Im Zuge der Corona-Pandemie muss der TSV Alling, im übertragenen Sinne, enger zusammenrücken.

Viele noch offene Fragen im Verein

TSV Alling: Neustart am 1. September „ein Schmarrn“

  • vonDieter Metzler
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Für Thorsten Kiffer, Abteilungsleiter beim TSV Alling, ist ein Restart im September wegen den Ferien nicht sinnvoll. Auch im Jugendbereich stellen sich einige Fragen.

Alling – Diese Zahl liest sich mehr als beeindruckend. Gut ein Viertel der Allinger ist im örtlichen Sportverein. So gestaltet der Verein das Leben in der Gemeinde nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich mit zahlreichen Veranstaltungen. Hier sei nur an den weit über die Gemeindegrenze hinaus bekannten „Wiesn-Countdown“ erinnert. Wie der heuer aussehen wird, ist allerdings noch unklar.

Kiffer: Heuer kein Wiesn-Countdown

„Den Wiesn-Countdown gibt es heuer in der gewohnten Form wegen der Corona-Pandemie sicher nicht“, sagt der Fußball-Abteilungsleiter Thomas Kiffer. Die Fußballer organisieren seit zwei Jahrzehnten das Event. Man überlege schon, was man stattdessen auf die Beine stellen könne. Das Sommerfest, das der Verein heuer für Mitte Juli geplant hatte, wurde ebenfalls bereits abgesagt.

Als wenn sie es vorausgeahnt hätten, so bezogen die Fußballer diesmal nicht am Ende der Vorbereitungsphase auf den Rückrundenstart ihr Trainingslager am Gardasee, sondern bereits Anfang Februar. Doch kaum waren die Kreisklassenkicker zurück auf dem heimatlichen Gelände und wollten sich intensiv auf das Restprogramm mit zwölf Spielen und den damit verbundenen Klassenerhalt vorbereiten, machte der vom Freistaat verordnete Corona-Stillstand alle sportlichen Ambitionen zunichte.

Kiffer: Neustart am 1. September wegen Ferien sinnlos

„Anfangs haben wir nicht geglaubt, dass es eine so lange Unterbrechung geben würde“, meinte Kiffer. An den Ernst der Lage habe man nicht so wirklich glauben wollen. „Dass aber etwas passieren würde, war uns allen letztlich klar, auch aufgrund der vielen Meldungen aus anderen Ländern.“ Die Entscheidungen des Bayerischen Fußballverbands (BFV), die Saison fortzusetzen, hält Thomas Kiffer für die sportlich fairste Lösung. „Damit war für mich eigentlich klar, dass es die Saison 2020/2021 nicht geben wird“, meint er. Mit einem Neustart am 1. September rechnet er allerdings nicht. „Das wäre ehrlich gesagt auch ein Schmarrn. Damit fielen Vorbereitung und Spiele mitten in die Ferienzeit. Wir haben viele Schüler und Studenten, die wären alle in Urlaub. Ich halte einen Start zum 1. Oktober für sinnvoller.“

Nach einer unlängst geführten Besprechung mit dem Abteilungsgremium haben die TSV-Funktionäre sich entschlossen, sicherheitshalber am 1. Juli mit der Vorbereitung zu beginnen. „Vom Verband wünsche ich mir aber eine frühzeitige Aussage zum Saisonstart mit mindestens sechs Wochen Vorlauf, sodass man auch die Vorbereitung noch ordentlich planen und durchziehen kann“, sagt Kiffer. Diese Woche schickt der Verein Erklärungen an die Erwachsenen und alle Eltern der Jugendspieler raus, wann und unter welchen coronabedingten Einschränkungen es dann wieder losgeht.

Kiffer: Könnte schwierig sein, die jungen Spieler wieder zu motivieren

Auch über die vom BFV nach Wintermodus eingeführte Wechselfrist ist Kiffer nicht so ganz glücklich. „Auch wenn das bei uns im Verein nicht das Problem darstellt“, meint der Abteilungsleiter. Sorgen macht er sich über die Jugend im Verein. „Ich bin echt gespannt, wie es nach so einem langen Stillstand weitergehen wird.“ Er könne sich vorstellen, dass es teilweise schwierig werden könnte, die jungen Spieler von der C-Jugend abwärts wieder zu motivieren. Da käme es viel auf die Eltern an, glaubt Kiffer. Nach Gesprächen mit der A- und B-Jugend habe man aufgeatmet. „Hier haben wir keine negativen Auswirkungen festgestellt.“

Mitglieder und Trainer unterstützen den Verein

Stolz berichtet Kiffer von den sportlichen Aktivitäten der Spieler im Herrenbereich während der Pandemie. Jeder konnte seine Aktivitäten individuell gestalten. Vom Laufen, Radfahren, Schwitzen an Fitnessgeräten und sogar Bergsteigen berichteten die Meldungen der Spieler über die mannschaftsinterne Whatsapp-Gruppe. „Mich freut, dass sie alle mitgezogen haben und das ernst genommen haben.“

Auch die Mitglieder halten dem TSV die Treue. Ebenso die Sponsoren. „Da haben wir sogar aufmunternde Worte vernommen, wie: Macht euch keine Sorgen, wir sind weiter dabei.“ Dennoch geht der Verein auch aktiv auf seine Sponsoren zu. „Wenn jemand von ihnen Probleme hat, werden wir sicher eine Lösung miteinander finden. Und sogar alle Trainer haben während der Pandemie auf ihre Aufwandsentschädigung von sich aus verzichtet, berichtet Kiffer. Ausgenommen davon sind aber die Jugendtrainer. Denn: „Die sind alle ehrenamtlich unterwegs. Da sind wir besonders stolz drauf.“ (Dieter Metzler)

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