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Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“

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Solche Bilder, wie dieses hier vom Relegationsrückspiel 2018, wird es am Sonntag natürlich nicht in Uffing geben.

Gäste bekommen 50 Tickets

SV Uffing schöpft Fan-Maximum im Derby gegen TSV Murnau nicht aus

  • vonPatrick Hilmes
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Der SV Uffing rüstet sich für das Derby gegen den TSV Murnau. Der Verein plant mit 200 Zuschauern, 50 Karten bekommen die Gäste.

Uffing – Ja, es kann wieder losgehen mit dem Spielbetrieb im bayerischen Amateurfußball. Ja, auch Zuschauer dürfen an den Plätzen zugegen sein. Aber nein, es ist noch längst nicht wieder alles beim Alten. Die Beschränkungen sind vielzählig, wie das nun überarbeitete Hygienekonzept des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) zeigt.

„Die maximal zulässige Zuschauerzahl beträgt grundsätzlich 200“, heißt es in dem elfseitigen Papier des BFV. Doch diese Zahl ist erweiterbar. Bis zu 400 Fans dürfen ihre Mannschaft live am Spielfeldrand anfeuern, wenn alle 400 auf zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen untergebracht werden.

SV Uffing: Abteilungsleiter Staltmeier will einfach nur wieder Fußball spielen

Eine erfreuliche Nachricht für all diejenigen, die bereits auf das Derby der Kreisliga 1 zwischen dem SV Uffing und dem TSV Murnau hinfiebern. Die beiden Kontrahenten nehmen am Sonntag um 15 Uhr die Spielzeit wieder auf. Doch die Plätze sind rarer, als es im ersten Moment den Anschein hat. Denn der SVU hat sich entschieden, nicht direkt die Grenzen austesten zu wollen. „Wir werden nur 200 Zuschauer zulassen“, sagt Abteilungsleiter Klaus Staltmeier. Er selbst würde sich auch wünschen, die Partie vor 600 bis 800 Fans auszutragen und das Ganze mit einer gemeinsamen Party abzuschließen. „Aber lasst uns jetzt erst mal einfach nur wieder Fußball spielen und hoffen, das wir keine Fehler machen.“ In Uffing wählt man die vorsichtige Variante, den gemächlichen Beginn. In den Schlagzeilen aufgrund eines neuen Corona-Ausbruchs stehen, das will man beim SVU mit aller Macht verhindern.

Der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen ist das passiert. Fragen kamen auf, ob dieses Ereignis auch Konsequenzen für den Sport hat. Immerhin darf im Profibereich kein Zuschauer live vor Ort sein, wenn die 7-Tages-Inzidenz über dem Wert von 35 steht. In Garmisch-Partenkirchen liegt sie derzeit mit 56 weit darüber. Auswirkungen auf den Amateurbereich hat das aber keine. „Die Allgemeinverfügung für den Markt Garmisch-Partenkirchen tangiert den Sport nicht, sie bezieht sich nur auf das Nachtleben“, versichert Stephan Scharf, Pressesprecher des Garmisch-Partenkirchner Gesundheitsamtes. Sogar im Markt selber dürfen Fußballspiele vor Zuschauern stattfinden.

SV Uffing: TSV Murnau bekommt 50 der 200 Karten

In Uffing werden dies am Sonntag zu einem Viertel Gäste-Fans sein. „Wir geben Murnau 50 Karten und 150 bleiben für den Heimverein“, erzählt Staltmeier. Wie diese Tickets an den Fan kommen, das überlegt sich der Klub noch und will zeitnah darüber informieren. Bereits jetzt weisen die Uffinger darauf hin, dass sie es bei einer weiteren Vorschrift noch genauer und strenger nehmen, als es das Hygienekonzept des BFV vorschreibt. „Zwischen den Zuschauern ist die Abstandsregel von 1,5 Meter einzuhalten. Sollte dies einmal nicht möglich sein, so ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.“ So steht es im BFV-Konzept. Der SVU geht noch einen Schritt weiter. „Bei uns gilt die Maskenpflicht vom Betreten bis zum Verlassen des Sportgeländes“, betont Staltmeier. Demnach müssen die Fans die gesamte Zeit ihre Maske tragen und dürfen sie nicht abnehmen. Die Befürchtung des SVU ist, dass die Zuschauer die Abstandsregeln nicht einhalten und gleichzeitig keinen Mundschutz tragen. „Dann müssten wir das ständig kontrollieren. Wie soll das gehen?“

Und was passiert mit dem 201. Gast, der vor dem Einlass steht und rein möchte? „Ich werde am Zaun stehen und dem 201. die Situation erklären müssen“, bedauert Staltmeier, der auf das Verständnis der Fans baut und an ihre Vernunft appelliert.

Zuschauereinnahmen werden in Hygiene-Maßnahmen investiert

Wer einer der glücklichen 200 wird, der muss definitiv in die Brieftasche greifen und Eintritt bezahlen. „Das gilt für Groß und Klein. Mit den Einnahmen wollen wir das ein oder andere Desinfektionsmittel bezahlen.“ Auf ein frisch gezapftes Pils, einen heißen Kaffee oder eine leckere Bratwurst müssen die Besucher ebenfalls verzichten. Der SV Uffing wird lediglich geschlossene Getränke verkaufen. Ansonsten müsste er ein weiteres Hygienekonzept erarbeiten. Auch das gemeinsame, stundenlange Fachsimpeln nach Spielende ist vorerst nicht gestattet. Der Heimverein ist dazu angehalten, das Gelände relativ zügig zu räumen. Alle Fans müssen zudem ihre Kontaktdaten erfassen lassen. Wer sich nun mit Donald Trump und einer ausgedachten Nummer eintragen will, der hat schlechte Karten. Der SVU übernimmt die Datenerfassung selbst. „Es sind besondere Zeiten, und in denen bedarf es besonderer Maßnahmen. Wir wollen einfach nur auf Nummer sicher gehen.“

Noch ist eben nicht alles wieder beim Alten.

(Patrick Hilmes)

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