Sein Tor genügte nicht: Simon Nutzinger (r.) verlor mit Ohlstadt II gegen Anton Brenner und Co. aus Grainau.
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Sein Tor genügte nicht: Simon Nutzinger (r.) verlor mit Ohlstadt II gegen Anton Brenner und Co. aus Grainau.

Ligapokal statt Ligabetrieb für Oberau und Oberammergau

Mittenwald krönt Woche - Eschenlohe geht gegen Eberfing unter

  • vonOliver Rabuser
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  • Patrick Hilmes
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Der FC Mittenwald überrascht weiter in der A-Klasse, während Oberau und Oberammergau einfach den Wettbewerb wechseln und Eschenlohe daheim „unglücklich“ untergeht.

Oberau/Farchant – Oberammergau 4:2 (2:1)

Schiedsrichter: Sven-Patrick Schilz (FC Mittenwald) – Zuschauer: 60 – Tore: 1:0 Lößl (17.), 2:0 Korthals (23.), 2:1 Loch (38.), 3:1 Gerold (58./ET), 3:2 Noll (81.), 4:2 Scharpf (88.)

Not mach erfinderisch. Weil der Platz des TSV Oberammergau unter den Regenfällen gelitten hatte, wurde die Partie der Fußball-A-Klasse zur SG Oberau/Farchant verlegt und zum Ligapokalspiel etikettiert. So bleibt dem TSV das Heimrecht im Punktspiel. Die SG holte sich den zweiten Pokalsieg. „Sie waren etwas besser als wir“, räumte Markus Maier ein. Christoph Lößl per direkt verwandelten Freistoß sowie Sebastian Korthals brachten die SG mit 2:0 in Front. Dann aber reagierte die Defensive bei einem Standard zu behäbig, Manuel Loch verkürzte. Nach der Pause erzwang Lößl das Eigentor von Sebastian Gerold. „Danach haben wir O’gau unnötig am Leben gelassen“, sagt Coach Sebastian Schmölzl. Florian Nolls Treffer aus abseitsverdächtiger Position sorgte erneut für Spannung. Erst eine missglückte Klärungsaktion von TSV-Keeper Korbinian Bertl führte zur Entscheidung durch Michael Scharpf.

SV Krün – SV Söchering 3:3 (2:2)

Schiedsrichter: Felix Thiel (FV Illertissen) – Zuschauer: 70 – Tore: 1:0 Holzer (29.), 2:0 Hock (33.), 2:1 Klemm (39.), 2:2 Nebl (42.), 2:3 Klemm (69.), 3:3 Tiefenbrunner (83.)

Trotz komfortablen Vorsprungs musste der SV Krün am Ende froh sein über den Punkt gegen den SV Söchering. Eine Einzelaktion von Krüns Dominik Tiefenbrunners führte kurz vor Spielende zum Gleichstand. In Führung gebracht hatte die Gastgeber Hubert Holzer nach einem Dribbling über die linke Seite. Über die andere Flanke lief der Angriff bei Kevin Hocks Treffer zum 2:0. Coach Stefan Kautecky wertete die Führung als „eher glücklich“, da auch die Gäste drei Chancen hatten. Diese vereitelte Martin Ceeh, der als eigentlicher Feldspieler für den angeschlagenen Constantin Lutz im Kasten stand. Mehr und mehr setzten sich dann aber die offensiv galligen Söcheringer durch. „Etwas blöd angestellt und bei allen Gegentoren die Ordnung im Zentrum verloren“, kommentierte Coach Kautecky die Rückschläge eins und zwei. Dem 2:3 ging dann noch ein Ballverlust voraus.

SC Eibsee-Grainau – SG Ohlstadt II/G. 3:1 (1:1)

Schiedsrichter: Stefan Hoyer (SV Unterhausen) – Zuschauer: 50 – Tore: 1:0 Wagner (13.), 1:1 Nutzinger (34.), 2:1 Weber (85./ET), 3:1 Brenner (90./FE)

Die Freude über den Sieg war freilich da. Doch musste Andreas Zinn, Coach des SC Eibsee-Grainau, zwei dicke Kröten schlucken. Anton Brenner informierte ihn am Sonntag direkt nach Verlassen der Notaufnahme über die Schock-Diagnose: Knochenriss im Schultergelenk – sechs bis acht Wochen kein Kontaktsport. Brenner fiel im ersten Abschnitt auf die Schulter, spielte aber durch, versenkte einen an ihm verursachten Strafstoß und vergab zuvor vom Punkt nach Vergehen an Anton Radu. Die Ausfallzeit von Sebastian Scheck ist derweil noch ungewiss. Zur Pause haderte Zinn trotz schön kombiniertem Führungstreffer mit den nicht genutzten Räumen. Ohlstadt verzichtete ob des personellen Umbruchs komplett auf jedwede Anlauf-Maßnahmen. Tobias Fischbach, Trainer der SG Ohlstadt II/Grafenaschau, bot notgedrungen am Eibsee nicht weniger als fünf A-Jugendliche auf. Doch weiß Fischbach, was er an seinen Jungspunden hat. „Die kann ich jederzeit wieder reinschmeißen.“ Den Grainauer Sieg wertete er als verdient. Man sei offensiv „nicht zielstrebig“ genug, brauche auch mal „dreckige Tore.“ Schade fand Fischbach die „schlechte Absprache“, die nach einem langen Ball zum Eigentor von Florian Weber führte. Torhüter Seraphin Glaßner, der zuvor Brenners ersten Elfer aus der Ecke gefischt hatte, hätte Fischbachs Meinung nach viel lauter „Torwart“ schreien müssen. „Das muss man in Garmisch hören.“  

SV Eschenlohe – SV Eberfing 1:5 (0:3)

Schiedsrichter: Holger Schuch (BSG Markt Schwaben) – Zuschauer: 50 – Tore: 0:1 Plonner (12.), 0:2 Lindner (35.), 0:3 Plonner (45./FE), 0:4 Ammer (47.), 0:5 Spensberger (74.), 1:5 Schorer (90.+2)

Diese Woche hat sich Thomas Hesse anders vorgestellt. Remis gegen Uffing, Niederlage im Ligapokal bei Wildsteig/Rottenbuch II und nun eine deutliche wie unnötige Pleite gegen den SV Eberfing. Das Schlimmste für Coach des SV Eschenlohe: „Eigentlich waren wir teils sogar besser.“ Hört sich seltsam an bei 1:5, doch der Trainer begründet seine Aussage mit der mangelhaften Chancenverwertung seiner und der kaltschnäuzigen der gegnerischen Mannschaft. „Wir machen aus vielen Möglichkeiten nur ein Tor, die machen aus sieben fünf Tore.“ Anselm Barth und Stefan Stahr waren die Eschenloher Unglücksraben. Beide hatten je eine Hundertprozentige vor dem 0:1 auf den Füßen und zwei danach. „Ich kann meinem Team läuferisch keinen Vorwurf machen. Wir tun uns einfach weiterhin schwer, vorne die Tore zu machen“, hadert Hesse. Eberfing hingegen traf direkt mit der ersten Torannäherung. Anschließend versemmelten Barth und Stahr, ehe zwei „dumme Fehler im Spielaufbau“ in den 0:3-Pausenstand mündeten. Direkt nach Wiederbeginn setzte es mit dem 0:4 (47.) den nächsten Nackenschlag für Eschenlohe. Die Gastgeber gaben sich zwar nicht auf, aber mehr als der Ehrentreffer von Florian Schorer in der Nachspielzeit sollte ihnen nicht gelingen. „Es wäre wieder mehr möglich gewesen, aber wenn wir so viele Chancen liegenlassen, dann wird es schwer für uns“, betont Hesse mit Blick auf die Tabelle.

FC Mittenwald – SV Uffing II 3:1 (2:0)

Schiedsrichter: Ioannis Hristoforidis (FC Megas GAP) – Zuschauer: 50 – Tore: 1:0 M. Schug (22./FE), 2:0 Kunze (41.), 3:0 Gerstmeir (49.), 3:1 Sperer (79.)

Vor dem Re-Start hat der FC Mittenwald kein Testspiel bestritten und kaum trainiert, dann aber den Spitzenreiter Oberau/Farchant besiegt. In der Woche vor der Partie gegen den SV Uffing II ordnete Coach Helmut Schug „gemütliches Training“ an, „das Spiel gegen Oberau hat für schwere Beine gesorgt“. Zudem war am Freitag der Platz in Mittenwald bereits mit Schnee bedeckt. Das Resultat dieser lockeren Trainingswoche: 3:1-Sieg und der Sprung auf Platz zwei in der Tabelle. Der FCM widerspricht derzeit jeglicher Logik, zumal er gegen den SVU laut Schug sogar „schlecht gespielt“ habe. „Kein Vergleich zur Vorwoche.“ Grund für den Heimsieg: Der Gegner half fleißig mit. „Wir haben unverdient verloren, aber bis auf das 0:3 uns die Tore selbst eingeschenkt und vorne aus unseren besten Chancen nichts gemacht“, haderte Uffings Trainer Florian Neuner und bestätigte damit sein Pendant auf Mittenwalder Seite. Beim ersten Gegentreffer hätte SVU-Keeper Julius Schnürer seinen Kasten nicht verlassen müssen. Er tat es doch und verursachte einen Elfmeter, den Markus Schug mit dem 1:0 bestrafte. Beim 2:0 stolperte „irgendwie“ (Schug) Jan Kunze den Ball über die Linie. Das 3:0 war dann wirklich herausgespielt, Josef Gerstmeir hieß der Schütze. Das 1:3 aus SVU-Sicht von Tobias Sperer kam zu spät (79.). Für Helmut Schug war entsprechend die Welt nach Schlusspfiff in bester Ordnung. Jetzt freut er sich auf eine „gemütliche Trainingswoche“.  

(Oliver Rabuser und Patrick Hilmes)

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