds und seine Tätlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter – nicht hingenommen werden könne. Dabei ging das Sportgericht bei der unmittelbar nach dem Spiel gegenüber dem Schiedsrichter erfolgten Entschuldigung nicht von „tätiger und ernsthaft gemeinter Reue“ aus.

Ziel der Aktion sei nach Ansicht der Richter vielmehr gewesen, den Referee von einer Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei abzuhalten. Ein solches „hintergründiges Verhalten“ könne nicht strafmildernd gewertet werden, argumentierte das Bezirkssportgericht.

Die Sportjuristen folgten daher auch nicht der Gegendarstellung des BVTA, wonach eine Bestrafung des Trainers durch die Sportgerichtsbarkeit nicht mehr möglich sei, nachdem der Betroffene vom Verein ausgeschlossen worden sei. Nach den Bestimmungen des Verbandes haftet der Verein, dem das bestrafte Mitglied zur Zeit der Tat angehörte. Gehört ein Trainer nicht dem Club an, dessen Mannschaft er betreut, gilt dieser Passus auch.

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