Tor(wart)-Maschine: Stefan Schwinghammer trifft als Feldspieler in Raisting doppelt – hier zum 0:1. Später lässt der Stammkeeper einen weiteren Treffer folgen.
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Tor(wart)-Maschine: Stefan Schwinghammer trifft als Feldspieler in Raisting doppelt – hier zum 0:1. Später lässt der Stammkeeper einen weiteren Treffer folgen.

„Er kann es halt und weiß, wo ein Stürmer stehen muss“

1. FC GAP: Keeper Stefan Schwinghammer trifft doppelt gegen Raisting

  • vonOliver Rabuser
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Vor dem Seitenwechsel zwischen den Pfosten, nach der Pause Torjäger: Keeper Stefan Schwinghammer war der entscheidende Mann im Testspiel gegen den SV Raisting.

Raisting – Die Urlaubszeit ist Schuld. Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen musste zum Testspiel in Raisting mit völlig ungewohnter Aufstellung antreten. In der Spielidee war der massive Aderlass nicht zu übersehen. Dennoch fiel das Ergebnis standesgemäß aus – die Werdenfelser siegten beim Bezirksligisten deutlich mit 3:0.

Großen Anteil am Erfolg hatte Stefan Schwinghammer. Aber nicht etwa, weil der Stammtorhüter des 1. FC eine ganzen Reihe an Chancen der Gastgeber entschärfte. In den ersten 45 Minuten, in denen Schwinghammer den Kasten hütete, zählte man beim SV Raisting zwei nennenswerte Annäherungen an den FC-Strafraum, dazu einen Treffer an die Latten-Unterkante nach einer Unaufmerksamkeit der Hintermannschaft. Schwinghammer blieb immer hellwach.

Schwinghammer als Doppel-Torschütze Mann des Spiels

Zur Pause schlüpfte er in das Trikot eines Mittelstürmers, das ihm an diesem Spätnachmittag auf den Leib geschnitten war. Bei den Garmisch-Partenkirchnern fehlte mit Kickern wie Momo Diaby, Moritz Müller, Florian Scheck, Michael Rauch oder Jonas Poniewaz die halbe Stammelf. Und ein schlechter Kicker war der Ohlstädter ja bekanntermaßen noch nie. Schon in früheren Jahren wirkte Schwinghammer immer wieder mal in Trainingsspielen mit. „Er kann es halt und weiß, wo ein Stürmer stehen muss“, lobte Beqir Loshi die Leistung des Interims-Angreifers.

Loshi vertrat Chefcoach Christoph Saller, welcher sich aktuell im Urlaub befindet. Schwinghammer ersetzte mal eben in vorderster Linie die Fraktion um Müller und Poniewaz. So war die Bilanz am Ende ganz einfach: Schwinghammer war als Doppel-Torschütze ohne Zweifel der Mann des Spiels. Zunächst fiel ihm ein Eckball trotz massiver Zahl an Raistinger Abwehrspielern unversehens vor die Füße, später schloss der 26-Jährige noch einen Konter zum Endstand ab.

1. FC Garmisch-Partenkirchen: Schwache Leistung vor der Pause

Dazwischen war mit Florian Langenegger ein weiterer prägender Spieler dieser Partie erfolgreich. Langenegger riss zusammen mit Maxi Heringer und Dominik Schubert, der neben Mechat Bekombo als Innenverteidiger agierte, die Organisation an sich. In diesem Punkt klappte die Kompensation sehr gut. In den Bereichen Abstimmung und Spielfluss merkte man die zahlreichen fehlenden Spieler deutlich. „Wir hatten keine Ruhe am Ball, waren viel zu hektisch“, monierte Loshi. Dass Akteure wie Bekombo, Julian Ademi oder Lukas Kunzendorf zuletzt wenig trainieren konnten, tat ein Übriges.

Insbesondere der erste Spielabschnitt war aus der Sicht des FC kein Ruhmesblatt. Nach dem Seitenwechsel sah Loshi dann 20 „gute Minuten“, ehe sich wieder eine „lustlose Phase“ einschlich. Das will er aber nicht als zu negativ verstanden wissen. Dies sei die Folge einer „harten Trainingswoche“, in der der Coach verstärkt den Fokus auf Muskelaufbau und Ballarbeit gelegt hatte.

1. FC Garmisch-Partenkirchen wundert sich über Zuschauer in Raisting

Etwas bizarr muteten derweil die Umstände auf der Raistinger Sportanlage an. Als wäre die Corona-Pandemie längst Vergangenheit, kamen die Mannschaften gemischt aus den Kabinen, die Reservespieler verzichteten beiderseitig auf Mindestabstand sowie Mundschutz. Generell war von den Vorgaben des Verbandes wenig zu erkennen. 

Handgezählte 16 Zuschauer fanden sich auf dem frei zugänglichen Sportplatz ein und verfolgten unverblümt unter der Tribüne sowie an der Bande das Geschehen. Verantwortliche waren mit Ausnahme von SVR-Coach Johannes Franz keine auszumachen. „Wir hatten jetzt schon einige Testspiele, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“; wunderte sich auch Loshi über die Begebenheiten. 

(OLIVER RABUSER)

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