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Derby als Krönung: Das überraschendes Comeback von 1. FC GAP-Routinier Schubert

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Von: Oliver Rabuser

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Überraschungscomeback: Dominik Schubert (r.) tauchte vor drei Wochen wieder beim 1. FC auf und stand gegen Wolfratshausen erstmals wieder auf dem Platz.
Überraschungscomeback: Dominik Schubert (r.) tauchte vor drei Wochen wieder beim 1. FC auf und stand gegen Wolfratshausen erstmals wieder auf dem Platz. Foto: or © or

Beim Spitzenspiel gegen den TSV Murnau stand überraschend FC Garmisch-Partenkirchens Defensivspezialist Dominik Schubert in der Startelf. Die Hintergründe des Comebacks.

Garmisch-Partenkirchen – Anfangs war es eine Randnotiz: Dominik Schubert nimmt am Mannschaftstraining teil und setzt sich für den Eventualfall auch auf die Bank. Drei Wochen ist das her. Inzwischen hat die Thematik an Bedeutung gewonnen. Schubert stand im Derby gegen den TSV Murnau nicht nur in der Startelf, sondern die gesamte Spielzeit auf dem Platz. Viel wichtiger aber: Der 29-Jährige gehörte zu den Schlüsselspielern beim Garmisch-Partenkirchner 1:0-Erfolg. „Dass das jetzt mit dem Derby gekrönt wurde, ist natürlich schön“, sagt Schubert selbst.

1. FC GAP-Coach Heringer mit Lob für Schubert

Das Loblied von Trainer Florian Heringer, „kein Gegentor gegen den (bis dato noch) zweitbesten Sturm der Liga bekommen zu haben“, verstreut sich zwar auf die Mehrzahl der Defensivspezialisten beim 1. FC, Schubert aber nahm in dieser Partie eine zentrale Rolle ein. Er lenkte die Dreier-Abwehrkette als ihr zentrales Glied. Unaufgeregt und mit Übersicht.

Die Zweikämpfe gegen Murnaus Torjäger Georg Kutter führten andere, zumeist Maximilian Heringer oder Christoph Schmidt. Schubert war eher die letzte Bastion für Notfälle, die im zweiten Abschnitt dank der wiedergefundenen Kompaktheit der Gastgeber nicht mehr eintraten. „Wenn ein Defensivspieler Außenstehenden nicht großartig auffällt, hat er ein gutes Spiel gemacht“, urteilt der Coach.

GAP fragt bei Schubert an: „Er konnte mir keine Einsatzzeit versprechen – aber das wollte ich auch nicht“

Schubert hatte die Fußballkarriere vor der Saison eigentlich beendet. Mit Verabschiedung und Geschenk, keinesfalls aber mit dem Siegel der Endgültigkeit abgestempelt. „Ich habe ja gesagt, dass ich auf jeden Fall zur Verfügung stehe, wenn Bedarf da ist und Leute fehlen“, erinnert Schubert. Mit Ausnahme von Martin Hennebach, der sich bei seinem Heimatklub einbringt, ist das verbliebene Trio der Neu-Ruheständler sowieso ziemlich FC-affin. So findet man Florian Scheck immer wieder – so auch am Samstag – auf der Tribüne am Gröben. Stefan Durr war als Option für die Schlussminuten sogar wieder Teil der Mannschaft. Seine Einwechslung verhinderte lediglich der Linienrichter mit einer eigenwilligen Aktion.

Dominik Schubert: „Ein lautstarker Typ“ mit der „Fähigkeit zu dirigieren“

Während Durr von sich aus mittrainierte und zumeist vor Ort ist, war es bei Schubert schon Coach Heringer, der Interesse anmeldete. Die Anfrage beim Routinier hatte gute Gründe. Bei Jakob Jörg und Florian Langenegger entpuppten sich die Blessuren als weit hartnäckiger als ursprünglich gemutmaßt, was ein Comeback der beiden in diesem Kalenderjahr ausschloss. Also der Griff zum Telefon. „Er hat mich gefragt, ob ich mittrainieren wolle, konnte mir aber keine Einsatzzeit versprechen“, enthüllt Schubert, „Aber das wollte ich auch nicht.“

Die Mankos in Sachen Training und Koordination sah Heringer nicht als Probleme an. „Dominik schaut auf seinen Körper, ist auch ohne Fußball fit.“ Sieht auch der Kicker so: „Man verlernt es ja nicht gleich.“ Zumal er nach eigener Aussage bekanntlich nicht das „elegante Rehkitz“, sondern eher der „Typ Wasserbüffel“ auf dem Platz sei. Der Trainer hebt vielmehr den Mehrwert Schuberts hervor. „Ein lautstarker Typ“, zudem verfüge er über die „Fähigkeit zu dirigieren“.

Schubert bleibt als Back-up im Kader: „Ihn in der Hinterhand zu haben, ist viel wert für uns“

Wirklich viel gibt es nach der Hinserie ja nicht zu kritisieren. In diesem Punkt aber findet Heringer einen Ansatz. „Das hat uns in der Vorrunde ein Stück weit gefehlt.“ Weitere Gründe für den Startelfeinsatz: Heringer wollte eine „physisch sehr präsente Mannschaft“ auf den Platz schicken. Zudem Maximilian Heringer, der für gewöhnlich mittig verteidigt, auf der Secher-Position als wirkungsvolles Mittel gegen Kutter aufbieten. Früh sah der Trainer das Vorhaben auf dem Prüfstand. Nach nur sechs Minuten handelte sich Schubert eine Verwarnung ein, die Heringer jedoch als „zweifelhaft“ abhakte. „Dadurch hat Dominik vorsichtiger sein müssen, aber er hat es gut kompensiert.“

Doch: Schubert wird die Fußballschuhe erst einmal wieder verräumen. Er ist überzeugt, dass die Kollegen Langenegger und Jörg sich über den Winter komplett erholen, seine Dienste dann nicht mehr benötigt werden. Wohl begründete Anfragen stoßen aber weiterhin auf offene Ohren. „Auf Stand-by-Modus bleibe ich auf jeden Fall“, stellt Schubert klar. Zur Freude seines Trainers: „Ihn in der Hinterhand zu haben, ist viel wert für uns.“

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