Norbert Wagner (li.) und Jürgen Schamberger verzichten mit ihren Teams auf den Ligapokal.
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Norbert Wagner (li.) und Jürgen Schamberger verzichten mit ihren Teams auf den Ligapokal.

„Da sind uns die Punktspiele doch wichtiger“

Kein Ligapokal für TSV West und SV Haspelmoor - “Freundschaftsspielcharakter“

  • vonHans Kürzl
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Zwei Vereine aus dem Landkreis haben sich nicht für den Ligapokal gemeldet. Für den TSV West und den SV Haspelmoor hat der Ligabetrieb klar Priorität.

Landkreis – Die letzte Sicherheit, wie es im Spielbetrieb des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) weitergeht, fehlt weiterhin. Das gilt ebenso für den Ligapokal. Ab Mitte September soll er auch im Kreis Zugspitze von der Kreisliga abwärts starten. Das Interesse ist hoch, doch die Skepsis bleibt.

Eckl: Darauf geachtet, dass es möglichst viele Nachbarschaftsderbys gibt

Beim BFV sieht man den neuen Wettbewerb als gute Möglichkeit, den Vereinen Spielpraxis zu vermitteln und Anreize wie einen Aufstieg zu schaffen. Kreis-Spielleiter Heinz Eckl sieht sich für den Zugspitz-Kreis bestätigt: „Die Anmeldezahlen sind total positiv.“ Alle Kreisligisten hätten gemeldet, bei den Kreis- und A-Klassen liege die Quote bei 90 Prozent und mehr. Lediglich bei den B- und C-Klassen seien die Zahlen geringer. „Das überrascht aber nicht“, so Eckl.

So hat er also die Ligapokal-Gruppen vor allem nach geografischen Gesichtspunkten eingeteilt. „Wir habe auch darauf geachtet, dass es möglichst viele Nachbarschaftsderbys gibt.“ Ein weiteres Kriterium sei zudem gewesen, nach Möglichkeit am gleichen Spieltag dieselben Paarungen von ersten und zweiten zweiten Mannschaften anzusetzen. Weitgehend sind so Sechsergruppen entstanden, die bis Ende Oktober einen Sieger ermitteln werden. Eine erste K.o.-Runde ist noch für November vorgesehen. Grundsätzlich soll der Sieger der Gesamtrunde mit dem Aufstiegsrecht belohnt werden.

TSV West hat Kader „mit nur 13 Spielern“ - SV Haspelmoor will sich auf die Liga konzentrieren

Trotz aller Anreize haben zwei Vereine aus dem Landkreis nicht gemeldet. Der klassenhöchste Klub ist Kreisklassist TSV West. „Ich habe einen Kader mit nur 13 Spielern“, nennt dessen Trainer Norbert Wagner den Hauptgrund für die Absage. Außerdem hält er den Ligapokal für eine reine Beschäftigungstherapie. „Da sind uns die Punktspiele doch wichtiger.“ Ebenso wenig Auswahl hat Haspelmoors Trainer Jürgen Schamberger, wenn er seine Spieler zum Training bittet. Da wolle man sich lieber auf den Ligabetrieb statt auf den Ligapokal konzentrieren. „Dieser Pokal hat doch nur Freundschaftsspielcharakter“, so Schamberger. „Im Zweifelsfall wird ein Spieler dafür absagen, wenn er angeschlagen ist.“ Wenig Verständnis hat Schamberger dafür, dass der BFV den Cup terminlich vorzieht: „Wenn man Spielpraxis will, hätte man mit den Punktspielen beginnen können.“ Die Voraussetzungen bei den Vereinen würden sich nicht zu sehr unterscheiden.

Nur eines steht nach Lage der Dinge fest: Der Ligapokal wird eine einmalige, coronabedingte Angelegenheit bleiben. „In einer normalen Saison kann man so etwas gar nicht im Terminkalender unterbringen“, stellt Spielleiter Eckl klar. (HANS KÜRZL)

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