Arne Albl, Sportvorstand beim 1. FC: Re-Start vorerst nicht in Gefahr
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Arne Albl, Sportvorstand beim 1. FC: Re-Start vorerst nicht in Gefahr

„Ich hoffe, dass alle negativ sind“

14 Spieler des 1. FC Garmisch-Partenkirchen in häuslicher Quarantäne wegen Super-Spreaderin

  • vonOliver Rabuser
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  • Patrick Hilmes
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Ein Großteil des 1. FC GAP-Kaders ist nach einer Infizierung eines Spielers nun in Quarantäne und das kurz vor dem Re-Start.

Garmisch-Partenkirchen – Die Marktgemeinde ist der neue Corona-Hotspot. Das ist bittere Gewissheit. Kein Wunder, dass auch schnell der Sport involviert ist. Getroffen hat es nun die Fußballer. Nahezu der gesamte Landesliga-Kader des 1. FC Garmisch-Partenkirchen befindet sich in häuslicher Quarantäne. Nicht ganz so dramatisch verhält es sich bei der SG Oberau/Farchant, die sämtliche Testspiele gestrichen hat.

1. FC Garmisch-Partenkirchen: Spieler von amerikanischen „Super-Spreaderin“ infiziert - ganzes Team in Isolation

Am vergangenen Donnerstag bekam Arne Albl, Sportvorstand beim 1. FC, die Info, dass einer seiner Spieler Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Dieser begab sich zum Test und erhielt am Freitag den positiven Befund. Es handelt sich um einen Mitarbeiter der US-Edelweiss-Lodge. In diesem Hotel ist auch die als „Super-Spreaderin“ betitelte 26-jährige US-Amerikanerin beschäftigt, die trotz Symptome und verordneter Quarantäne im Nachtleben der Marktgemeinde unterwegs war. Am Dienstag, 8. September, nahm der Akteur des 1. FC letztmals am Mannschaftstraining teil. Erst am Tag darauf hatte er direkten Kontakt mit seiner Arbeitskollegin, zuvor aber mit anderen Mitarbeitern, die mittlerweile ebenfalls positiv getestet wurden. Die Konsequenz für den 1. FC: ab in die heimische Isolation. Betroffen sind insgesamt 18 Personen, 14 Spieler sowie Trainer und Betreuer.

Sie alle weisen bisher keine Symptome auf, haben sich testen lassen und warten nun auf die Befunde. „Ich hoffe, dass alle negativ sind“, betont Albl. Sein Hintergedanke ist nicht von sportlicher Natur. Er wünscht sich, dass die Infektionskette nicht weitergeführt wird, dass seine Spieler das Virus nicht weiter getragen haben.

1. FC Garmisch-Partenkirchen: Saller fordert Strafe für US-Amerikanerin

Christoph Saller, Coach des 1. FC, fordert mit Blick auf die vermeintliche Verursacherin „eine harte Bestrafung“ und spricht von einem „unfassbaren und unverantwortlichen“ Verhalten. Albl schlägt ruhigere Töne an und will niemanden an den Pranger stellen, dessen Schuld nicht zu 100 Prozent bewiesen ist. „Wer Symptome aufweist, hat natürlich im Nachtleben nichts verloren. Es ist unglücklich, aber damit muss man rechnen, das kann jedem überall passieren“, merkt der Sportvorstand an.

Dass es den 1. FC gerade jetzt kurz vor dem Re-Start trifft, sei kein Beinbruch. Die Quarantäne endet mit dem 22. September und kann nicht durch negative Testergebnisse ausgehebelt werden. Vier Tage später steht das erste Spiel in der Landesliga daheim gegen den VfB Durach an. Bis dahin bittet Saller seine Mannen zum virtuellen Training. Das sei nicht optimal, jedoch kein Grund, jetzt schon den Re-Start zu verschieben, sagt Albl. Ob die Partie wirklich ausgetragen wird, will man beim 1. FC aber nicht im Alleingang entscheiden. „Wir holen die Spieler mit ins Boot“, betont Saller.

1. FC Garmisch-Partenkirchen hofft auf keinen Spieler-Rückzug

Weitere Konsequenzen fürchtet man beim 1. FC vorerst nicht. „Das ist jetzt einmal passiert, man kann sich ebenso schnell verletzen“, sagt Albl. Doch bei einem zweiten, dritten, vierten Vorfall könne sich alles ändern. „Manche Spieler sagen dann, dass sie sich das auf der Arbeit nicht leisten können, mehrmals wochenlang zu fehlen.“ Ebenso muss auch in die andere Richtung gedacht werden. Arbeitgeber könnten ihren Arbeitnehmern den Verzicht auf Sport nahelegen. „Dafür hätte ich vollstes Verständnis. Wir reden hier von einem Hobby“, betont Albl.

Vorsichtige Entwarnung gibt es derweil am Gießenbach. Auch die SG wurde vom Gesundheitsamt kontaktiert. Grund waren zwei Akteure des A-Klassisten, die als Kontaktpersonen eines Coronafalls identifiziert wurden. Mittlerweile liegen für beide Kicker negative Befunde vor. Da der Kontakt zeitlich bereits weiter zurückliegt, bleibt der SG die Quarantäne erspart. Es bedarf lediglich noch der Klärung, ob die Betroffenen ein weiteres Mal zum Abstrich müssen. Die Testspiele der Ersten und Zweiten wurden vorsorglich gestrichen. Gleichwohl halten auch die Oberauer an ihrem Saisonstart fest.

(OLIVER RABUSER UND PATRICK HILMES)

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